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Zürich
10 April 2021

Silvester zu Hause feiern.

Haben Sie genug vom Gedränge auf der Luzerner Kapellbrücke? Ist Ihnen der Nieselregen am Berner Bärenplatz zu ungemütlich? Langweilt Sie das Feuerwerk im Zürcher Seebecken? Dann bleiben Sie doch am Silvesterabend einfach zu Hause!

Sie haben Ihre Freunde um sich (und nur die), müssen aber auch in den eigenen vier Wänden auf nichts verzichten: nicht auf feines Essen, nicht auf einen hochwertigen Champagner, nicht auf besinnliche Momente – und am nächsten Morgen beschert Ihnen höchstens der Kater Kopfweh, nicht aber die finanzielle Bilanz des Vorabends. Silvester ist kein christliches Fest, sondern geht zurück auf heidnische Bräuche. Die Germanen glaubten, dass ihr Kriegsgott Wotan in der dunklen Jahreszeit sein Unwesen treibt. Mit viel Lärm wollten sie ihn vertreiben. Sie veranstalteten daher in der Silvesternacht ein lautes «Höllenspektakel».

Die Germanen glaubten, dass ihr Kriegsgott Wotan in der dunklen Jahreszeit sein Unwesen treibt.

Silvester heute

Heute verhalten wir uns an Silvester anders – zumindest vor Mitternacht. Wir lieben es gediegen, auch wenn wir zu Hause bleiben. In Ruhe zelebrieren wir mit Freunden und Familie das Bleigiessen. Dazu braucht es nicht mehr als eine Kerze, einen Löffel, ein Gefäss mit kaltem Wasser und eine Schachtel mit den zu schmelzenden Bleifiguren. Und etwas Fantasie, denn die im Wasser abgekühlte Bleimasse gibt eine Form wieder, die zum Symbol für unser kommendes Jahr werden soll. Etwas weniger Fantasie braucht es bei den Getränken. An Silvester wollen alle am Champagnerglas nippen – ob zum Aperitif oder zum Essen, beim Zuprosten um Mitternacht sowieso.

«There’s no place like home!»

Denn für die Champagner-Vertreiber gilt noch mehr als für andere Branchen: Wenn das Jahr zu Ende geht, steigen die Absatzzahlen. Für den gelungenen Silvesterabend zu Hause braucht es nicht nur den perfekten Edeltropfen, sondern auch das ideale Gericht dazu. Kellermeister Dominique Dermaville (Veuve Clicquot) weiss Bescheid: «Austern, Jakobsmuscheln oder weisser Fisch eignen sich bestens zu Champagner.» Aber auch wer sich den Gaumenfreuden über mehrere Gänge hingeben will, findet das Passende. Nicht nur Fisch wird zum Champagner gegessen. «Wer einen intensiven Jahrgangschampagner wählt, kann auch auf Trüffel, Kaviar, Wildgerichte an Pflaumensaucen oder gar orientalische, würzige Gerichte zurückgreifen», so Dermaville. Bei solchen (Gourmet-)Ideen ist der Silvesterabend wohl tatsächlich zu Hause am schönsten. Oder wie es Dorothy im Film «Der Zauberer von Oz» sagt: «There’s no place like home!»

Text Stefan Wyss

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