Wald
Jugend Nachhaltigkeit

Drei Arten, die dem Menschen zum Opfer fallen

02.11.2021
von Kevin Meier

Die Klimakrise spitzt sich zu. Der Mensch überlegt sich, in welcher Welt er zukünftig leben wird und wie er sich darauf vorbereiten kann. Für Tiere und Pflanzen ist die Situation schon länger prekär, da sie ihre Lebensräume unwiederbringlich verlieren.

Das Anthropozän oder Zeitalter des Menschen: Eine geologische Epoche, in welcher der Mensch einen entscheidenden Einfluss auf alle Erdsysteme ausübt. Der Begriff wird in vielen wissenschaftlichen, medialen und öffentlichen Diskussionen genutzt, um eine Vielzahl an Bedeutungen auszudrücken. Gemein ist allen, dass menschliche Aktivitäten in dieser Zeitspanne eine der einschneidendsten Dynamiken ist. So zum Beispiel das Artensterben, das vor allem auf die Zerstörung von Lebensräumen durch Klimawandel, Zersiedelung und Bewirtschaftung zurückzuführen ist. Auch in der Schweiz gibt es unzählige Pflanzen- und Tierarten, die stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht sind.

Steinkauz (Athene noctua)

Steinkauz (Athene noctua)

Steinkauz (Athene noctua)

Global gesehen wird der Steinkauz auf der Red List von International Union for Conservation of Nature (IUCN) als nicht gefährdet eingestuft. In der Schweiz wird die Vogelart jedoch als stark gefährdet gelistet. Dies stellt bereits eine Verbesserung dar, denn zuvor wurde der Steinkauz als vom Aussterben bedroht angesehen. In den letzten zehn Jahren hat der Bestand wieder zugenommen, bleibt aber auf niedrigem Niveau. Dem Steinkauz setzen insbesondere die Zersiedelung und die intensive Landwirtschaft zu, die der Art kaum Lebensräume übriglassen. 

Schweizer Goldschrecke (Podismopsis keisti)

Speziell Insekten sind vom Artenschwund bedroht. Das Insektensterben ist besonders schwerwiegend, weil nicht nur Arten verschwinden, sondern die Biomasse aller Arten stark abnimmt. Auf diese Weise kommen integrale Teil jedes Ökosystems abhanden. Würde die Schweizer Goldschrecke dasselbe Schicksal erfahren, wäre das in besonderem Masse tragisch. Diese Heuschreckenart ist in der Schweiz endemisch, das heisst, sie kommt nur hier vor. Obwohl die Population einigermassen stabil zu sein scheint, wird die Schrecke vom Bundesamt für Umwelt BAFU als stark gefährdet eingestuft. Dies aufgrund des kleinen Verbreitungsgebietes und ihrer Empfindlichkeit auf klimatische Veränderungen.

Winterlieb (Chimaphila umbellata)

Winterlieb (Chimaphila umbellata), Bild ©Ireen Trummer

Winterlieb (Chimaphila umbellata)

Neben Insekten sind auch Pflanzen besonders gefährdet in der Schweiz. Viele Moose, Gräser und Blütenpflanzen sind hierzulande nicht mehr anzutreffen, wie beispielsweise das Winterlieb. Sie existiert in vielen Teilen Europas, wird von der IUCN Red List aber als gefährdet eingestuft. Schweizweit wurde sie seit 1983 nicht mehr gesichtet und gilt als regional ausgestorben. Eine erneute Einführung des Gewächses 2014 scheiterte. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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