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Das Wohl unserer Haare

25.06.2019
von Chantal Somogyi

Viele Menschen haben mit brüchigen Haaren oder Haarausfall zu kämpfen. Grund dafür kann ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen sein. Was aber fördert die Gesundheit unserer Haare?

Im Schnitt hat ein Mensch etwa 100 000 Haare auf seinem Kopf. Sie stehen für unsere Energie und die Lebenskraft unseres Blutes. Unsere Mähne profitiert dabei von der Ernährung, denn die Haare werden direkt über ein Blutgefäss versorgt. Eine gesunde Ernährung kann die Haare also daran hindern, spröde zu werden oder auszufallen. Eine gesunde Haarpracht ist nicht nur attraktiv, sondern auch ein Spiegel der Gesundheit. «Die Haare sehen gesund aus, wenn sie einen natürlichen Glanz haben», verdeutlicht Evelina Gammeter, Frisörin und Inhaberin des Frisörsalons Natura Pura.

Nahrung für das Haar

  • Zink: Der Stoff fördert das Wachstum. Zudem hält Zink die Kopfhaut gesund und schützt die Haarwurzeln. Ein Mangel kann demzufolge zu Haarausfall führen. Zinkhaltig sind unter anderem Garnelen, Nüsse, Mais und Eier. Auch Kürbiskerne, Mohn- und Leinsamen sowie Haferflocken sind Lieferanten.
  • Eisen: Verhindert Haarausfall und fördert das Wachstum. Zudem dient Eisen dem Transport von Sauerstoff, der Versorgung der Zellen und der Produktion von Eiweissen. Fleisch, Hülsenfrüchte, Hirseflocken und grünes Blattgemüse sind besonders reich an Eisen.
  • Kupfer: Kupfer stärkt die Haarstruktur. Dies, weil der Mineralstoff die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung erleichtert und den Aufbau von Haaren fördert. Kupfer ist in Produkten mit Vollkorn, Sonnenblumenkernen, Hülsenfrüchten und Nüssen vorhanden.
  • Silicium: Verbessert die Qualität und hilft somit bei brüchigem Haar. In Hirse, Hafer und Gerste ist der Stoff enthalten. Bambus hat ebenfalls einen hohen Anteil.
  • Omega-3-Fettsäuren: Sie erhöhen die Elastizität, stärken die Haare und verbessern ihre Dichte. Die Fettsäuren helfen dadurch bei trockener Kopfhaut, nähren die Haare und unterstützen das Haarwachstum. Sowohl Fische wie der Wildlachs als auch Walnüsse oder Öle (z.B. Rapsöl) enthalten Omega-3-Fettsäuren.

Die Haare sehen gesund aus, wenn sie einen natürlichen Glanz haben.

Den Haaren mit Vitaminen dienen

  • Vitamin A: Es kräftigt das Haar und macht es zudem geschmeidig. Weiter fördert es das Haarwachstum. Bio-Eier und ebenso Grünkohl, Spinat, Karotten, Paprika und viele weitere Obst- und Gemüsesorten sind gute Vitamin A-Lieferanten.
  • Vitamine des B-Komplexes: Es handelt sich um verschiedene wasserlösliche B-Vitamine, welche die Haare kräftigen. Die B-Vitamine regen die Aktivität der Talgdrüsen an und sorgen dadurch für eine gesunde Kopfhaut. Nüsse, Produkte aus Vollkorn sowie Hülsenfrüchte, Kürbiskerne oder Chia-Samen enthalten viel Vitamin B.

Biotin: Wird auch Vitamin B7 oder Vitamin H genannt und ist ein Vitamin aus dem B-Komplex. Es hilft nicht nur beim Aufbau der Struktur, sondern nützt auch gegen Haarausfall und unterstützt den Haarwuchs. Biotin ist in Avocados, Hefe- und Haferflocken, Eigelb, Walnüssen und Champignons enthalten.

Folsäure:
Wird auch
Vitamin B11 oder Vitamin B9 genannt und ist ebenfalls ein Vitamin aus dem
B-Komplex. Folsäure ist wichtig für die Zellentwicklung und das Gewebewachstum.
Für gesunde Haarfollikel und den Haarwuchs spielt Folsäure daher eine wichtige
Rolle. Folsäure sorgt auch für eine bessere
Durchblutung, sodass Nährstoffe die Kopfhaut leichter erreichen. Grünes
Blattgemüse, Rosenkohl, Kohl, Brokkoli, Zitrusfrüchte und Leber sind reich an
Folsäure.

  • Vitamin C: Vitamin C hilft bei der Bindung von Eisen, indem es die Haarwurzeln besser mit Eisen und Sauerstoff versorgt. Vitamin C ist in den meisten Zitrusfrüchten, in Paprika, sowie in Brokkoli vorhanden.

Die optimale Menge

«Ich habe Kunden, die sich ausgewogen ernähren und trotzdem Probleme mit den Haaren haben. Da sollte man einen Bluttest machen. So kann man eventuell einen Eisenmangel oder eine Fehlfunktion der Schilddrüse ausschliessen», erklärt Evelina Gammeter. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse deckt eine Menge des Bedarfs an Vitaminen. Dabei müssen die richtige Menge und die richtigen Anteile berücksichtigt werden. Evelina Gammeter rät darüber hinaus, das Müsli jeden Tag mit einem Löffel Leinöl oder Hirseflocken zu ergänzen.

Gummibärchen für die Haare

Bevor man selbst zu Mitteln der Nahrungsergänzung greift, ist eine Beratung beim Hausarzt oder Apotheker sinnvoll. Die einfachste und sicherste Lösung ist es schliesslich, eine speziell für das Haarwachstum formulierte Dosierung einzunehmen. Ein Beispiel dafür sind Haar-Vitamine in Form von Süssigkeiten wie Gummibärchen, denn sie enthalten die wichtigsten Vitamine für die Haare. Bei regelmässigem Verzehr stärken die Stoffe also das Haar, lassen es schneller wachsen und verleihen ihm Glanz. Um gesundes und kraftvolles Haar zu erhalten, lohnt es sich ausserdem, täglich viel Wasser zu trinken.

Dem Müsli jeden Tag einen Löffel Leinöl oder Hirseflocken dazuzugeben, kann nicht schaden

Das Haar von aussen nähren

Nährstoffe können das Haar nicht nur von innen stärken, sondern auch von aussen. Eine Kur mit Honig und Ei beispielsweise kann dem Haar Glanz und Kraft verleihen. Eine Maske aus Avocado, einem Ei und etwas Olivenöl kann bei trockenen Spitzen helfen. Die Spurenelemente und Vitamine in Bier sorgen überdies für glänzendes, kräftiges Haar. Apfelessig hilft einerseits gegen Schuppen und lässt andererseits das Haar wieder glänzen. Verschiedene Bio-Öle wie Arganöl, Kokosöl oder Olivenöl machen die Haare weich und geschmeidig. Das Öl massiert man fünf Minuten von der Kopfhaut bis zu den Haarspitzen in das gut gekämmte, trockene Haar ein. Nach dem Einwirken mindestens drei Stunden spült man das Öl wieder aus. Man kann die Öle als pure Haarkur nutzen oder mit anderen Zutaten wie Honig mischen.

Gemäss Evelina Gammeter bildet das tägliche Kämmen mit einer Schweineborsten-Bürste die Grundlage gesunder Haare. Es lohnt sich ausserdem, die Haare jeden Tag mit Wasser, Rosenwasser oder Aloe Vera zu befeuchten. Im Gegensatz dazu sind das Tönen und Färben der Haare, eine Dauerwelle, zu heisses Föhnen oder Glätten auf Dauer schädlich. Ausserdem dürfen die Haare nicht mit Chemikalien in Berührung kommen. «Alle Produkte müssen biologisch abbaubar sein.»

Was verraten die Haare?

Von Haarausfall spricht man,
wenn man über einen Zeitraum von mehreren
Tagen oder Wochen sichtbar
mehr als 100 Haare verliert.
Es gibt verschiedene
Formen des Haarausfalls.
Haarausfall kann hormonell bedingt sein
oder durch Stress entstehen.
Wenn die Kopfhaut stark ausgetrocknet
oder strapaziert ist,
entstehen Schuppen.
Hitze, trockene Luft,
Sonneneinstrahlung,
falsche oder übertriebene Pflege der Haare und der Kopfhaut
können die Ursachen für Schuppen
und trockenes Haar sein. Eine Unterfunktion
der Schilddrüse oder eine Mangelernährung können ebenfalls zu
trockenem Haar führen.
Strapazierte Haare sind stumpf, glanzlos, struppig
oder am Ende gespalten.
Die chemische Struktur ist bis in die mittlere Haarschicht
verändert.
Äussere Einflüsse wie Dauerwellen,
häufiges Färben oder Blondieren
können Gründe für strapaziertes Haar sein. Bei dünnem Haar spricht man von der
Haarmenge. Eine Fehlernährung, ein Vitamin-D-Mangel, hormonelle Schwankungen,
eine gestörte Darmfunktion oder anhaltender körperlicher und psychischer Stress
können Ursachen für dünnes Haar sein.
Bei
Spliss fransen die Haare aus
und die Haarspitzen spalten sich.
Spliss tritt
häufig bei langem Haar,
durch das Aufschlagen der Haare auf den Schultern,
auf.
Umwelteinflüsse oder häufiges Färben der Haare
können ebenfalls Gründe für Spliss
sein.

Text Chantal Somogyi

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