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Zürich
26 Januar 2021

Stehen für die Gesundheit.

Roy Salveter, Leiter Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten Bundesamt für Gesundheit BAG

Aufstehen? Für viele Menschen frühmorgens oft eher Qual als Wahl. Tagsüber sollte man aber immer öfter aufstehen. Denn generell sitzen Schweizerinnen und Schweizer während des Alltags zu viel. Im Büro, im Auto oder Zug, am Esstisch oder vor dem Fernseher: Bis zu durchschnittlich 15 Stunden täglich verbringen Menschen den Tag sitzend.

Viel sitzen ist ungesund

Das ständige Sitzen hat Folgen für die Gesundheit. Nach einem langen Tag im Bürostuhl schmerzt beispielsweise der Rücken – eine unmittelbare und negative Auswirkung des Sitzens. Weniger offensichtlich sind hingegen die negativen Folgen auf das Herz-Kreislaufsystem, das Immunsystem oder das Gedächtnis. Studien zeigen deutlich: Sitzen verkürzt das Leben. Langes Sitzen ist ein Risikofaktor für Diabetes, Herzerkrankungen, Krebs, Entzündungen und psychische Erkrankungen. 

Mit regelmässigem Aufstehen tun wir uns mehr Gutes, als ich aufzählen kann.

Roy Salveter, Leiter Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten Bundesamt für Gesundheit BAG
Den Alltag stehend gestalten

Was kann man also dagegen tun? Regelmässig Sport treiben? Viel Bewegung durch Sport ist wichtig. Doch das lange Sitzen wird so allerdings nicht ausgeglichen. Entscheidend ist, das Sitzen immer wieder zu unterbrechen.

Konkret heisst das, immer wieder aufzustehen. Das geht bereits mit ganz alltäglichen Handlungen wie Einkaufen, Kochen, Haushalten, Gärtnern oder Spazieren. Aufstehen lässt sich auch problemlos in den Büroalltag integrieren: Statt eine E-Mail zu schreiben, lieber persönlich der Kollegin etwas mitteilen. Anstelle einer klassischen Sitzung den Kollegen ein Steh-Meeting schmackhaft machen. Geräte wie die Kaffeemaschine oder den Drucker, welche mehrmals täglich genutzt werden, lassen sich in einem anderen Raum platzieren. Oder man stellt den Papierkorb in die andere Ecke des Raumes. So muss man hingehen oder zumindest aufstehen, um den Abfall per Luftweg zu versenken. Wem Korbball weniger liegt, kann auch einfach eine Flasche Wasser auf den Schreibtisch stellen und viel trinken. Denn auch der Gang zur Toilette ist eine gute Sitzunterbrechung. 

Das Stehen tut dem Körper gut

Das Stehen soll nicht als eine lästige Angelegenheit betrachtet werden. Oftmals sucht man nach kurzer Stehzeit bereits eine Sitzgelegenheit, anstelle durchzuhalten. Ob in einer Warteschlange, im Bus oder bei einem Stehempfang – das Stehen ist eine willkommene Pause vom Sitzen. Für die nächste Busfahrt empfiehlt es sich also, den Sitzplatz jemand anderem zu überlassen.

Unser Körper braucht Bewegung. Mit regelmässigem Aufstehen tun wir uns mehr Gutes, als ich aufzählen kann: Es verbessert unsere Stimmung, unsere Wahrnehmung, die Konzentration und die Gedächtnisleistung. Es ist gut für das Immunsystem, die Lunge und für das Herz. Aufstehen schützt Knochen und Gelenke und erhält die Funktion der Muskulatur. Es schützt gar vor Blutgerinnseln, die einen Hirnschlag verursachen können. 

Am besten testen Sie selbst, wie gut Ihnen das Aufstehen tut. Falls Sie diese Zeilen sitzend gelesen haben, wäre jetzt die Gelegenheit dazu.

Text: Roy Salveter, Leiter Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten Bundesamt für Gesundheit BAG

Mehr Tipps: www.bag.admin.ch/auf-stehen

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