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11 April 2021

Dr. Matthias Leuenberger: «Die Schweiz ist einer unserer wichtigsten Standorte für Forschung und Entwicklung».

Dr. Matthias Leuenberger, Länderpräsident von Novartis Schweiz, spricht über die Vorzüge der Schweiz und betont die Wichtigkeit der Gleichberechtigung. 

Dr. Matthias Leuenberger, welche Vorteile hat der Standort Schweiz für Novartis?

Zu den Vorteilen gehören das liberale Wirtschaftssystem, die politische Stabilität, unser gutes Gesundheitssystem sowie das Bildungssystem. Da wir den Bedarf an Fachkräften nicht im Inland decken können, ist auch der einfache Zugang zu Talenten aus dem Ausland essenziell. Hier spielen die bilateralen Verträge und ein geordnetes Verhältnis zur EU eine wichtige Rolle. Die hohe Lebensqualität und das kompetitive Steuersystem sind weitere positive Standortfaktoren. Die Schweiz hat viele Stärken, aber es gilt, diesen Sorge zu tragen.

Die Schweiz gilt als Land der Innovationen. Was bedeutet das für die Forschung und Entwicklungen von Novartis?

Die Schweiz ist einer unserer wichtigsten Standorte für Forschung und Entwicklung. Im vergangenen Jahr haben wir hier rund 3,3 Milliarden Franken in diesen Bereich investiert. Das sind rund 40 Prozent unserer entsprechenden globalen Aufwendungen. Wichtig ist für uns aber auch die Zusammenarbeit mit externen Partnern aus dem akademischen und wissenschaftlichen Bereich. Mit ihren akademischen Instituten und einer aktiven Start-up-Szene spielt hier auch die Schweiz eine wesentliche Rolle. 

Welchen Beitrag leistet Novartis zum Umweltschutz?

Der Kampf gegen den Klimawandel ist Teil unseres Engagements für die Verbesserung der globalen Gesundheit. Unser Ziel ist es, die Ressourcen effizient zu nutzen und unseren ökologischen Fussabdruck weiter zu reduzieren. Hierzu haben wir uns ambitiöse Umweltziele gesetzt. So streben wir bis 2030 Neutralität beim Verbrauch von CO2, Wasser sowie Plastikabfall an. Bereits in den vergangenen Jahren haben wir den Verbrauch dieser Ressourcen signifikant reduziert.

Die Gleichbehandlung der Geschlechter umfasst für uns nicht nur den Grundsatz von gleichem Entgelt bei gleicher Arbeit. Gerade wenn es um Chancengleichheit geht, spielt auch eine gerechte Lastenverteilung in der Familie eine wichtige Rolle.

Dr. Matthias Leuenberger
Novartis gewährt Mitarbeitenden eine Elternzeit von 18 Wochen. Warum ist dem Unternehmen Elternzeit so wichtig?

Die Gleichbehandlung der Geschlechter umfasst für uns nicht nur den Grundsatz von gleichem Entgelt bei gleicher Arbeit. Gerade wenn es um Chancengleichheit geht, spielt auch eine gerechte Lastenverteilung in der Familie eine wichtige Rolle. Die Elternzeit von mindestens 18 Wochen gibt unseren Mitarbeitenden unabhängig vom Geschlecht die Möglichkeit, das Wohlergehen ihrer Familien nach der Geburt oder Adoption eines Kindes zu unterstützen. Flexible Arbeitsbedingungen und Unterstützungsangebote bei der Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen sind weitere Schritte, mit denen wir dazu beitragen, dass sowohl Mitarbeiterinnen als auch Mitarbeiter ihr Potenzial voll entfalten können.

Sie haben sich dazu verpflichtet, bis 2023 ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis im Management herbeizuführen. Wie planen Sie, dieses Ziel zu erreichen?

Der Anteil der weiblichen Führungskräfte bei Novartis liegt momentan weltweit bei rund 45 Prozent. Bei unserer Zusage, im Management bis 2023 ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu erreichen und die Prozesse für Lohngleichheit und -transparenz weiter zu verbessern, sind wir auf Kurs. Wir haben zahlreiche Massnahmen, um qualifizierte Frauen für Novartis zu gewinnen und im Unternehmen zu fördern. Mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, der neuen Elternzeitrichtlinie und den verschiedenen Unterstützungsangeboten tragen wir dazu bei, dass Frauen eine gute Balance zwischen beruflichen und privaten Verpflichtungen finden können. 

Das Novartis-Werk in Stein hilft bei der Produktion des Pfizer-Impfstoffes gegen Covid-19 mit. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Jährlich werden in unseren Produktionsanlagen über 70 Milliarden Behandlungseinheiten hergestellt. Mit diesen Kapazitäten sahen wir uns in der Verantwortung, diese im Kampf gegen die Pandemie rasch nutzbar zu machen. Wir sind aktiv auf verschiedene Firmen zugegangen, um zu diskutieren, wie wir folglich die Herstellung von Impfstoffen unterstützen können. Wir arbeiten zurzeit daran, weitere Vereinbarungen zu treffen, um die Produktion von wichtigen Zusatzstoffen, Therapeutika sowie Abfüllung von Impfstoffen zu übernehmen. 

Was können Pharmaunternehmen aus dieser Pandemie lernen?

Es hat sich gezeigt, wie wichtig in einer Krise die Verlässlichkeit der internationalen Lieferketten ist. Hier ist es uns bisher auch unter schwierigen Bedingungen gelungen, die Versorgung der Patienten sicherzustellen. Auch hat sich die Bedeutung der Digitalisierung im Gesundheitswesen gezeigt. Ein Aspekt, der mich positiv stimmt:  Die Pandemie hat gezeigt, dass wir in einer Ära beispielloser wissenschaftlicher Fähigkeiten leben. Nur wenige Probleme sind unüberwindbar, wenn sich die staatlichen und privaten Akteure gemeinsam einer Herausforderung stellen. 

Warum setzt sich Novartis für das Freihandelsabkommen mit Indonesien ein?

Die Schweiz ist von Exporten abhängig und Freihandelsabkommen sind ein wichtiges Instrument für verbesserten Marktzugang in anderen Ländern. Indonesien ist ein wichtiger Wachstumsmarkt. Dank intensiver Verhandlungen konnten schliesslich pionierhafte Nachhaltigkeitsregeln in die Verträge aufgenommen werden. Es gibt weltweit kein anderes Abkommen, das solche Auflagen macht, denn zum ersten Mal gewährt die Schweiz einem Staat erleichterte Einfuhren nur, wenn die importierten Produkte wie Palmöl ökologische und soziale Standards erfüllen. Das Abkommen leistet daher einen wichtigen Beitrag zur ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklung vor Ort. 

Interview SMA

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