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Der Ursprung der Olympischen Spiele

01.05.2020
von SMA

2020 finden die Olympischen Spiele aufgrund der Coronapandemie nicht
statt und wurden aufs Folgejahr verschoben. Obwohl die Olympischen Spiele
weltweiten Bekanntheitsgrad geniessen, ist ihr Ursprung noch längst nicht
Bestandteil der Allgemeinbildung. «Fokus» hat sich auf Spurensuche begeben.

Alle zwei Jahre folgen die Olympischen Sommer- oder Winterspiele aufeinander und faszinieren die ganze Welt. 2020 ist alles anders: Denn die geplanten Olympischen Sommerspiele in Tokio mussten im Zuge der Coronapandemie aufs Folgejahr verschoben werden. Während dieser internationalen Veranstaltung verfolgen das Publikum und die Spezialisten die Leistungen der besten Athleten der Welt jeweils sehr genau. Die Olympischen Spiele sind vor allem zu einem grossen Treffen geworden, wobei der soziale Aspekt oft die einzelnen Ergebnisse von Wettbewerben in den Schatten stellt. Fairplay, Respekt vor den Gegnern, ein gesunder Wettbewerbsgeist und Multikulturalismus sind Schlüsselwerte der Olympischen Spiele. Für Spitzensportler ist die Teilnahme an diesem besonderen Ereignis ein grosses Ziel. Es ist deswegen weit verbreitet, dass sich Teilnehmende das Emblem des Wettbewerbs nach ihrer Teilnahme tätowieren lassen. Fest steht, dass die Olympischen Spiele in einer Sportkarriere alle anderen Wettkämpfe übertrifft, an denen Sportler teilnehmen.

Doch um zu den Ursprüngen der Olympischen Spiele zu gelangen, muss man
zunächst die Zeit mehrere Jahrtausende zurückdrehen.

Ursprung in der Antike

Denn die Olympischen Spiele, wie wir sie heute kennen, haben eine lange Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Alles begann vor rund 3 000 Jahren auf der griechischen Halbinsel Peloponnes. Der Name «Olympische Spiele» stammt ursprünglich von den Sportwettkämpfen, die in Olympia stattfanden. Das genaue Datum, an dem diese Sportfeste begannen, ist unklar. Laut Forschern scheinen sie um 776 v. Chr. ihren Anfang zu haben. Diese Veranstaltungen fanden alle vier Jahre am selben Ort statt. In dieser Zeit entstand auch der Begriff «Olympiade». Damals war es üblich, die Zeit in Olympiaden und nicht in Jahren zu zählen.

Nebst den Olympischen Spielen fanden auch noch weitere Spiele statt.
Beispiele sind die Panhellenischen Spielen, die Pythischen Spiele, die
Isthmischen Spiele sowie die Nemeischen Spiele. Von all diesen Ereignissen
wurden die Olympischen Spiele jedoch als die bedeutendsten angesehen.

Der Name «Olympische Spiele» stammt ursprünglich von den Sportwettkämpfen, die in Olympia stattfanden.

40 000 Besucher bereits in der Antike

Als wahres Heiligtum hatte Olympia einen Bereich, in dem Tempel untergebracht waren, einschliesslich jener des Zeus. In der Nähe lag das profane Gebiet, in dem es Orte gab, die dem Sporttraining, Wettkämpfen, der Verwaltung dieser Veranstaltungen und dem Empfang von Gästen gewidmet waren, die zu diesem Anlass reisten. Olympia wurde zudem damals nur von Priestern und Personen bewohnt, die für die Instandhaltung der Räumlichkeiten verantwortlich waren. Sie waren daher als einzige befugt, diese Räume zu belegen. Während dieser Sportwettkämpfe trafen sich Sportler, Zuschauer, Händler in der heiligen Stadt. Laut der Literatur waren nach Schätzungen jeweils 40 000 Menschen zu den Olympischen Spielen unterwegs.

Die ersten Athleten

Nach den verschiedenen Beschreibungen in der Literatur der Antike ist es möglich, die Athleten zu ermitteln, die an diesen Wettkämpfen teilgenommen haben. Eine der bekanntesten Überlieferungen über das Training und die Wettkampfteilnehmer ist folgender: Die Athleten übten ihren Sport nackt aus. Ein Brauch, der sich insbesondere dadurch erklärt, dass die Sportler ein bestimmtes Ideal der Harmonie und des Gleichgewichts zwischen Körper und Geist darstellen sollten. Die Philosophie dieser Zeit war, dass nur das Trainieren des Körpers und seiner körperlichen Fähigkeiten zur Entwicklung des Geistes führen könnte. Ein Prinzip, das zudem auch in der berühmten römischen Formel «Mens Sana in Corpore Sano» zu finden ist – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

Kombination mit Ausbildung

Jede antike Stadt verfügte damals bereits über eine eigene Turnhalle und ein eigenes Palaestra, eine mit Sand bedeckte Fläche für das Training der Ringkämpfe respektive für die entsprechenden Wettkämpfe. Gleichzeitig wurden die Athleten dort auch unterrichtet. Es handelte sich dabei um eine Ausbildung, die sowohl körperliche als auch geistige Übungen umfasste. In diesem Sinne wurden neben dem Sport auch Rechnen, Musik, Grammatik oder Lesen praktiziert. Das Wort Gymnasium hat seinen Ursprung ebenso in dieser Zeit – es leitet sich vom griechischen Wort «gymnós» ab – auf Deutsch «nackt» –, was wiederum auf die Nacktheit während des Trainings zurückgeht.

Die Philosophie dieser Zeit war, dass nur das Trainieren des Körpers und seiner körperlichen Fähigkeiten zur Entwicklung des Geistes führen könnte.

Auswahl für die Spielteilnahme

Um an den Olympischen Spiele teilnehmen zu können, musste der Athlet ein freier Grieche sein. Frauen, Sklaven und Ausländern war es nicht möglich, an diesen Sportwettbewerben teilzunehmen. Körperliche Fähigkeiten und Leistung waren zudem essenziell und bildeten weitere Auswahlkriterien.

Bis heute haben die Olympischen Spiele die verschiedenen Länder der Welt und die Menschen motiviert und ermutigt, sich selbst zu übertreffen und über sich hinauszuwachsen. Manches hat sich auch nach mehreren Jahrtausenden nicht verändert: Die Menge zu begeistern und zu versammeln, um die besten Athleten der Welt zu bestaunen.

Text SMA

Übersetzung
aus dem Französischen Lars Gabriel Meier

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