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19 Januar 2021

Befinden sich Firmengeschenke auf dem absteigenden Ast?.

Sind Firmengeschenke eine gute Idee oder lediglich ein verstaubtes Relikt aus vergangenen Zeiten? Wer letzteres glaubt, ist auf dem Holzweg, denn Firmengeschenke lohnen sich durchaus. Doch damit dies auch gelingt, gilt es, sich an ein paar grundlegende Spielregeln zu halten.

Sich jedes Jahr den Kopf zu zerbrechen, was man der ganzen Familie schenken will, kostet schon Zeit – und das soll man nun auch noch für seine Angestellten tun? «Niemals, ich bin doch nicht der Weihnachtsmann!», mag sich manch einer denken. Zu Unrecht: Diese Tradition mag zwar veraltet erscheinen und verliert immer mehr Anhänger. Aber es ist eine effektive Möglichkeit, sich bei seinen Kunden und seinem Team zu bedanken und die Zusammenarbeit zu zelebrieren!

Ein Akt von Geben und Nehmen

Firmengeschenke haben auch andere Funktionen: Sich einem Kunden wieder ins Gedächtnis zu rufen, der die Dienste des Unternehmens in diesem Jahr weniger in Anspruch genommen hat, neue Kunden an sich zu binden oder einem unzufriedenen Kunden eine Art «Wiedergutmachung» zu schicken. Das Geschenk kann ein Gefühl der Verantwortlichkeit beschwören, wie Robert Cialdini in «Influence and Manipulation» schreibt. In der Soziologie meint S.-C. Kolm, Autor von «Theories of Reciprocity and Choice of Economic Systems», dass das Geschenk «ein elementarer Transfer von einer Person zur anderen» ist. Das Erhalten eines Firmengeschenks führt zu einer positiven Einstellung gegenüber dem Unternehmen. Ebenfalls spannend: Ein Geschenk fordert den Beschenkten im Gegenzug dazu auf, sich auch in Zukunft an das Unternehmen zu wenden.

Geschenke
Das Markenimage pflegen

Ein Geschenk trägt immer auch das Image des Unternehmens mit sich. Wenn es sich um ein Geschäftsgeschenk für die Weihnachtszeit handelt, muss es nicht unbedingt direkt mit dem Namen des Unternehmens personalisiert werden. Ein weniger «interessantes» Geschenk wird folglich mehr Wert haben als ein blosses «Goodie», das eher mit einem Werbeeffekt einhergeht. Die Absicht hinter dem Geschenk trägt ebenfalls massgeblich zu dessen Wert bei: Persönlich überreicht oder mit einer handgeschriebenen Notiz versehen, zeigt man so dem Gegenüber direkt, dass er einem wichtig ist.

Es gilt einige Fehler zu vermeiden: Ein zu billiges Geschenk vermittelt auch das Bild eines billigen Unternehmens – wo man doch einen guten Eindruck machen möchte! Ein gutes Beispiel ist ein Schreibtischset mit einem Plastikgefäss und einem dünnen Notizbuch. Auch das Credo «Weniger ist mehr» ist ein guter Rat: Wer wenigen Kunden qualitativ bessere Geschenke anbietet, trifft somit ebenfalls eine gute Wahl. 

Ein zu billiges Geschenk vermittelt auch das Bild eines billigen Unternehmens – wo man doch einen guten Eindruck machen möchte!

Nachhaltigkeit berücksichtigen – auch bei der Wahl der Geschenke

Und wenn wir schon von Qualität sprechen: Plastik und Einwegartikel sind zu vermeiden, besonders in Zeiten von «Fridays for Future»! Viele berücksichtigen im Zuge dessen bei ihren Einkäufen das Kriterium «ökologisch verantwortungsvoll». Wiederverwendbare und recycelbare Gegenstände sind aus ökologischer Sicht klar zu bevorzugen – und sie werden von denen, die sie erhalten, gegenüber «nutzlosen» Gegenständen bevorzugt!

Wer nebst Umweltfreundlichkeit auch seine soziale Ader unter Beweis stellen möchte, kauft seine Geschenke am besten bei Unternehmen, die einen Teil des Preises des Artikels für gute Zwecke spenden. Die zu Beschenkenden erhalten eine Karte mit dem Geschenk und der Spende. Dabei handelt es sich um Spenden, die in ihrem Namen an einen Verein getätigt werden und zur Unterstützung von Landwirtschaft, Tierhaltung oder Hilfsmassnahmen verwendet werden können.

Welche Strategie ist zu wählen?

Wer beschenkt wird: Grosskunden, renommierte Partner oder auch kleinere Kunden, sofern man über genügend Budget verfügt.

Der richtige Zeitpunkt: Die Urlaubszeit ist die schönste Zeit des Jahres. Firmengeschenke können aber genauso genutzt werden, um einen neuen Vertrag zu feiern, das Jubiläum einer Zusammenarbeit zu zelebrieren oder eine Entschuldigung für ein Missverständnis zu übermitteln.

Was: Originalität und Nützlichkeit sind das A und O!

  • Im Allgemeinen wird ein Geschenk umso mehr geschätzt, je seltener oder ungewöhnlicher es wahrgenommen wird.
  • «Goodies» können recht unpersönlich wirken. Hier ist besondere Vorsicht geboten!
  • Essen und Trinken: Zwar auf jeden Fall ein zeitloses Thema, aber es ist besser, sich ein wenig vorab zu informieren. Nicht, dass ein Veganer plötzlich ein Sortiment an Terrinen und Würstchen als Geschenk erhält!
  • Schreibutensilien, Stifte und Co.: Auch diese Art von Gegenständen ist ein gängiges Geschenk. Sie müssen sich jedoch durch ihre Qualität oder Originalität auszeichnen, um Eindruck zu machen.
  • Gepäckstücke und Textilien sind hingegen weniger verbreitet. Das kann eine gute Idee sein, aber man muss vorsichtig sein, was Geschmack und Farbe angeht!
  • Einladungen: Veranstaltungen, Essen, Events, Messen… Auch diese Art von Erlebnisgeschenken kann eine gute Wahl sein, vor allem, wenn ein Bezug zu der Branche besteht, in der das Unternehmen tätig ist.

Auch in einer zunehmend digitalisierten Welt hat ein kleines Geschenk einen symbolischen Wert und Kostenloses wird immer geschätzt!

Employer Branding richtig anwenden

Die Mitarbeitenden sind das Gesicht eines Unternehmens – auch wenn sie gerade nicht arbeiten. Wenn sich einer von ihnen über das Unternehmen beschwert, ist das Image bereits angekratzt. Im Wettbewerb um Talente spielen auch sie eine Rolle. Denn die Mitarbeitenden vermitteln bestimmte Botschaften nach aussen: Ist das Unternehmen ein guter Arbeitsort? Wenn ja, ist es auch einfacher, neue Talente anzuwerben! Eine Geste am Ende des Jahres wie zum Beispiel ein kleines Geschenk zeigt ihnen, dass ihre Fähigkeiten und ihr Einsatz geschätzt werden. Diese Anerkennung motiviert einen dazu, auch weiterhin sein Bestes zu geben. Dies kann ein Gegenstand, ein Gourmet-Korb oder ein Geschenkgutschein sein. Man kann auch einen Event organisieren, wie zum Beispiel ein Wichteln* im Unternehmen – eine gute Gelegenheit, den Zusammenhalt in Teams zu stärken!

Die Mitarbeitenden sind das Gesicht eines Unternehmens – auch wenn sie gerade nicht arbeiten.

Diese Tradition profitiert wiederum von einer vorteilhaften sozialen und steuerlichen Behandlung für den Arbeitgeber. Am besten, man spricht mit seinem Buchhalter darüber, und vergisst bei dieser Gelegenheit nicht, ihm auch eine kleine Schachtel Pralinen zu schenken!

*Wichteln: Eine angelsächsische Tradition, bei der man sich nach dem Zufallsprinzip Geschenke macht, beispielsweise in der Schulklasse oder auch im Büro. Das Los entscheidet, wen man heimlich beschenken darf.

Text & Übersetzung aus dem Französischen SMA

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