Gastronomie Innovation Lifestyle Nachhaltigkeit

Festessen statt Foodwaste – mit diesen Rezepten klappt’s

18.12.2020
von Andrea Tarantini

Rund ein Drittel aller Lebensmittel wandern in den Müll! Hauptverantwortlich dafür sind die Verbraucher am Ende der Lebensmittelkette. Daher sind es auch sie, die am effektivsten dagegen vorgehen können. Schon mit einigen wenigen kleinen Änderungen in unseren Gewohnheiten können wir Endverbraucher Foodwaste bekämpfen – das freut sowohl die Umwelt als auch das Portemonnaie!

Die Fédération Romande des Consommateurs (FRC) schätzt, dass in der Schweiz ein Haushalt bis zu 100 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr und Einwohner wegwirft. Dies entspricht einem Drittel des Gesamtpreises des Einkaufswagens bei jedem Einkauf. Laut WWF sind das 600 Franken an Lebensmitteln, die ein Haushalt pro Jahr verschwendet!

Was kann man also tun, um Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen? Beispielsweise kann man vernünftig einkaufen und bevor man nachkauft, die Reste im Kühlschrank unbedingt aufbrauchen. Ausserdem sollten wir unser Verständnis von Verfallsdaten überdenken, die für einen Grossteil des Abfalls in einem Haushalt verantwortlich sind. Des Weiteren sollten wir vermeiden, Mahlzeiten in zu grossen Mengen zuzubereiten, da Reste oft im Müll landen. Oder man schenkt den Resten ein «zweites Leben», indem man sie wiederverwertet.

Was tun mit übrigem Huhn?

Die ganze Familie wurde mit einem leckeren Poulet mit Kartoffeln und Gemüse verwöhnt? Alle sind satt und trotzdem sind die Teller nicht leer? Keine Sorge, die Reste können für die Zubereitung hervorragender Rezepte wiederverwendet werden. Von den einfachsten, wie Salaten oder Sandwiches, bis zu den ausgefeiltesten, wie Gratins, Shepherd’s Pies, Fleischbällchen, Soufflés und herzhaften Pasteten – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Noch keine ansprechende Idee gefunden? Wie wäre es mit diesem Klassiker: Gerollte Pfannkuchen, gefüllt mit Poulet, Schinken, Champignons und Béchamelsauce. Das geht ganz leicht und schmeckt erst noch köstlich. Und so geht’s: Einfach Pfannkuchen machen und eine Béchamelsauce für die Füllung zubereiten. Zu letzterem gebratene Pilze, Schinken und das Poulet hinzugeben. Welch ein Genuss!

Shepherd’s Pie, Kroketten und mehr

Jeder hat schon einmal zu viel Kartoffelpüree gekocht. Doch was lässt sich aus den Resten zaubern? Natürlich der berühmte Shepherd’s Pie, an den jeder denkt, wenn Kartoffelpüree auf dem Teller übrig bleibt. Man kann aber auch Kartoffelkroketten, Pommes duchesse, Soufflés, Pasteten und Gratins daraus zaubern.

Wir empfehlen, die portugiesischen Kabeljau-Täschchen, Bolinhos de Bacalhau, zu probieren. So kann übrig gebliebenes Kartoffelpüree geschickt wiederverwendet und gleichzeitig ein köstliches traditionelles portugiesisches Gericht gekostet werden. So klappt’s: Püree mit Kabeljau (entsalzen und vorher gekocht) mischen. Petersilie, gehackte Zwiebel und Knoblauch hinzugeben. Dann ein geschlagenes Ei beifügen und die Täschchen formen. Anschliessend ab damit in die Pfanne zum Braten.

Reis – der Klassiker unter den Resten

Ein Stammgast unter Foodwaste-Produkten. Wer etwas Reis übrig hat und nicht weiss, wie man ihn wiederverwenden könnte, sollte Reisgratin, kantonesischen Reis, Risotto oder Reisomeletts ausprobieren – oder die berühmten sizilianischen Arancinis!

Dazu benötigt man Safranreis, Bolognese, Mozzarella und gedünstete Erbsen. Daraus formt man  Kugeln  – oder man versucht sogar, die traditionelle Arancinis-Form herzustellen. In die Mitte gibt man die anderen Zutaten. Als Nächstes wird ein Ei geschlagen und Mehl hinzugefügt, um einen glatten und homogenen Teig zu erhalten. Dann die Arancinis durch den Teig und anschliessend durch Paniermehl ziehen, bevor sie gebraten werden – molto delizioso!

Pro Jahr und Einwohner produziert ein Schweizer Haushalt bis zu 100 Kilogramm Foodwaste. Fédération Romande des Consommateurs (FRC)

Wir haben einige Rezeptideen für die Verwertung von Resten wie Poulet, Kartoffelpüree oder Reis geliefert. Aber Reste können vielfältig sein – ebenso wie die Gerichte, die sich daraus zubereiten lassen. Alles, was es braucht, ist Fantasie, Kreativität und Mut zu Neuem.

En Guete!

Weitere Kochinspiration gibt es hier.

Text Andrea Tarantini
Übersetzung aus dem Französischen Patrik Biberstein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Vorheriger Artikel Über 50-Jährige fassen Bildschirme ins Auge
Nächster Artikel Gin: Wie macht man einen guten Cocktail?