selbstoptimierung   neue sinn von erfolg
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Deutschland Editorial Gesundheit

Selbstoptimierung und der neue Sinn von Erfolg

22.12.2025
von SMA
Thorsten Rebek,Geschäftsführer Deutscher Industrieverband für Fitness und Gesundheit e.V.

Thorsten Rebek
Geschäftsführer Deutscher Industrieverband für Fitness und Gesundheit e.V.

Leistung, Disziplin, Erfolg – lange Zeit schien das die Formel für Männlichkeit zu sein. Doch die Sichtweise wandelt sich. Digitalisierung, New Work und Wertewandel zwingen Männer, ihr Verhältnis zu Selbstoptimierung neu zu definieren. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr: Wie viel kann ich im Leben leisten? – sondern: Wie lange kann ich gesund und vital mein Leben leben?

Wie Männer in Gesundheit, Familie und Zukunft investieren

Die klassische Vorstellung vom starken, unerschütterlichen Mann hat Risse bekommen. Statt immer nur zu funktionieren, suchen viele Männer heute nach Wegen, nachhaltig in ihre Gesundheit, ihre Familie und ihre Zukunft zu investieren. Gefragt ist ein neues Verständnis von Männlichkeit, das Fürsorge, mentale Balance und Lebensqualität einschließt. Gesundheit und körperliche Fitness bleibt dabei das wichtigste Maß für innere und äußere Stärke.

 Familie als Trainingsfeld für Achtsamkeit

Parallel verändert sich das Rollenbild des Vaters. Männer wollen heute präsente Partner und aktive Väter sein – und sehen darin keinen Widerspruch zu beruflichem Erfolg. Aus dem Väterreport 2023 des Bundesministeriums für Familie ergibt sich, dass sich Väter mehr Zeit für ihre Familie wünschen. 

Diese neue Verantwortung verlangt Energie, Ausgeglichenheit und Belastbarkeit. Fähigkeiten, die eng mit körperlicher und mentaler Gesundheit verbunden sind. Viele Männer begreifen Familienzeit als bewussten Ausgleich zum Berufsalltag, ähnlich einem mentalen Training.

Hier zeigt sich auch eine neue Kultur der Achtsamkeit: Wer regelmäßig trainiert, schafft die Grundlage für emotionale Ausgeglichenheit und fördert seine Resilienz. 

Zukunftsinvestition Körperbewusstsein

Der eigene Körper wird zur Schnittstelle zwischen Gegenwart und Zukunft. Wer sich heute um seine Fitness kümmert, investiert nicht nur in Attraktivität, sondern in qualitative Lebensjahre. Die Pandemie hat vielen Männern vor Augen geführt, wie fragil Gesundheit sein kann – und wie wichtig Eigenverantwortung ist. Moderne Trainingskonzepte setzen daher auf Nachhaltigkeit statt auf kurzfristige Erfolge. 

Selbstoptimierung mit Maß

In einer Arbeitswelt, die immer schneller wird, droht Überforderung. Digitalisierung, ständige Erreichbarkeit und Leistungsdruck fordern ihren Tribut. Doch beruflicher Erfolg wird zunehmend neu interpretiert.

Expert:innen sprechen von einer »gesunden Selbstoptimierung« – einem Maß, das nicht auf Perfektion, sondern auf Stabilität zielt. 

Unternehmen reagieren auf diesen Wandel. Nicht die längsten Arbeitszeiten zählen, sondern die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen und die verschiedenen Anforderungen zu organisieren. Betriebliche Gesundheitsförderung, Fitnesszuschüsse und flexible Trainingszeiten werden zu Bausteinen moderner Arbeitskultur. 

Gesundheit als neues Statussymbol

Gesundheit ist für viele Männer heute nicht mehr selbstverständlich, sondern zu einer bewussten Entscheidung geworden. Laut Daten des Robert Koch-Instituts erreichen nur rund 30 Prozent der Männer die Bewegungsempfehlungen der WHO – mehr als zwei Drittel bewegen sich also zu wenig. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein, dass Prävention mehr ist als ein Arztbesuch. Ernährung, gezieltes Training und mentale Gesundheit werden zunehmend als Einheit verstanden.

Fitnessstudios und Gesundheitszentren verzeichnen eine steigende Nachfrage nach Angeboten, die körperliche und psychische Stabilität fördern. Dabei geht es nicht nur um Muskelaufbau, sondern um Lebensqualität. Rückenschmerzen zu vermeiden, besser zu schlafen, den Kopf freizubekommen und für die körperlichen Anforderungen im hohen Alter vorbereitet zu sein. Besonders Männer zwischen 35 und 55 entdecken Training als Gegenpol zu Stress und digitaler Dauerverfügbarkeit.

Balance statt Perfektion

Investieren heißt heute auch loslassen: weg vom Zwang zur Selbstoptimierung, hin zu mehr Balance. Wer in seine Gesundheit und Familie investiert, sucht nicht nach Perfektion, sondern nach Stabilität. So wird Training zur Ressource und nicht zum Selbstzweck.

Training als Zukunftskompetenz

Fitnessstudios entwickeln sich zunehmend zu modernen Gesundheitszentren, in denen Training, Diagnostik und mentale Stärke ineinandergreifen. Sie schaffen Räume, um Kraft zu tanken, Routinen zu etablieren und Austausch zu finden. Neue Technologien machen Fortschritte sichtbar, smarte Trainingsdaten erhöhen Motivation und ermöglichen eine langfristige Begleitung. Doch jenseits aller Technik bleibt die zentrale Erkenntnis: Training ist die einfachste und zugleich wirksamste Form der Selbstfürsorge.

Der Mann von morgen versteht Gesundheit als Kapital, Balance als Ziel und Training als Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben. Wer in seine körperliche und mentale Stärke investiert, investiert in seine Zukunft. 

Text Thorsten Rebek, Geschäftsführer Deutscher Industrieverband für Fitness und Gesundheit e.V.

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