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29 März 2020

Digitalisierung verändert den Immobilienmarkt.

Die Digitalisierung ist auch in der Immobilienwirtschaft angekommen.
Vor allem Startups nutzen die neuen Technologien, um den Markt mit neuen Geschäftsmodellen zu erobern. 

Wer sein Haus oder seine Eigentumswohnung verkaufen will, realisiert schnell einmal, dass es ziemlich mühsam und aufwändig sein kann, den richtigen Käufer zu finden. Da kann es sinnvoll sein, sich von einem Immobilienmakler beraten zu lassen, der seine Erfahrung einbringt, den Wert des Objekts schätzt, die Werbung übernimmt, Besichtigungen durchführt und dann – ein wichtiges Argument der Makler – dank seinem Netzwerk auch einen höheren Verkaufspreis erzielt, der seine Kosten auch gleich mit deckt.

Dabei hat man die Qual der Wahl. Rund 4000 Maklerinnen und Makler bieten in der Schweiz ihre Dienste an. Nicht alle sind gut ausgebildete Profis – viele versuchen sich auch nebenberuflich als Immobilienmakler. Deshalb ist bei der Auftragsvergabe Vorsicht geboten. Wer dieses Vermittlungsgeschäft betreibt, muss auch einiges an Fachwissen mitbringen – etwa über baurechtliche Fragen, Bau- und Zonenordnungen, Unterhalt, Renovationen, Steuern oder Finanzierung.

Diese Beratungskompetenz hat ihren Preis: Üblich ist in der Schweiz eine Maklerprovision in der Höhe von drei Prozent des Verkaufspreises. Nur bei sehr teuren Liegenschaften werden ab und zu tiefere Sätze angewendet. Bei einem Objekt, das für 1,5 Millionen verkauft wird, sind das immerhin 45 000 Franken.

Startups meist günstiger

So kann es sinnvoll sein, nach günstigeren Alternativen zu suchen. Auch in der Immobilienbranche stellt die Digitalisierung die klassischen Geschäftsmodelle zunehmend auf den Kopf. Viele Startups bringen mit neuen Angeboten Bewegung in den Markt und decken viele Dienstleistungen digital ab. Deshalb lohnt es sich sicher, zumindest zu prüfen, ob man mit der Unterstützung dieser Plattformen den Hausverkauf ohne die Unterstützung eines klassischen Maklers wagen kann. Vor allem auch weil die Startups hinter den digitalen Plattformen im Vergleich zu den üblichen Maklerprovisionen meistens günstigere Preise anbieten. Viele verrechnen für die Nutzung der Tools und letztendlich für einen erfolgreichen Verkauf einen fixen Betrag, der aufgrund des Verkaufspreises festgelegt wird. Andere gehen noch einen Schritt weiter und schlagen die Vermittlungskosten auf den Verkaufspreis. So sind sämtliche Dienstleistungen für den Verkäufer gratis. 

Mit dem Begriff Proptech wird die digitale Transformation der Immobilienbranche bezeichnet; Firmen, die digitalisierte Lösungsansätze für neue und bestehende Problemstellungen in der Immobilien- und Bauwirtschaft entwickeln und umsetzen. Sie bieten neue Produkte und initiieren Dienstleistungen für Geschäftsprozesse der gesamten Immobilienwirtschaft. Auf dieser Basis decken immer mehr Startups bereits viele Dienstleistungen ab: Sie vereinfachen die Aufgaben von Immobilienverwaltungen, helfen beim Projektmanagement von Bauprojekten oder analysieren die Ökologieeffizienz eines Gebäudes. Gefragt sind vor allem Dienstleistungen, die helfen, geeignete Miet- und Kaufobjekte zu finden. Sie greifen damit nicht nur den Immobilienmakler unter die Arme – auch wer privat und ohne fachliche Unterstützung den Hausverkauf wagen will, kann sich mit vielen Tools wichtige Informationen und damit die nötige Transparenz verschaffen.

Digitaler Vermittlungsprozess

So unterstützen sie beispielsweise dabei Kaufobjekte zu finden. Gibt man auf der Internetplattform das persönliche Suchprofil ein, schlägt das System geeignete Objekte vor. Das sogenannte Matching Score weist aus, wie gut die vorgeschlagenen Wohnungen oder Häuser zu den erfassten Wünschen und Anforderungen passen. Apps unterstützen Interessenten von Renditeliegenschaften darin, Objekte zu analysieren und erstellt dazu das passende Kaufprofil von Investoren. Das macht den Vermittlungsprozess nicht nur schneller, sondern auch günstiger.

Die Digitalisierung schafft Instrumente, die den Immobilienverkauf und die Vermietung zielführend unterstützen können. Der persönliche Kontakt unter den Geschäftspartnern werden sie in nächster Zukunft noch nicht ersetzen können. So kann die erste Bewertung der Immobilie mit einem einfachen, generellen Tool berechnet werden. Wer aber den präzisen Marktwert erfahren will, muss das Haus, die Wohnung vor Ort schätzen lassen.  Virtual Reality bietet heute schon neue und attraktive Möglichkeiten, eine Immobilie erlebbar zu machen. Vielseitige Präsentations- und Veranschaulichungsmittel ermöglichen dem Interessenten realitätsnahe Einblicke in eine Immobilie, lassen ihn diverse Ausbau- und Möblierungsszenarien durchspielen und unterstützen ihn letztlich bei der Kauf- oder Mietentscheidung. Aber letztlich will der Käufer / die Käuferin sich vor Ort vom Objekt und der Umgebung überzeugen. 

Wer privat und ohne fachliche Unterstützung den Hausverkauf wagen will, kann sich mit vielen Tools wichtige Informationen und damit die nötige Transparenz verschaffen.

Ganzheitliches Immobilienmanagement

Die Probtech-Startups, gemäss den Angaben der Bank Crédit Suisse gibt es in der Schweiz bereits über 200 davon, konzentrieren sich aber nicht nur auf den Kauf und Verkauf von Immobilien. So gibt es Geschäftsmodelle, die die ganze Büroinfrastruktur digitalisieren. Der Zugang zum Gebäude, das Licht, Internet oder die Klimaanlage – die gesamte Ausstattung wird automatisiert und übers Internet steuerbar. Das Startup liefert Daten, mit denen die Kunden ihre Gebäude effizienter betreiben können. Diese Technologie hilft auch dabei, wenn ungenutzte Büroräume weitervermietet werden müssen – beispielsweise mit Schnittstellen zu den gängigen Immobilienplattformen im Internet.

Die Möglichkeiten der Digitalisierung stehen in der Immobilienbranche, trotz der rasanten Entwicklung, erst am Anfang. Sie ist aber nur ein Megatrend im Rahmen des tiefgreifenden Wandels in den kommenden Jahren. Die Urbanisierung, der sozio-demografische Wandel und das nachhaltige und verdichtete Bauen sind die wichtigsten Treiber des Strukturwandels. Nicht nur als Bedrohung – diese Transformation der Immobilienwirtschaft ist auch eine Chance für neue Geschäftsmodelle, die diese Veränderungen auffangen.  

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