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Traumarbeit: Die Antwort liegt im Traum

12.11.2020
von Fatima Di Pane

Die Traumarbeit ist eine Möglichkeit, sich selbst näher zu kommen. Eine Expertin für Traumarbeit gibt wertvolle Tipps. 

Manchmal erleben wir im Schlaf die wildesten Sachen, negativ wie positiv: Wir können fliegen oder uns fallen plötzlich alle Zähne aus. Viele Menschen tun die nächtlichen Eskapaden unseres Unterbewusstseins mit einem Schulterzucken ab, jedoch würde es sich lohnen, etwas genauer hinzuschauen. Sara Planta ist Diplomierte Psychosoziale Beraterin und hat sich auf die Traumarbeit spezialisiert. «Im Traum verbinden wir uns mit der Gefühlswelt», sagt Planta. «Die heutige Gesellschaft ist sehr auf Materie und Rationalität bezogen. Mit dem Traum kommen wir in unser Innerstes.»

Im Traum verbinden wir uns mit der Gefühlswelt. Sara Planta

Vom Kontext abhängig

In unseren Träumen verbergen sich viele Hinweise, die für unser Leben sehr nützlich sein können. «Wir können in unseren Träumen Zusammenhänge sehen und verstehen, eigene Ressourcen wiederentdecken und Bedürfnisse erkennen», erklärt Planta. «Ein Traum kann auch auf noch ungelöste Themen und innere Konflikte hinweisen, wo wir hinschauen sollten.»

Die Bedeutung eines Traumes ist stets individuell und muss im Kontext zum eigenen Leben betrachtet werden. «Wichtig ist, was der Träumer mit den einzelnen Traumfragmenten verbindet.» Wenn ein Hundefan von einem Rottweiler träumt, löst dies andere Gefühle aus, als es dies bei einem Hundephobiker tun würde.

Träume kommunizieren über Bilder, welche wiederum Emotionen in uns auslösen. Sinnbilder, Wortspiele und Metaphern, spielen eine wichtige Rolle beim Traumverständnis. Wer beispielsweise davon träumt, sich zu verlaufen, wird vielleicht von Orientierungslosigkeit geplagt oder hat im Leben mit Entscheidungsschwierigkeiten zu kämpfen.

Ein effektives Traumtagebuch

Ein Traumtagebuch hilft dabei, sich mit den Träumen zu befassen. Sara Planta empfiehlt, das Traumtagebuch und das klassische Tagebuch ineinander zu integrieren, um im Nachhinein Zusammenhänge zu erkennen: «Man sollte den Tag mit seinen Erlebnissen und Gefühlen festhalten und dasselbe mit den Träumen tun.»

Wichtige dabei sind die Gefühle während des Traumes sowie beim Aufwachen. Auch sollte jedes Detail, wie Farben, Umgebung oder vorkommende Personen, festgehalten werden. Anschliessend notiere man eigene Assoziationen zu den einzelnen Symbolen. Diese bringe man in Verbindung mit dem gegenwärtigen Leben. All diese Informationen können uns dabei helfen, Klarheit zu erlangen.

Wer sich nicht an seine Träume erinnern kann, kann eine erhöhte Traumerinnerung herbeiführen. «Ein guter Anfang ist es, achtsamer durch den Tag zu gehen», rät Planta. «Dann nehmen wir die Träume auch achtsamer wahr. Es spielt ineinander.»

Dem Gefühl folgen

Abschliessend lässt sich sagen, dass die Traumarbeit ein ganzheitlicher Ansatz ist. «Es geht stark darum, ins Fühlen und die Verbundenheit zu kommen», sagt Planta. «Jeder Traum hat eine Botschaft.» Diese müssen übrigens nicht immer schwerfällig sein: «Träume tragen auch Lösungen mit sich. Viele Kreative nutzen ihre Träume als Inspirationsquelle.»

Bevor man sich abends ins Bett legt, einfach mal Stift und Notizblock auf dem Nachttisch bereithalten. Wer weiss, welche Erkenntnisse und Ideen bald die Zeilen füllen werden.

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Text Fatima Di Pane

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