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BIM Digitalisierung Bau & Immobilien

Die Digitalisierung führt zu mehr Wettbewerb im Immobiliensektor

06.05.2021
von SMA

Die Digitalisierung verändert sämtliche Branchen und Industrien – und zwar grundlegend. Auch der Immobiliensektor ist von dieser Transformation nicht ausgenommen. Und obschon Internet, Automation und Co. nicht zwingend dazu führen, dass sich der zwischenmenschliche Kontakt reduziert, sehen sich Maklerinnen und Makler mit steigenden Anforderungen konfrontiert. 

Die Immobilienbranche gehört zu den wichtigsten Wirtschaftsmotoren Deutschlands: Gemäß dem ZIA (Zentraler Immobilien Ausschuss) generierte der Sektor im vergangenen Jahr 619 Milliarden Euro. Damit trug die Immobilienwirtschaft zu einem Fünftel der gesamten nationalen Bruttowertschöpfung bei. 837 000 Unternehmen mit rund 3,3 Millionen Beschäftigten sind in diesem Segment tätig. Und für sie alle stellt sich die Frage, welche Veränderungen im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung auf sie zukommen.

Die Frage ist eine zentrale. Schließlich wurden (und werden) andere Branchen wie etwa der Einzelhandel, die Logistik oder die produzierende Industrie durch die Digitalisierung grundlegend verändert: Cloud-Computing, E-Commerce, Automation sowie »Künstliche Intelligenz« sorgen in diesen Wirtschaftszweigen für schnellere und präzisere Abläufe. Gleichzeitig sind weniger Mitarbeitende nötig, um die gleiche Produktivität aufrechtzuerhalten.

Die Vereinfachung von Prozessen

Welche konkreten Auswirkungen hat die Digitalisierung nun auf den Immobiliensektor? Und vor allem: Wird das Kaufen und Verkaufen von Wohnungen und Häusern so weit automatisiert, dass Maklerinnen und Makler künftig ausgedient haben?

Fachleute verneinen das. Eine gemeinsame aktuelle Studie des ZIA und des Beratungsunternehmens »EY Real Estate« gelangt zum Schluss, dass die digitale Transformation vor allem für das Property Management (also die Verwaltung von Liegenschaften) das größte Potenzial bietet, um Prozesse und Abläufe zu automatisieren.

Expertinnen und Experten aus der Praxis teilen diese Einschätzung: Die digitalen Technologien würden und werden nicht das Know-how von Maklerinnen und Maklern ersetzen – sondern dieses vielmehr ergänzen. Und vor allem seien weder Künstliche Intelligenz noch Softwares oder Webportale dazu der Lage, das zwischenmenschliche Vertrauensverhältnis zu ersetzen, das im Zentrum jeder Immobilien-Transaktion steht. Darin liege gemäß Fachleuten ein wesentlicher struktureller Vorteil des Immobiliensektors: Da sowohl beim Häuser- als auch Wohnungskauf sehr hohe Investitionsvolumen im Spiel sind, wollen Käuferinnen und Käufer auf Nummer sicher gehen. Deswegen ziehen sie versierte Fachpersonen bei, sprich Maklerinnen und Makler.

Die Anforderungen nehmen zu 

Obschon Immobilien-Fachleute also mittelfristig nicht Gefahr laufen, durch digitale Lösungen ersetzt zu werden, führt die Digitalisierung dennoch zu einem verschärften Wettbewerb. Dies, weil die Ansprüche der Kundinnen und Kunden zunehmen: Wer heute ein Haus oder eine Wohnung kauft bzw. verkauft, erwartet vollkommene Transparenz, eingehende Beratung sowie eine durchgängige Kommunikation über verschiedene Kanäle hinweg. Zudem haben es Maklerinnen und Makler heute mit einer Klientel zu tun, das vergleichsweise gut über den Stand des Marktes informiert ist, Daten vergleicht und bei Bedarf auch schnell zu einem anderen Anbieter wechselt.

Branchenbeobachter gehen darum davon aus, dass sich die Zahl der heutigen Makler-Fachleute mittelfristig reduzieren wird. Nicht, weil die moderne Technik sie obsolet macht, sondern weil die Technik die Kundinnen und Kunden anspruchsvoller gemacht habt. Die Spreu wird sozusagen vom Weizen getrennt, während sich gleichzeitig die Eintrittshürden für neue Marktplayer erhöhen: Das Führen von digitalen Dossiers, das Aufbereiten und Präsentieren der Objekte im Web sowie das Auswerten und Nutzen der immer grösser werdenden Datenmengen setzen eine adäquate technische Infrastruktur sowie entsprechende Digitalisierungskompetenz voraus.

Maklerinnen und Makler müssen also künftig nicht nur durch ihr Netzwerk und Immobilienfachwissen überzeugen – sondern auch dazu in der Lage sein, digitale Werkzeuge zum Wohle ihrer Kundschaft einzusetzen.

Text SMA

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