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11 April 2021

Flexible Bildung erlaubt allen einen Platz in der Supply Chain.

Supply-Chain-Management als übergreifendes Thema jedes Unternehmens befindet sich genauso in stetigem Wandel wie die Wirtschaft als Ganzes. Unabhängig der Länge entfalten Trends eine nachhaltige Auswirkung auf die Lieferketten. Was bedeutet das für die zukünftigen Fähigkeiten der Mitarbeitenden?

Natürlich ist die ganze Welt und alles, was darauf geschieht, ständigen Veränderungen ausgesetzt. Megatrends sowie kurz- und mittelfristige Phänomene beweisen ihre durchdringenden Einflüsse auf Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft. Derzeit sorgt vor allem das neue Coronavirus für Unsicherheiten in allen Lebens- und Tätigkeitsbereichen und zeigt schonungslos, welche Entwicklungen allenfalls aktiv beobachtet und antizipiert werden müssen. Eine Betrachtung aus bloss einer Perspektive reicht aber nicht aus, um eine erfolgreiche Zukunft zu ermöglichen. Das gilt besonders für das Supply-Chain-Management und Lieferketten, weil hier viele ineinandergreifende Bereiche sowohl überlappende als auch einzigartige Herausforderungen stellen. Die Veränderungen lassen sich aus verschiedenen Warten befragen, um die geeigneten Lösungsansätze für die Bereiche zu finden. Genauso lassen sich daraus Rückschlüsse ziehen, welche Fähigkeiten für die Menschen in der Wertschöpfungskette wichtig sind und sein werden.

Alte und neue Herausforderungen

Lieferketten sind höchstempfindlich auf Veränderungen der Nachfrage, wie sie in den Ausnahmesituationen der Pandemie verstärkt geschehen. Beispielsweise sind die Fragestellungen des Preisdrucks und der Qualitätssicherung seit Jahrhunderten Herausforderungen, die in der einen oder anderen Form präsent sind. Weitere Fokuspunkte ergeben sich durch die neueren Trends der Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Agilität. 2020 geriet vor allem auch die Verfügbarkeit durch das neue Coronavirus in den Mittelpunkt. So empfiehl die Credit Suisse in ihrer KMU-Studie des letzten Jahres, Lieferketten zu diversifizieren und verkürzen. Auf diese Weise sei man besser für allfällige Unterbrüche der Lieferketten gewappnet und erhält mehr Kontrolle. 

Alle Bereiche der Supply Chain unterstehen auch dem fortschreitenden Einfluss der Industrie 4.0. Die Automatisierung und Digitalisierung bieten neue Möglichkeiten, die Prozesse sicherer, widerstandsfähiger und kostengünstiger zu gestalten. Zudem erlauben Big Data sowie deren Aufbereitung eine detaillierte Analyse und somit auch eine Antizipierung zukünftiger Schwierigkeiten.

Neue Anforderungen an die Menschen

Diese tiefgreifenden Strömungen zeigen ihren Einfluss auch auf die Mitarbeitenden innerhalb der Lieferketten. Neue Möglichkeiten und Technologien in einem veränderten Umfeld bedingen angepasste Fähigkeiten. Analytisches Denken und Abstraktionsvermögen sind laut dem Karriereratgeber für die Bereiche Logistik und Supply-Chain-Management von ausbildung-weiterbildung.ch unerlässlich. Des Weiteren sind Soft Skills wie Organisationstalent und Kommunikation von Bedeutung. Durch die Digitalisierung sollten Mitarbeitende in der Lieferkette unbedingt auch technisches und digitales Verständnis mitbringen, vor allem im Umgang mit Daten.

Wie die Coronakrise aufzeigt, sind viele Bereiche des Supply-Chain-Managements anfällig für Pannen und Störungen. Aus diesem Grund ist es auch ratsam, dass Beteiligte umgehend auf unvorhergesehene Problematiken reagieren können, insbesondere wenn es sich um internationale Lieferketten handelt. Dahingehend ist es auch von Vorteil, wenn Mitarbeitende internationaler Lieferketten über eine gewisse Neugier an rechtlichen, versicherungstechnischen und steuerlichen Fragen verfügen. 

Die Akademisierung der Supply Chain

Fachkompetenzen und Soft Skills haben offensichtlich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Durch die anhaltenden Trends, die Wirtschaft und Gesellschaft beeinflussen, scheint es ratsam, sich auf zukünftige Anforderungen vorzubereiten. Denn zweifelsohne werden diese sich nicht nur wandeln, sondern auch weiterhin erhöhen. Laut «Logistik Heute» macht sich das in den Lebensläufen der derzeitigen Führungskräfte bereits bemerkbar. In der Gruppe der SCM-Mitarbeitenden verfügen in Deutschland 72 Prozent über einen Hochschulabschluss. Angesichts der komplexen Aufgaben überrascht es auch nicht, dass Abschlüsse auf diesem Bildungsniveau zu einer Voraussetzung von Berufseinsteigern geworden sind. Die Akademisierung ist aber keinesfalls nur auf Deutschland beschränkt. Auch in der Schweiz mehren sich die akademischen Aus- und Weiterbildungsangeboten an Hochschulen parallel zu den höheren Ansprüchen in der Supply Chain. Diese richten sich sowohl an das Supply-Chain-Management wie auch an spezifische Bereiche wie die Logistik oder die Beschaffung.

Die Schweiz im Vorteil

Im Gegensatz zum internationalen Umfeld hat die Schweiz als Standort allerdings ein Ass im Ärmel. Der duale Bildungsweg beweist sich vor allem in Sachen Supply Chain als ein förderndes Umfeld für interdisziplinäre Bereiche wie dieses. Denn Fachkräfte, die eine berufsbildende Lehre mit allfälligen fachlichen Weiterbildungen absolviert haben, bringen genauso wie Hochschulabsolvierende spezielle Fähigkeiten mit. Wenn die Belegschaft eine Mischung an unterschiedlichen Lebenswegen aufweist, kann das für das Supply-Chain-Management nur von Vorteil sein. Denn auch diese Form der Diversität fördert Innovation durch den Einbezug verschiedener Perspektiven.

Der duale Bildungsweg erlaubt auch Auszubildenden, sich individuell entsprechend den eigenen Talenten und Interessen einen Karrierepfad zu legen, ohne sich etwaige Optionen verbauen zu müssen. Denn der vielseitige Tätigkeitsbereich hat für alle Platz, die sich die Fähigkeiten erarbeitet haben, egal ob durch Studium, Lehre oder Weiterbildung. Die grosse Herausforderung ist eher, im zunehmenden Dickicht der Bildungsangebote das Passende zu finden.

Text SMA

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