18.5 C
Zürich
11 Juli 2020

AHV: In private Vorsorge investieren lohnt sich.

Die schweizerische Altersvorsorge steht auf drei Säulen. Die staatliche Vorsorge (AHV / Erste Säule), die berufliche Vorsorge (Pensionskasse / Zweite Säule) und die private Vorsorge (Dritte Säule).

Einer der wichtigsten Vorteile dieses «3-Säulen-Konzeptes» ist seine Stabilität. Sie basiert unter anderem auf der unterschiedlichen Ausgestaltung der drei Säulen. In der AHV zahlt man die von Arbeitnehmern und Arbeitgebern einbezahlten Beiträge umgehend in Form von Renten wieder aus («Umlageverfahren»). In der beruflichen wie auch in der privaten Vorsorge wird dagegen ein Altersguthaben geäufnet, welches bei der Pensionierung in eine Rente umgewandelt oder in Kapitalform bezogen wird («Kapitaldeckungsverfahren»).

Fonds bis 2030 geleert

Die AHV steht angesichts des sich verschlechternden Verhältnisses zwischen der Anzahl Beitragszahler und der Anzahl Rentenbezüger vor riesigen Herausforderungen. Kamen im Jahr 2010 noch rund 3,7 Erwerbstätige für einen Rentenbezüger auf, werden es im Jahr 2030 nur noch 2,3 Erwerbstätige sein. Der Grund dafür ist, dass in dieser Zeit die geburtenstärksten Jahrgänge das Pensionsalter erreichen. Ohne Gegenmassnahmen schreibt die AHV in den nächsten Jahren rasch steigende Verluste – und der AHV-Ausgleichsfonds, der aktuell einen Stand von rund 46 Milliarden Franken erreicht, wird bis 2030 geleert sein.

Die AHV steht angesichts des sich verschlechternden Verhältnisses zwischen der Anzahl Beitragszahler
und der Anzahl Rentenbezüger vor riesigen Herausforderungen.

Im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge gilt der BVG-Umwandlungssatz von 6,8 Prozent. Dieser ist angesichts der deutlich gestiegenen und weiter steigenden Lebenserwartung sowie sinkender Anlagerenditen aufgrund der tiefen Zinsen deutlich zu hoch. Er führt dazu, dass die Pensionskassen für die Finanzierung der laufenden Renten die aktiven Versicherten belasten müssen. Dies steht mit dem System der zweiten Säule im Widerspruch. Die Oberaufsichtskommission «Berufliche Vorsorge» bezifferte diese Umverteilung kürzlich auf 7 Milliarden Franken pro Jahr, was rund 1’700 Franken pro versicherte Person und Jahr entspricht.

Zahlreiche Länder planen Reformen

Das schweizerische «3-Säulen-Konzept» hat sich in der Vergangenheit bewährt. Seine Vorteile kommen jedoch nur zum Tragen, wenn jede der drei Säulen stabil ist. Um die Stabilität der 1. und 2. Säule sicherzustellen, sind strukturelle Anpassungen zwingend. Für die AHV ist eine Anpassung des Rücktrittsalters nach oben also unumgänglich, für die berufliche Vorsorge die rasche Senkung des BVG-Umwandlungssatzes. Je länger diese Massnahmen aufgeschoben werden, desto mehr wird das System destabilisiert. Und die finanziellen Lasten werden auf die nachfolgenden Generationen verschoben. Allerdings haben im Gegensatz zur Schweiz zahlreiche Länder strukturelle Reformen der Altersvorsorge in Angriff genommen. Solange die Schweiz diese Reformen aufschiebt, wird das während Jahrzehnten als vorbildlich geltende schweizerische Vorsorgesystem im internationalen Vergleich immer mehr an Attraktivität einbüssen.

Angesichts dieser Ausgangslage ist es empfehlenswert, sich bewusst um die 3. Säule, also die private Vorsorge zu kümmern, und die Altersvorsorge eigenverantwortlich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten zu optimieren – und dabei gleichzeitig Steuern zu sparen.

Text: Adrian Gröbli

Lesen Sie mehr.

«Learning by Doing» oder wie geht Erziehung?

Mütter sind heutzutage beste Freundinnen und Väter treue Konzertbegleiter. Das Verhältnis zwischen Eltern und Kind hat sich verändert und deshalb ist das Thema Erziehung aktueller denn je.

Für die E-Logistik ist der kurze Weg das Ziel

Auch die Logistik für den E-Commerce ist von der Digitalisierung betroffen. Automatische Roboter verwalten die Lager und Tracking-Software informiert, wo sich die Objekte befinden. Doch wie sehen die Entwicklungen für Versandlieferungen unterwegs aus?

Bewusster Tourismus als Zukunftsmodell

Die Welt liegt uns zu Füssen: Grenzen werden aufgelöst, die Mobilität steigt und der zunehmende Wohlstand erlaubt es Hinz und Kunz, ihre Reiseträume ausschweifend zu verwirklichen. Welche Auswirkungen hat dies auf den Tourismus in der Zukunft?

Wellness zu Hause

Was gibt...

Mit Schnellladestationen zur schweizweiten Elektromobilität

Rund 15 von insgesamt 40 Millionen Tonnen CO2 wurden im Schweizer Strassenverkehr im Jahr 2016 ausgestossen. Das soll sich ab 2020 aufgrund der neuen CO2-Emissionsvorschriften der EU auch für die Schweiz mehrheitlich ändern. Was wenige wissen: Dank der Elektro-mobilität würde die Schweiz ihre ehrgeizigen CO2-Ziele erreichen. Damit sich diese Mobilitätsform in der Schweiz auch durchsetzt, ist ein national aufgebautes Schnellladenetz unentbehrlich.

Archiv.

Hochzeiten gewinnen an Individualität

Die heutige Zeit wird immer schneller und digitaler. Gerade deswegen vertrauen wir stärker als je zuvor in die Gemeinsamkeit und in die Ehe.