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13 Juli 2020

Die zehn schlimmsten Kondommythen.

Präservativ, Pariser, Überzieher, Präser, Gummi, Lümmeltüte – Umschreibungen für das klassische Kondom gib es viele. Zum Tag des Kondoms, dem 14. Februar, haben wir einige Fakten zusammengetragen um Licht ins Dunkel der schlimmsten Kondommythen zu bringen.

1. Massageöl, Vaseline und Bodylotion tun’s als Gleitmittel auch

Nein, bitte nicht! Es ist sehr wichtig, dass jegliche Öle und Fette von Kondomen ferngehalten werden. Auch Gleitmittel die Fette enthalten – beispielweise japanische oder amerikanische – haben auf Kondomen nichts zu suchen. Mehr als gedacht wissen es nicht: Fett- oder ölhaltige Gleitmittel, Massageöle oder Cremen greifen Latexkondome an! Sie wirken, einfach ausgedrückt, als Lösungsmittel und heben die intermolekularen Wechselwirkungen auf. Dadurch geht die mechanische Stabilität flöten. Mit anderen Worten: Öl löst Latexkondome in ihre Bestandteile auf.

Fett- oder ölhaltige Gleitmittel, Massageöle oder Cremen greifen Latexkondome an!

2. Kondome sind aus Gummi

Nein, das ist falsch, denn «Gummi» ist eine unzutreffende Bezeichnung. Zumindest Latexkondome sind nicht aus Gummi sondern aus Kautschuk, dem Saft des Kautschukbaums. Simpel ausgedrückt wird beim Herstellungsprozess ein Formkörper in flüssiges Naturkautschuklatex getaucht. Anschliessend wird das so aufgetragene Kondom «vulkanisiert», also getrocknet. Zum Schluss – nach einigen Zwischenschritten wie Waschen, Pudern und Trocknen – wird es auf seine Qualität geprüft, aufgerollt und verpackt. Überraschung?

3. «Kondome passen bei mir nicht.»

Davon gehen tatsächlich viele aus, es ist aber völliger Blödsinn. Kondome – genau wie Schuhe oder Kleider – haben Grössen, die je nach Penisumfang ausgewählt werden müssen. Sind Kondome unbequem oder störend, liegt es zumeist daran, dass die falsche Grösse gekauft wurde.

Kondome – genau wie Schuhe oder Kleider – haben Grössen

Messen geht ganz einfach: Man(n) nehme ein Nähmassband zur Hand und messe den Umfang an der Basis (da wo das Kondomende hingehört). Kondomgrössen werden in Breiten von 47 bis 69 angegeben. Das europäische Normkondom misst in der Breite 52 mm.

Es gibt 2 Kondomgrössen die kleiner als Standardkondome sind:

9,6 – 10,2 cm Umfang: Breite von 47 mm = Kondomgrösse 47
10,2 – 10,8 cm Umfang: Breite von 49 mm = Kondomgrösse 49

Die Standardgrösse
10,8 – 11,4 cm Umfang enstprich der Kondomgrösse 52, welche die europäische Standardkondomgrösse ist.
Ein nicht weiter gekennzeichnetes Kondom ist in der Regel 52 mm breit. Der Mythos, dass Kondome generell nicht passen, entsteht dadurch, dass diese Standardgrösse logischerweise nicht bei allen passen kann!
Es gibt 9 Kondomgrössen die grösser als Standardkondome sind:
Umfang Breite Kondomgrösse
11,0 – 11,6 cm 53 mm 53 
11,4 – 12,0 cm 54 mm 54 
11,6 – 12,2 cm 55 mm 55 
11,8 – 12,4 cm 56 mm 56 
12,0 – 12,6 cm 57 mm 57 
12,2 – 12,8 cm 58 mm 58 
12,6 – 13,2 cm 60 mm 60 
13,2 – 13,8 cm 64 mm 64 
13,8 – 14,4 cm 69 mm 69 

4. Kondome halten alles aus

Ja, schon. Betrachtet man jedoch die Behandlung der kleinen Überzieher, welche durch diese Aussage gerechtfertigt werden soll, ist das klar falsch! Die hauchzarten Präservative sind zwar sehr robust, aber es gibt einiges, das ihnen schaden kann. Sie der Hitze, Kälte oder Reibung aussetzen, im Auto zu lassen oder ewig im Portemonnaie herumzutragen: Kondom-Todsünden! Auch mit Fingernägeln und Zähnen sollte nur mit Vorsicht an der dünnen Überziehern gewerkt werden.

5. Bei Kondomen muss nur auf Latexallergie geachtet werden

Jein. Die zwei häufigsten Probleme bei allergischen Reaktionen  sind Latexallergien und eine Empfindlichkeit auf Inhaltsstoffe des Gleitmittels. Für Latexallergiker sind Kondome aus Polyethylen, Polyurethan oder Polyisopren eine mögliche Alternative. Wer auf das Glycerin in wasserbasierten Gleitmitteln reagiert, ist mit dem Griff zu gepuderten Kondomen gut beraten.

Die zwei häufigsten Probleme […] sind Latexallergien und eine Empfindlichkeit auf Inhaltsstoffe des Gleitmittels.

6. Kondome aus Naturkautschuk sind vegan

Kondome mit Weichmachern aus tierischen Produkten gelten als nicht vegan. Im Herstellungsprozess wird das Milchprotein Kasein zur Verarbeitung des rohen Kautschuks verwendet. Im Endprodukt selbst sind keine Milchproteine mehr enthalten. Wird Kasein während der Herstellung angewendet, gelten Kondome als nicht vegan. Vegane Alternativen, die pflanzliche Weichmacher statt Kasein enthalten, sind mittlerweile gut erhältlich.

7. Lustige Scherzkondome können benutzt werden

Leider nein. Wir alle kenne diese bunten Party-Gags: Kondome in der Form von Bienen oder witzigen Tierchen mit Fühlern. Die meisten sind nicht für sicheren Sex gedacht. Generell sollte gelten: Alles ohne Gütesiegel kommt nicht in die Tüte – oder ins Bett.

8. Kondome sind nur für eines gut: Penisse einpacken

Mitnichten! Erstens wird aus einem Standardkondom mit ein paar Handgriffen ganz schnell ein so genanntes «Dental Dam». Das ist ein Oralschutztuch aus Latex. Einfach zuerst die Spitze des Kondoms abschneiden. Danach den so entstandenen offenen Kondomschlauch an einer Seite durchkappen. Das ganze dann aufrollen und voilà: ein Dental Dam. Wer jetzt komplett verwirrt guckt, kann sich hier die Anleitung anschauen.

Aus einem Standardkondom wird mit ein paar Handgriffen ganz schnell ein «Dental Dam»

Darüber hinaus müssen zweitens auch Spielzeuge nicht exzessive, sondern nur kleine Putzaktionen durchstehen, wenn sie immer schön in Lümmeltütchen eingepackt wurden.

9. Das Ablaufdatum auf Kondomen ist ein Richtwert

Definitiv nicht. Okay? Kurzum: Standardkondome mit einem Ablaufdatum, welches in der Vergangenheit liegt, sind nicht mehr sicher. Unter Umständen können sie beim Auspacken auch ziemlich übel riechen, weil das Gleitmittel schlecht wurde.

10. Kondome sind doof

Nein. Punkt.

Text: Jo Widmer

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