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Zürich
18 Januar 2020

Nachhaltiges Wirtschaften ist mehr als CO2-Reduktion.

«Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!» Die Klimastreik-Bewegung war nicht zu überhören im letzten Jahr. Und dies völlig berechtigt: Wir setzen mit unserem Verhalten die Zukunft des Menschen aufs Spiel. Der Klimawandel führt bereits jetzt dazu, dass es häufiger zu extremen Wetterereignissen kommt – auch in der Schweiz. So kämpfen die Skigebiete mit fehlendem Schnee und das Mittelland mit einer steigenden Anzahl von Hitzetagen. Gleichzeitig verfehlen die Staaten – inklusive der Schweiz – immer wieder die vereinbarten Ziele. Ein Beispiel ist die Reduktion der CO2-Emissionen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. 

Nicht zuletzt dank der Demonstrationen scheint das Bewusstsein für die Dringlichkeit des Themas bei der Bevölkerung gestiegen zu sein. Die Ergebnisse der Wahlen sprechen dafür. Was jedoch nicht vergessen gehen sollte: Der Klimawandel ist kein isoliertes Phänomen, dem allein entgegenwirkt werden kann, indem man CO2-Emissionen reduziert, und dann ist alles wieder gut. 

Um wahrhaft nachhaltige Lösungen zu finden, ist es unumgänglich, diese Zusammenhänge zu beachten und gegebenenfalls zu antizipieren.

Sunna Seithel

Wir stossen mit unserer Lebensweise nicht nur immer mehr CO2 in die Atmosphäre. Dank uns gibt es auch immer weniger Pflanzen, die dieses CO2 aufnehmen könnten. Selbst wenn der Klimawandel irgendwann «gestoppt» werden würde, würde es dem Menschen nicht besser gehen, wenn stattdessen der Rest der Umwelt hochgradig gestört ist. Zusätzlich zu einer «Klima-Krise» kann man also auch von einer «Biodiversitäts-Krise» sprechen. Wenn die Bestreitung des Lebensunterhalts schwieriger wird, zum Beispiel bedingt durch Dürre, wird zudem der Ausbruch von bewaffneten Konflikten begünstigt, was wiederum dazu führt, dass die Menschen aus den betroffenen Ländern gezwungen sind in andere Regionen zu migrieren, zum Beispiel nach Europa.

Um wahrhaft nachhaltige Lösungen zu finden, ist es unumgänglich, diese Zusammenhänge zu beachten und gegebenenfalls zu antizipieren. Dies gilt jedoch nicht nur für Staaten, sondern auch für Unternehmen. Um zukunftsfähig zu sein, braucht es mehr als die Kompensation von CO2

Als Teil der Gesellschaft tragen Unternehmen Verantwortung für die Auswirkungen ihrer Tätigkeiten auf Gesellschaft und Umwelt. Gleichzeitig bietet die Beschäftigung mit diesen Themen Unternehmen aber auch enorme Chancen – wie Sie in dieser Ausgabe von Fokus sehen werden. Knapper werdende Ressourcen führen zum Umdenken. Neue Geschäftsmodelle, wie zum Beispiel im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft, ermöglichen ihnen jedoch, auch in Zukunft zu bestehen – und dabei nicht die natürlichen Ressourcen, sondern ihre Abhängigkeit von ihnen zu reduzieren.

Die Lieferketten von Unternehmen sind von den heutigen Herausforderungen meist besonders betroffen. Wenn es bewaffnete Konflikte im Ausland gibt, der Rhein aufgrund des Klimawandels zu viel oder zu wenig Wasser führt, sodass die Schiffe nicht fahren können, oder es neue gesetzliche Anforderungen gibt, dann kann das gravierende Folgen für das Geschäft haben. Unternehmen, die sich dieser Herausforderungen bereits heute annehmen, können sich dadurch auch einen grossen Vorsprung im Markt erarbeiten.

Sie, liebe/r Leser/in, wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Die «Sustainable Development Goals» (SDGs) und begleitende Leitfäden wie der SDG Compass zeigen auf, wo es globale und nationale Brennpunkte gibt. Anhand der SDGs können Unternehmen ermitteln, wo sie etwas bewirken können, sich Ziele setzen, Massnahmen entwickeln und über ihre Aktivitäten berichten. Auch als Privatperson kann man seinen Teil zur nachhaltigen Entwicklung beitragen: 

Die «Good Life Goals» (goodlifegoals.org) bringen Übersicht in die Fülle an Handlungsanweisungen, die man heutzutage für mehr Nachhaltigkeit erhält. Damit es keine Entschuldigung mehr gibt, nicht direkt heute anzufangen.

Text: Sunna Seithel, Verantwortlich für die Kommunikation bei öbu, dem Verband für nachhaltiges Wirtschaften

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