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Männerkrebs – wann sollte man(n) sich testen lassen?

15.09.2021
von Kevin Meier

In der Schweiz sind jedes Jahr 6100 Patienten von Prostatakrebs betroffen – er ist die häufigste Krebsart bei Männern. Bei Hodenkrebs liegt die Inzidenz bei 460 Fällen pro Jahr. Bei beiden Erkrankungen gilt: Wird sie früh erkannt, bestehen gute Heilungschancen. Dazu muss aber Vorsorge geleistet werden.

Immer mehr Männer erhalten die Diagnose Prostata- oder Hodenkrebs. Dies ist ein Schock für die ganze Familie. Pro Jahr sterben in der Schweiz ungefähr 1300 von den rund 6100 Prostatakrebs-Betroffenen. Von den 460 Fällen des Hodenkrebs sterben indes etwa 10 Betroffene.

Dass man die Diagnose Prostatakrebs immer häufiger stellt, hat verschiedene Gründe: «Heute wird die Bevölkerung älter und je älter ein Mann ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit einer Prostatakrebserkrankung», so Christian von Bodman, Facharzt für Urologie und CMO beim Ärztenetzwerk für Urologie Uroviva. «Ausserdem werden Prostatakarzinome jetzt häufiger früh entdeckt.» Das wiederum – in Kombination mit verbesserten Therapiemöglichkeiten – trägt dazu bei, dass weniger Männer daran sterben. Der Europäische Prostata-Tag am 15. September soll auf dieses wichtige Thema sensibilisieren und verdeutlichen, wie essenziell Vorsorge ist: Frühzeitiges Testen kann Leben retten.

Beschwerden treten bei Prostatakrebs erst spät auf.

Wie wird Prostatakrebs erkannt?

Bei Prostatakrebs treten leider erst spät Symptome auf: «Die meisten Patienten haben lange keine Beschwerden», so der Facharzt. «Das Karzinom wird meist im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt.» Insbesondere durch den PSA-Wert im Blut, ein prostataspezifisches Antigen, können Karzinome in einem frühen Stadium erkannt werden. Fortgeschrittenere Tumorstadien verursachen unterschiedliche Beschwerden: Probleme beim Wasserlassen, Nierenstauung, Knochenschmerzen, Inkontinenz, Blut im Urin und andere.

Um den Krebs frühzeitig (eben vor Symptomen und noch in heilbarem Stadium) zu erkennen, sollten sich Männer spätestens ab 50 vorsorglich untersuchen lassen. Männer mit Prostatakrebs in der Familie sollten noch vorsichtiger sein und sich spätestens ab dem 45. Lebensjahr durchchecken lassen, da das Risiko in diesem Fall höher ist.

Vorsorge-Untersuchung Prostatakrebs

In der Praxis wird dabei in einem persönlichen Gespräch sorgfältig informiert und eine mögliche Angst vor der Untersuchung genommen. Um den PSA-Wert zu ermitteln, wird Blut abgenommen. In einer kurzen Untersuchung tastet man die Prostata dann ab und untersucht sie auf Auffälligkeiten. Wenn nötig, wird sich der Arzt noch zusätzlich mit Ultraschall ein klareres Bild verschaffen.

Zum Glück kommen immer mehr Männer zur Vorsorge und lassen sich beraten.
Christian von Bodman, Facharzt Urologie

Regelmässige Kontrolle – die Frau als Vorbild

Anders als bei der Frau, bei der es völlig normal ist, sich einmal pro Jahr gynäkologisch untersuchen zu lassen, war das Thema Männergesundheit lange schambehaftet. Das ändert sich jedoch: «Ich mache die Erfahrung, dass Scham rund um die Prostata abnimmt. Zum Glück kommen immer mehr Männer zur Vorsorge und lassen sich beraten», so von Bodman. «Ich denke, dass eine Untersuchung wie die gynäkologische Vorsorge bei Frauen oder die vorsorgliche Konsultation eines Zahnarztes auch beim Mann eher zur Regel werden wird.» In der Praxis ist das Ziel, sorgfältig bei einem persönlichen Gespräch zu informieren und mögliche Ängste vor der Untersuchung zu nehmen. Um den PSA-Wert zu ermitteln, wird Blut abgenommen. In einer kurzen Untersuchung wird die Prostata dann abgetastet und auf Auffälligkeiten untersucht. Wenn nötig, wird sich der Arzt noch zusätzlich mit Ultraschall ein klareres Bild verschaffen.

Durch Selbst-Abtastung Hodentumore erkennen

Ein weiteres Vorgehen, dass man sich von Frauen abschauen sollte ist die Selbstuntersuchung. So wie Frauen ihre Brüste nach Knötchen abtasten, können Männer einmal im Monat die Hoden nach Veränderungen untersuchen. Es empfiehlt sich damit schon relativ früh zu beginnen, da Hodentumore vor allem im Alter zwischen 20 bis 40 Jahren auftreten. Hodentumore zeigen sich meist als schmerzlose, derbe und unregelmässige Schwellungen am Hoden. Meist ist nur ein Hoden betroffen; in vielen Fällen besteht ein Grössenunterschied zwischen den beiden Hoden. Bei der Abtastung sollte darauf geachtet werden, die Nebenhoden nicht mit einem Tumor zu verwechseln. Im Zweifelsfall sollte man aber einen Urologen zur Abklärung aufsuchen. Bei Bedarf bringen eine Ultraschall- oder Computertomografieuntersuchung Klarheit. In den meisten Fällen ist der Hodenkrebs durch eine operative Entfernung heilbar. Je nach Stadium und Art des Tumors ist eine zusätzliche medikamentöse Behandlung angezeigt.

Download: Info-Flyer Ratgeber «Vorsorge Hoden- und Prostatakrebs» (Uroviva)

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Risikofaktoren und Prävention

Die Ursachen sind weitgehend ungeklärt. Als grösste Risikofaktoren bei Prostatakrebs gelten das Alter und Erkrankungen in der Familie, vor allem bei Vater oder Bruder. Im Falle des Hodenkrebs stellen der Hodenhochstand sowie ebenfalls Krebsvorkomnisse bei Vater oder Bruder Risikofaktoren dar.

Alter und Vorbelastung lassen sich bekanntlich nicht beeinflussen. Faktoren wie Vorsorge, Lebensstil und Ernährung dagegen schon. Am allerwichtigsten ist beim Prostatakrebs die regelmässige Vorsorgeuntersuchung ab einem Alter von 45-50 Jahren, da sich dieser Tumor ohne Symptome verbreiten kann und bei Früherkennung gute Heilungschancen bestehen.

Zur Prävention scheint die Ernährung eine Rolle zu spielen: «Studien zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit an einem Prostatakarzinom zu erkranken bei Asiaten steigt, die von Asien in die USA ausgewandert sind. Das weist darauf hin, dass Umweltfaktoren, am wahrscheinlichsten die Ernährung, einen Einfluss auf die Entstehung des Krebses haben. Die asiatische Kost mit viel Gemüse, Reis und Fisch scheint ausschlaggebend bei der Vorsorge zu sein», so Facharzt Christian von Bodman. Allerdings gebe es zu wenig eindeutige Studienergebnisse, daher könne man auch keine gezielte Diät zur Vermeidung eines Prostatakarzinoms empfehlen.

Wer sich bewegt, lebt länger. Dieser Grundsatz scheint wieder einmal bestätigt zu werden: Studienergebnisse sprechen dafür, dass Bewegung das Krebsrisiko senken kann. Übergewicht hingegen scheint einen negativen Einfluss zu haben.

Diagnose Prostatakrebs – was nun?

Bis heute besteht keine Möglichkeit, einen lebensbedrohlichen Prostatakrebs von einem nicht-lebensbedrohlichen Prostatakrebs zu unterscheiden. Die Einschätzung muss dem erfahrenen Urologen überlassen und das weitere Vorgehen gemeinsam mit dem Patienten erarbeitet werden. «Operations-Techniken oder Bestrahlungstechniken – die Therapiemöglichkeiten haben sich in den letzten 25 Jahren massiv verbessert. Die Ergebnisse konnten optimiert und Nebenwirkungen reduziert werden», weiss der Facharzt von Uroviva. «Sogar bei metastasierter Erkrankung ist oft eine erfolgreiche Behandlung über Jahre möglich. Insbesondere geht es dann darum, das Tumorwachstum zu bremsen und gleichzeitig die Lebensqualität des Patienten zu erhalten.»

«Solange das Karzinom früh genug entdeckt wird und noch auf die Prostata begrenzt ist, sind die Heilungschancen sehr gut», beruhigt Christian von Bodman. «Darum ist die Vorsorge das A und O.»




Hodenkrebs auf einen Blick

Prostatakrebs auf einen Blick

Inzidenz und Mortalität Schweiz Inzidenz und Mortalität Schweiz
460 Diagnosen pro Jahr
10 Todesfälle pro Jahr
6100 Diagnosen pro Jahr
1300 Todesfälle pro Jahr
Betroffene Betroffene
Vor allem Männer zwischen 20 und 40 Jahren Männer ab 50 Jahren
Risikopatienten (Krebs in Familie) früher
Vorsorge Vorsorge
Einmal im Monat bei einer Selbstuntersuchung den Hodensack und die Hoden in der geöffneten Handfläche abtasten und leicht auf und ab bewegen. Dazu beachten, dass die Nebenhoden direkt oben auf den Hoden und an der Aussenseite liegen (keine Tumore!). Bei Verdacht auf Veränderungen einen Urologen aufsuchen. Jährliche Untersuchung durch Urologen ab 50
Bei Risikopatienten ab 45 PSA-Wert durch Blutentnahme
Symptome Symptome
  • Schwellung oder Vergrösserung eines Hodens
  • Verhärtungen oder Knoten in einem Hoden
  • «Ziehen», Spannungs- oder Schweregefühl in den Hoden oder in der Leistengegend
  • Berührungsempfindlichkeit im Bereich der Hoden
  • Schwellung der Brustdrüse
  • In frühen Stadien kaum Symptome
  • Verhärtungen oder Knoten in einem Hoden
  • «Ziehen», Spannungs- oder Schweregefühl in den Hoden oder in der Leistengegend
  • Berührungsempfindlichkeit im Bereich der Hoden
  • Schwellung der Brustdrüse
Testung Testung
  • Abtasten
  • Ultraschalluntersuchung
  • Computertomografieuntersuchung
  • Tastuntersuchung
  • PSA-Wert
  • MRI
  • Gewebeentnahme
Therapie Therapie
  • Meist heilbar
  • Operative Entfernung des betroffenen Hodens
  • Unter Umständen medikamentöse Behandlung
  • Operative Entfernung
  • Alternative Behandlungsmethoden passend aufs Individuum

 

Uroviva ist ein Ärztenetzwerk, das sich auf das Fachgebiet der Urologie und Andrologie spezialisiert hat. Darin sind elf Praxen, eine Permanence, ein Andrologiezentrum und eine Spezialklinik für Urologie im Zürcher Unterland, rund um den Zürichsee bis in die Zentralschweiz (SZ/LU) vereint. Neben höchster Behandlungsqualität und modernster medizinischer Technologie profitieren die Patienten von Spezialisten, die sich besonders viel Zeit für Aufklärung und Beratung nehmen. Weiterführende Informationen: uroviva.ch
Logo Uroviva

Text SMA

2 Antworten zu “Männerkrebs – wann sollte man(n) sich testen lassen?”

  1. Joachim sagt:

    Danke für den Beitrag zum Thema Prostatakrebs. Ich möchte mich zu Vorsorgeuntersuchungen für Prostatakrebs informieren, da es bereits in meiner Verwandtschaft einmal aufgetreten ist. Gut zu wissen, dass man sich ab 45-50 Jahren regelmäßig untersuchen lassen soll, da sich dieser Tumor ohne Symptome verbreiten kann und bei Früherkennung gute Heilungschancen bestehen.

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag um Thema Männerkrebs. Besonders hilfreich finde ich Ihre Tipps, wie oft ich eine Vorsorgeuntersuchung machen muss. Nach Ihrem Rat werde ich ein Termin beim Arzt für Prostatakrebsvorsorge machen, ohne zu zögern

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