mobilität
Editorial Mobilität

Mobilität als Nutzungsgut!

07.01.2022
von SMA
Ralf Käser, Vorstand vom Schweizer, Mobilitätsverband sffv

Ralf Käser, Vorstand vom Schweizer, Mobilitätsverband sffv

Die Motorisierung und Individualisierung der Mobilität waren ein entscheidender Meilenstein, um das Wirtschaftswachstum und unseren heutigen Wohlstand zu erreichen. Lange Zeit war der Besitz eines Autos die beste Möglichkeit, sich jederzeit frei und individuell von A nach B bewegen zu können. Gleichzeitig galt das Auto als wichtiges Statussymbol. Doch die Anforderungen, wie wir mobil sein wollen, vollziehen gerade einen enormen Wandel. Wir wollen nicht mehr starr nur eine Variante zur Verfügung haben, sondern flexibel die Möglichkeit nutzen, welche gerade die Beste ist. 

Dafür gibt es verschiedene Einflussfaktoren: In der Gesellschaft verändert sich das Verhalten von «besitzen wollen» zu «nutzen wollen». Der Radius, in dem wir unterwegs sind, hat sich bis zu global ausgedehnt. Die Digitalisierung ermöglicht, dass wir überall unterschiedliche Formen der Mobilität ansehen und auswählen können. Diese Entwicklungen ergeben, dass wir uns nicht mehr auf eine oder zwei Mobilitätsformen beschränken müssen, sondern jederzeit die gerade an diesem Ort und in diesem Moment optimale Variante auswählen und per Smartphone buchen können.

Parallel dazu hat sich das Angebot entsprechend mitentwickelt und es gibt bereits heute eine Vielzahl an unterschiedlichen Möglichkeiten, Mobilität zu nutzen. Klassisch kann man immer noch ein Auto kaufen oder leasen. Neu kann ich es aber auch nur für eine kürzere Zeit mieten oder abonnieren. Oder sich Sharing-Plattformen anschliessen, über die man jeweils das Fahrzeug abrufen kann, dass man gerade benötigt, vom Kleinwagen über ein Familienauto bis zu einem Transporter. Hier ist man nicht nur in Bezug auf das Fahrzeug flexibel, sondern auch bezüglich des Ortes der Übernahme und Rückgabe. Ergänzend dazu gibt es eine Vielzahl verschiedener Zweiräder, die gekauft oder geliehen werden können. In vielen Ballungsgebieten ist dies das schnellste Fortbewegungsmittel. Hinzukommen der ÖV, Taxis ober Uber.

Wie man sieht, gibt es bereits heute einen grossen Strauss an Möglichkeiten, wie man sich fortbewegen kann. Die Entwicklung hat aber gerade erst begonnen und es wird in Zukunft vermutlich noch viele Möglichkeiten geben, an die wir heute noch gar nicht denken.

Kombiniert man das autonome Fahren mit dem modularen Zusammensetzen von Fahrzeugen, wirkt diese Vorstellung heute noch etwas wie Science-Fiction. Aber die Idee, per App das Fahrzeug, das ich gerade benötige, an den Ort zu bestellen, an dem ich mich gerade befinde, ist doch sehr verlockend. Im Depot in der Nähe wird von Robotern das modulare Fahrzeug zusammengesteckt, das ich geordert habe und es fährt pünktlich zum bestellten Zeitpunkt vor, um mich bequem an meinen Zielort zu bringen. Zugegeben, im Moment klingt es noch etwas fantastisch, aber die Techniken im Einzelnen sind bereits vorhanden, es muss «nur» noch alles zusammengefügt werden.

Die Älteren unter uns mögen sich sicherlich noch an «Kitt» aus der Serie Knight Rider erinnern. Wer von uns hat sich damals nicht gewünscht, auch mal ein Auto per Funk vorfahren lassen zu können. Wir dürfen dies vielleicht schon bald erleben.

Text Ralf Käser, Vorstand vom Schweizer, Mobilitätsverband sffv

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