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Baden wie einst Kleopatra

25.04.2012
von Stephan Eisler

Heutzutage badet wohl niemand mehr in Eselsmilch, wie es der ägyptischen Herrscherin nachgesagt wird. Aber man kann sich in modernen Bädern mindestens ebenso königlich fühlen.

Das Badezimmer ist einer der Orte in den eigenen vier Wänden, wo man verhältnismässig viel Zeit verbringt. Warum also sollte man einem so wichtigen Teil des Lebens nicht mehr Aufmerksamkeit widmen? Waren Bäder bis noch vor wenigen Jahren eher trist und auf ihre Funktionalität reduziert, so geht der aktuelle Trend in Richtung Wohlfühloase. Besonders in Neubauten und Eigenheimen wird zunehmend Wert auf wohnliche Qualität und Ambiente gelegt.

Das Bad bekommt Charakter

Wer kennt sie nicht, die althergebrachten und standardisierten Badezimmer von früher: überall die gleiche Infrastruktur, dieselben kleinen Kacheln mit ihren kalten Farben, sowie die üblichen und genormten Raumaufteilungen. Solche Räume dienten ausschliesslich der Funktionalität. Sie waren zum Gebrauch da. Dabei gehören sie doch zum festen Bestandteil der Wohnung und sollten daher auch ein Ort sein, wo man sich wohlfühlt.

Der Trend bei den Bädern geht heutzutage verstärkt in Richtung Individualität und Ausstrahlung.

Der Trend bei den Bädern geht heutzutage verstärkt in Richtung Individualität und Ausstrahlung. Sprich, sie entwickeln ihren eigenen Charakter und widerspiegeln somit auch den Nutzer. Auf aktuellen Messen, wie etwa der Giardina, wird klar: Der Kunde sucht und verlangt gezielt diese neue Individualität. Anbieter von Bädern und Badeinrichtungen sehen sich immer mehr mit dem Wunsch nach Massanfertigungen konfrontiert. Das Badezimmer als Ort des Rückzugs und der Regeneration nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Auch wird bei Neubauten mehr Platz dafür eingeplant. Saunen und Dampfduschen sind auf dem Vormarsch und vielerorts schon fester Bestandteil der Infrastruktur. Die grosszügig gestalteten Bäder der Moderne kommen Wellnessbereichen gleich. Meist verschmelzen sie dabei architektonisch mit anderen Räumen wie dem Schlafzimmer oder gehen in Aussenbereiche wie etwa dem Garten über. Die Badewanne wird förmlich zum hauseigenen Pool.

Mehrere Anbieter stellten an den Gartenmessen ebensolche Badkomplexe aus, bestehend aus beispielsweise modernen, farbig beleuchteten Pools, sowie umgebenden Sitzgelegenheiten – eingebettet in ein architektonisches Ambiente zwischen Gartenlaube und Lounge. Damit haben sie offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen: Die Messestände erfreuten sich grösster Beliebtheit bei den Besuchern.

Die Natur hält Einzug

Besonders stach an den aktuellen Gartenmessen auch der Wechsel zu natürlichen Baumaterialen hervor. So werden Waschtische und Badewannen vermehrt aus Mineralguss gefertigt, wobei auch Kundenwünsche bezüglich der Form und Farbe berücksichtigt werden können. Das Ergebnis sind natürlich wirkende Installationen, die endlich den Klinik- Look von kalter Keramik abgelegt haben.

Holz in verschiedenen Farben und Qualitäten kommt zum Einsatz

Aber auch andere Materialien finden Verwendung. Naturstein ist zwar etwas teurer, jedoch besonders beständig und zudem schön anzusehen. Bei Wannen kommt zusätzlich der wärmedämpfende, beziehungsweise erhaltende Aspekt des Materials zum Tragen. Auch Holz in verschiedenen Farben und Qualitäten kommt zum Einsatz und gibt dem Bad, in Verbindung mit Lederintarsien, ein helles und warmes Ambiente. Die Baustoffe der neuen Saison sind insgesamt spürbarer, sie haben mehr Struktur und fühlen sich bei Berührung ganz anders an. Besonders beim barfuss Gehen auf den Platten wird dies deutlich: Die verwendeten Stoffe sind nicht nur gleitsicherer als ihre Vorgänger aus Keramik, sie sind auch längst nicht so kühl und unangenehm auf der Haut. Ein grosser Vorteil vor allem bei kombinierten Bereichen, etwa wenn Badezimmer und Schlafzimmer ineinander übergehen und kombiniert sind, oder aber wenn Bäder in Aussenbereiche münden.

Ein Wohlfühlraum

Die Platten und Kacheln selbst weisen helle Braun- und Sandsteintöne auf und erzeugen so eine wärmere Raumfarbe. Zugleich bringen die neuen Plattenkonzepte Ruhe in das Bild, welches der Betrachter vom Badezimmer hat. Dies wird durch die neuen Formate erreicht. Statt einer Unmenge kleiner Kacheln mit verhältnismässig grossen Kittfugen setzt man heute auf Grossformate. Das Ziel dabei sind möglichst wenige und kleine Zwischenräume. Im Endeffekt entsteht bei sorgfältiger Verarbeitung ein ebenmässiger und weitgehend fugenloser Eindruck. Hinzu kommt, dass sich an vergleichsweise weniger Stellen Wasser ansammeln und bleibende Flecken erzeugen kann.

Das Badezimmer wandelt sich mit diesen Neuerungen und Trends allmählich zu einem Raum, in dem man sich ebenso gerne aufhält wie im Wohn- oder Schlafzimmer. Es lässt die Reduktion auf seinen Zweck hinter sich und wird so allmählich zum Wohnraum.

Text Stephan Eisler

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