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Erfolgreich den zukünftigen Arbeitsmarkt navigieren

21.04.2021
von SMA

Die Digitalisierung ist Dauerthema, denn sie entfaltet Effekte auf alle Bereiche des Lebens. Nicht nur werden sich die Anforderungen des Arbeitsmarktes verändern, sondern ganze Berufsfelder und deren Tätigkeiten werden Veränderungen erleben.

Mehrere Megatrends sind dabei, die Welt zu reformieren. Neben Beispielen wie der Gesundheitsexpansion, der Urbanisierung und der Alterung der Gesellschaft, sorgt vor allem die Digitalisierung für Unsicherheiten bezüglich tiefgreifender Veränderungen des Arbeitsmarktes. Natürlich sind digitale Kompetenzen bereits tägliche Praxis in allen Branchen. Dennoch wird die Digitalisierung zusammen mit der Automatisierung noch weiter voranschreiten. Infolgedessen wird auch die Arbeit in Zukunft weitere Veränderungen durchlaufen. Wie kann man sicherstellen, dass man als Beschäftigte für den Arbeitsmarkt der Zukunft gerüstet ist und bleibt?

Die Transformation und ihre Einflussfaktoren

Ökonomisch gesehen müssen Unternehmen flexibler agieren und, insbesondere im Falle der Industrie, in einer globalisierten Welt wettbewerbsfähig bleiben. Zudem verlangt die Kundschaft zunehmend nach mehr ökologischer Nachhaltigkeit und Transparenz entlang der Wertschöpfungs- und Lieferketten. Der Eintritt von jüngeren Generationen in den Arbeitsmarkt tut ein Übriges, um den technologischen Fortschritt nicht nur zu verstärken, sondern auch unabdingbar zu machen. Die Digitalisierung und Automatisierung bieten für Unternehmen die Chance, agiler, konkurrenzfähig und nachhaltiger zu werden. Genauso eröffnen sie auch für die Erwerbstätigen neue Möglichkeiten. Dazu muss man sie aber im Auge behalten und Entwicklungen antizipieren. 

Wachstum, Mangel und Automatisierungsmöglichkeiten

Vor einer Ausbildung, oder auch einer Weiterbildung, scheint gut beraten, wer sich die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt in Bezug auf die Automatisierung genau ansieht. Beispielsweise gibt eine Untersuchung der Handelszeitung und Deloitte Anzeichen, welche Berufsfelder eine erfolgreiche Karriere versprechen. Eine Visualisierung des Wachstums der Anzahl Beschäftigten zwischen 1990 und 2013, der Anzahl Beschäftigten in 2013, sowie des Fachkräftemangels und der Automatisierungswahrscheinlichkeit soll veranschaulichen, welche Berufsfelder eine vielversprechende Zukunft vor sich haben. Eine hohe Automatisierungswahrscheinlichkeit, niedriger Fachkräftemangel und in gewissem Masse auch eine Abnahme der Beschäftigten deuten auf eine schwierige Zukunft für die jeweiligen Berufe hin. 

Berufe mit Zukunft

2013 war eine der Berufsgruppen mit den meisten Beschäftigten die Verkaufskräfte in Handelsgeschäften; sie erfuhren auch ein Wachstum zwischen 1990 und 2013. Gleichzeitig gibt es in diesem Berufsfeld eine hohe Automatisierungswahrscheinlichkeit. Von der Automatisierung noch stärker betroffen scheinen Berufe wie Sekretariats- und Bürokräfte in der Materialwirtschaft sowie Schalterbedienstete. Diese drei erfuhren aber, anders als die Verkaufskräfte, bereits eine Verminderung der Anzahl Beschäftigten im untersuchten Zeitraum. Eine ähnlich hohe Automatisierungswahrscheinlichkeit haben auch einige handwerkliche Berufe, darunter Metall- und Holzbearbeitende sowie Montageleute. 

Auf der anderen Seite des Spektrums finden sich vor allem Berufe mit hohen Qualifikationsanforderungen. Ärztliches Personal und andere akademische Gesundheitsberufe sowie Menschen in den Ingenieurwissenschaften und Führungspositionen verschiedener Branchen weisen eine sehr niedrige Automatisierungswahrscheinlichkeit auf. Im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung überrascht es des Weiteren kaum, dass diese Transformation ermöglichende Berufe eher nicht automatisiert werden können. Softwareentwickler*innen und beispielsweise Elektromechaniker*innen zeigen eine tiefe Automatisierungswahrscheinlichkeit und Wachstum zwischen 1990 und 2013. Ausserdem gibt es in diesen Berufsfeldern – und den erwähnten Berufen im Gesundheitsbereich – einen hohen Fachkräftemangel. In diesen Berufsfeldern steckt also Potenzial für erfolgreiche Karrieren in der Zukunft.

Veränderungen der Kompetenzanforderungen

Bei der Orientierung zu Berufen der Zukunft ist wichtig, nicht nur Berufsfelder, sondern auch die Perspektive von veränderten Kompetenzen miteinzubeziehen. Ein vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO beauftragter Bericht in 2017 kann dahingehend Einsichten bieten. Darin kommt hervor, dass insbesondere Berufe mit analytischen und interaktiven Nicht-Routinetätigkeiten wuchsen. Berufe in der Technik und Informatik und allgemein dienstleistungsnahe Tätigkeiten haben zugenommen, während Industrie-, Gewerbe-, Bau- sowie Land- und Forstwirtschaftsberufe eher schrumpften. Im Allgemeinen scheint eine Verschiebung weg von Routinetätigkeiten hin zu Nicht-Routinetätigkeiten, insbesondere in Dienstleistungen, stattzufinden. Diese Dynamik und die Digitalisierung bringen neue erforderte Kompetenzen hervor: IT-Affinität, Datenanalyse, Prozessverständnis, Kreativität und Kommunikation. Auch Soft Skills wie Flexibilität, Kundenbetreuung und Teamfähigkeit gewinnen an Bedeutung. Diese überfachlichen Fähigkeiten ersetzen aber keineswegs «althergebrachte» Kompetenzen, sondern sie ergänzen das allzeit wichtige berufliche Fachwissen. 

Erfolg durch Lernen

Ein Blick auf die Berufsfelder und deren Veränderungen in den letzten 30 Jahren kann indizieren, wohin sich der Arbeitsmarkt in groben Zügen entwickeln könnte. Für Individuen mag es aber zielführender sein, sich mit dem Wandel der Kompetenzanforderungen auseinanderzusetzen. Der vom SECO in Auftrag gegebene Bericht weist darauf hin, dass es für die Schweiz keine Indikationen gibt, dass die Art der ersten Ausbildung für eine erfolgreiche Karriere grundsätzlich ausschlaggebend ist. Stattdessen rückt das lebenslange Lernen in den Vordergrund. Wer die Zukunft und deren Anforderungen im Auge behält und sich durch Weiterbildungen dafür rüstet, wird stets die Nachfrage des Arbeitsmarktes erfüllen können. 

Text Kevin Meier

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