1.1 C
Zürich
4 April 2020

Stehen für die Gesundheit.

Roy Salveter, Leiter Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten Bundesamt für Gesundheit BAG

Aufstehen? Für viele Menschen frühmorgens oft eher Qual als Wahl. Tagsüber sollte man aber immer öfter aufstehen. Denn generell sitzen Schweizerinnen und Schweizer während des Alltags zu viel. Im Büro, im Auto oder Zug, am Esstisch oder vor dem Fernseher: Bis zu durchschnittlich 15 Stunden täglich verbringen Menschen den Tag sitzend.

Viel sitzen ist ungesund

Das ständige Sitzen hat Folgen für die Gesundheit. Nach einem langen Tag im Bürostuhl schmerzt beispielsweise der Rücken – eine unmittelbare und negative Auswirkung des Sitzens. Weniger offensichtlich sind hingegen die negativen Folgen auf das Herz-Kreislaufsystem, das Immunsystem oder das Gedächtnis. Studien zeigen deutlich: Sitzen verkürzt das Leben. Langes Sitzen ist ein Risikofaktor für Diabetes, Herzerkrankungen, Krebs, Entzündungen und psychische Erkrankungen. 

Mit regelmässigem Aufstehen tun wir uns mehr Gutes, als ich aufzählen kann.

Roy Salveter, Leiter Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten Bundesamt für Gesundheit BAG
Den Alltag stehend gestalten

Was kann man also dagegen tun? Regelmässig Sport treiben? Viel Bewegung durch Sport ist wichtig. Doch das lange Sitzen wird so allerdings nicht ausgeglichen. Entscheidend ist, das Sitzen immer wieder zu unterbrechen.

Konkret heisst das, immer wieder aufzustehen. Das geht bereits mit ganz alltäglichen Handlungen wie Einkaufen, Kochen, Haushalten, Gärtnern oder Spazieren. Aufstehen lässt sich auch problemlos in den Büroalltag integrieren: Statt eine E-Mail zu schreiben, lieber persönlich der Kollegin etwas mitteilen. Anstelle einer klassischen Sitzung den Kollegen ein Steh-Meeting schmackhaft machen. Geräte wie die Kaffeemaschine oder den Drucker, welche mehrmals täglich genutzt werden, lassen sich in einem anderen Raum platzieren. Oder man stellt den Papierkorb in die andere Ecke des Raumes. So muss man hingehen oder zumindest aufstehen, um den Abfall per Luftweg zu versenken. Wem Korbball weniger liegt, kann auch einfach eine Flasche Wasser auf den Schreibtisch stellen und viel trinken. Denn auch der Gang zur Toilette ist eine gute Sitzunterbrechung. 

Das Stehen tut dem Körper gut

Das Stehen soll nicht als eine lästige Angelegenheit betrachtet werden. Oftmals sucht man nach kurzer Stehzeit bereits eine Sitzgelegenheit, anstelle durchzuhalten. Ob in einer Warteschlange, im Bus oder bei einem Stehempfang – das Stehen ist eine willkommene Pause vom Sitzen. Für die nächste Busfahrt empfiehlt es sich also, den Sitzplatz jemand anderem zu überlassen.

Unser Körper braucht Bewegung. Mit regelmässigem Aufstehen tun wir uns mehr Gutes, als ich aufzählen kann: Es verbessert unsere Stimmung, unsere Wahrnehmung, die Konzentration und die Gedächtnisleistung. Es ist gut für das Immunsystem, die Lunge und für das Herz. Aufstehen schützt Knochen und Gelenke und erhält die Funktion der Muskulatur. Es schützt gar vor Blutgerinnseln, die einen Hirnschlag verursachen können. 

Am besten testen Sie selbst, wie gut Ihnen das Aufstehen tut. Falls Sie diese Zeilen sitzend gelesen haben, wäre jetzt die Gelegenheit dazu.

Text: Roy Salveter, Leiter Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten Bundesamt für Gesundheit BAG

Mehr Tipps: www.bag.admin.ch/auf-stehen

Lesen Sie mehr.

Sprachen lernen rund um den Globus

Im 21. Jahrhundert nur eine Sprache zu sprechen, ist in der Schweiz beinahe undenkbar. Immer mehr Sprachschulen haben es sich zum Ziel gemacht, Schüler und Erwachsene in fremde Länder zu bringen, um ihre Sprachkenntnisse aufzubessern. Welche Destinationen bei welcher Zielgruppe anklang finden, hat «Reisen» herausgefunden.

Die Herausforderungen einer digitalen Produktion

Mit der digitalen Revolution kommen neue Herausforderungen, aber auch neue Chancen auf die Schweizer Produktionswirtschaft zu. Standards und gute Bildung sorgen für eine erfolgreiche Implementierung der Industrie 4.0.

Wird der Fachkräftemangel zur Innovationsbremse?

Der Fachkräftemangel ist seit Jahren das Schreckgespenst der Wirtschaft. Eine Untersuchung des SECO zeigt, dass es sich dabei um ein äusserst reales Problem handelt. Mit äusserst realen Auswirkungen auf die KMU.

Die digitale Zukunft des Gebäudes

Digitale Innovationen machen auch vor Gebäuden nicht halt: Die Gebäudeautomation steigert nicht nur Wohn- und Arbeitskomfort, sondern trägt auch massgeblich dazu bei, Ressourcen zu schonen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und werden zukünftig über die Grenzen der Gebäudehüllen hinausragen.

Adoption – kein Wunschkind in Indien, dafür hier

Als Rebecca W. sechs Monate alt war, wurde sie von einem Schweizer Ehepaar aus einem Heim in Indien adoptiert. Mittlerweile ist sie 25 Jahre alt, studiert Jura und führt ein glückliches, ganz normales Leben.

Effektiv gegen Einbrecher

Es gibt heute immer mehr Möglichkeiten, um eine Wohnung oder ein Haus vor unerwünschten Eindringlingen zu schützen. Welche sind am effektivsten?

Archiv.

Hochzeiten gewinnen an Individualität

Die heutige Zeit wird immer schneller und digitaler. Gerade deswegen vertrauen wir stärker als je zuvor in die Gemeinsamkeit und in die Ehe.