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Zürich
30 März 2020

Spass im Schnee: erholsam, actionreich oder beides?.

Wer braucht schon «Virtual und Augmented Reality Brillen» für blauen Himmel und weisse Schneedecken? Gefühlte frische Bergluft und strahlende Winterlandschaften mit oder ohne wolkenlosen Sonnenschein und abends eine wohlige körperliche Müdigkeit sind allemal aussichtsreicher.

Sehnsüchtig erwarteter Schnee, über alles geliebter Wintersport! Die einen sind ganz versessen darauf, ihren Lieblingssport aktiv sowie bei jeder Wetterlage und allen Schneeverhältnissen zu geniessen. Andere wiederum sind ebenso begeisterte, aber passive Wintersportfans und verfolgen ihre bevorzugten Sportereignisse lieber als Zuschauer. Von Skifahren über Freeriding bis hin zu Schlittschuhlaufen und Curling, alle Disziplinen haben in der kalten Jahreszeit ihre Fangemeinde. Wen wundert’s also, dass international bekannte Top-Skigebiete kontinuierlich und einfallsreich ihre Pisten- und Loipenkilometer erweitern, neue Winterspazierwege ausschildern sowie attraktive, neue Aprèski- Treffs eröffnen. Der Trend Richtung Angebotsvielseitigkeit treibt unaufhaltsam neue Blüten. Regionale Tourismusvereine, Bergbahnbetreiber, Hotel- und Restaurantbesitzer überbieten sich gegenseitig mit Eventideen. So müssen sich ihre Gäste auf, neben und abseits der Piste niemals langweilen. Auch wenn’s regnet oder schneit.

So wurde beispielsweise Zermatt (vor Lech und Ischgl) kürzlich von der Handelszeitung zum vierten Mal in Folge zum sportlichsten Wintersportgebiet ernannt. Gstaad (vor St. Moritz und dem französischen Megève) zum Vielfältigsten und Gröden in den Dolomiten (vor Arosa und Lenzerheide) zum familiärsten Skigebiet ernannt. Allesamt bieten diese Bergorte offenbar genau das, was sich versierte Pistenhasen, unerschrockene Freerider, Geniesser schneebedeckter Bergkulissen sowie Kinder für den Spass im Schnee wünschen.

Mehr, länger, höher, lustiger

Die Liste, was es landauf landab und in den beliebten Nachbar-Skigebieten ausser dem schon fast lapidaren Skipistenfahren zu erleben gibt, wird von Jahr zu Jahr länger. In Spittal in Kernten gibt’s beispielsweise immer freitags am Goldeck das «Early Morning Skiing» für Frühaufsteher. Inbegriffen ist zudem ein Frühstück im Alpengasthof nach den ersten Schwüngen. In St. Moritz starten bei Vollmond nächtliche Sonderfahrten im Panoramawagen bis nach Alp Grüm. Am Ziel wartet ein Gletscherfondue. Die Flumserberge geben mit der «SnowBike NightRide» wiederum an drei Freitagabenden für zwei Stunden die Pisten von Prodalp nach Tannenheim für Fat-und Mountainbiker (mit Stollenpneus) frei. Action und anschliessender Apéro-Bike bei der Talstation sind Programm.

Die Liste, was es landauf landab und in den beliebten Nachbar-Skigebieten zu erleben gibt, wird von Jahr zu Jahr länger.

In Grindelwald begeistern der «Big Pintenfritz» für eine 15 km lange rasante Schlittenfahrt und bespassen der «White Elements Snowpark» auf dem First mit zwei Parks und der neuen Halfpipe die Freeski und Snowboard Community. Andermatt hat rechtzeitig zum Saisonbeginn sein Skigebiet aufgepeppt und verbindet seine Wintersportanlagen kantonsgrenzen-überschreitend mit einer Gondel zur Skiarena Andermattt-Sedrun. Die Gondelbahn zwischen Oberalppass und Schneehüenerstock folgt. Bis es soweit ist, spurt die Matterhorn-Gotthard-Bahn.

Im Berner Oberland spannen die vier grössten Skidestinationen mit einem gemeinsamen Saisonabonnement zusammen. Die Skiregionen Jungfrau, Adelboden-Lenk, Meiringen-Hasliberg und Gstaad bietet damit freie Fahrt auf 666 Pistenkilometern. Was für ein Komfort! Für Familien, die die Freude in den Augen ihrer Kinder in die Berge treibt, gibt es weiterhin genügend kleinere übersichtliche Skiorte für einen ebenso gelungenen Ausflug ins Wintervergnügen. Im Tessin Airolo-Pesciüm, in St. Gallen der Atzmännig, Bergün in Graubünden, Braunwald im Glarnerland, die Ebenalp in Appenzell Innerhoden, in Freiburg der Jaunpass oder in Schwyz der Stoss, um einige zu nennen. Keine Bange, selbstverständlich muss keiner mit der eigenen Schaufel die Pisten präparieren!

Neben der Piste ist auf der Piste

Versprechen präparierte Pisten aller Längen und Schwierigkeitsgrade versierten Skifahrern und Snowboardern den ultimativen Kick, lieben es Freerider allerdings, sich im jungfräulichen Tiefschnee auszutoben. Bekannte Freeride-Zentren sind etwa Chamonix, Zermatt, das Kitzsteinhorn oder Mittenwald. Abseits kontrollierter und markierter Pisten locken immer wieder neue Strecken in tief verschneiten Wäldern, steilen Hanglagen, Schluchten und Geländekanten. Allerdings sollen Freerider nebst ihrem Können für die eigene Sicherheit und diejenige anderer gute Lawinen-Kenntnisse besitzen. Dadurch können sie die Gefahr von Schneebrettern an Gebirgshängen einschätzen. Ebenso gefragt ist Verantwortungsbewusstsein. Denn das attraktive «freie Fahren» hat auch negative Nebenwirkungen für Wildtiere und Natur. Durch menschliche Störungen können sie nicht mehr zur überlebenswichtigen Ruhe kommen. Neben der Piste ist eben nicht auf der Piste! Ausserdem: Ob es auf den markierten Pistenstrecken eine Promillegrenze gibt, ob Rechtsvortritt herrscht usw. gibt der Internationale Skiverband (FIS) in seinen aufgestellten zehn Verhaltensregeln vor, damit sich der Pistenspass nie in Frust verwandelt.

Text: Anita Bächli

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