Bildung Gastronomie Kultur Lifestyle

Gin: Wie macht man einen guten Cocktail?

18.12.2020
von SMA

Das neue Jahr steht vor der Tür! Es ist Zeit – unter Beachtung der vom Bundesrat erlassenen Massnahmen – zu feiern: Wir lassen los und haben eine schöne Zeit! Mit diesen einfachen Regeln können alle einen guten Gin-Cocktail geniessen.

Anthony Elskens kennt sich mit Gin aus. Er ist nicht nur Markenbotschafter bei Hendrick’s Belgien und Luxemburg, er ist auch selbst ein Gin-Liebhaber. «Dass dieses Getränk so erfolgreich ist, liegt daran, dass sein Geschmack seit dem 17. Jahrhundert verfeinert wurde. Er wurde während des Dreissigjährigen Krieges in den Niederlanden erfunden. Damals nannte man ihn Genever, oder Genièvre auf Französisch. Er war besonders würzig und alkoholhaltig und wurde aus Wacholderbeeren hergestellt. Britische Soldaten tranken Genever, um sich Mut zu machen.»

«Flüssiger Mut»

Daher kommt auch der Ausdruck dutch courage im britischen Englisch, der im US-amerikanischen Englisch liquid courage, «flüssiger Mut», heisst. «Zu dieser Zeit brachten die Briten auch den Genever zurück auf ihre Insel. Als Wilhelm III., König von England Ende des 17. Jahrhunderts, die Wirtschaft wieder ankurbeln wollte, verbot er die Einfuhr von Wein und Branntwein, darunter auch holländischem Genever. Englische Destillateure begannen, eine ähnliche Spirituose, Gin, herzustellen, die bald sehr populär wurde.» Was im 18. Jahrhundert noch ein ziemlicher Fusel war, wurde weiterentwickelt, der Herstellungsprozess verfeinert. So entstand der Gin, wie wir ihn heute kennen.

Zunehmend anspruchsvolle Prozesse

«Wenn Hendrick’s Gin als eine aussergewöhnliche Marke bezeichnet wird, dann deshalb, weil sie sich im Geschmack ihres Gins und in den Destillationsverfahren von anderen unterscheidet», sagt Anthony Elsken. «Wir destillieren unseren Gin mit zwei Kolben.»

Unter Destillierkolben versteht man riesige Heizbottiche, in denen der Alkohol Dämpfe abgibt, die je nach Gewürzmischung aromatisiert werden. «Zum einen», so der Hendrick’s-Experte weiter, «verwenden wir eine Carter-Head-Destille, die einen leichten, blumigen Likör mit einem Hauch von Zitrusfrüchten produziert. Auf der anderen Seite der Bennett, dessen Destillat schwerer und würziger ist. Das Ergebnis dieser Kombination ist ein sehr runder und feiner Gin. Am Ende des Prozesses wird Rosen- und Gurkenessenz hinzugefügt, die zu zart ist, um destilliert zu werden».

Wenn Hendrick’s Gin als eine aussergewöhnliche Marke bezeichnet wird, dann deshalb, weil sie sich im Geschmack ihres Gins und in den Destillationsverfahren von anderen unterscheidet. Anthony Elsken

Die Zubereitung ist leicht

Die Aromen sind recht subtil, «deshalb sind die Regeln für die Zubereitung eines Gin Tonic minimalistisch», betont Anthony Elskens. «Ideal ist ein grosses Ballonglas, das bis zum Rand mit Eiswürfeln gefüllt ist. So kühlen sie den Cocktail gut und schmelzen nicht zu schnell. Da giesst man 5 cl Gin und 15 cl Premium-Tonic hinein. Nur einmal umrühren, von unten nach oben, um die Tonic-Blasen nicht zu zerstören. Dann mit drei Gurkenscheiben abschliessen. Das war’s.»

Wichtig: Strohhalme vermeiden! Warum? «Erstens, weil wir die schlechte Angewohnheit haben, damit umzurühren, was die Eiswürfel schneller schmelzen lässt. Zweitens, weil man 75 Prozent des Gin Tonics mit der Nase schmeckt. Durch einen Strohhalm zu trinken bedeutet, dass man nur 25 Prozent des Gin Tonics schmeckt.»

Probieren geht über Studieren!

Da Gin Tonic nicht wirklich Saison hat, hier ein anderes Rezept auf Gin-Basis, das eine perfekte Abwechslung zum Glühwein ist: Hot spiced Apple. Um zu viert anzustossen, braucht man:

Zutaten und Zubereitung

Die Gewürze im Apfelsaft bei geringer Hitze aufkochen. Einen runden und süssen Gin hinzufügen und in einer Teetasse oder einem Becher servieren. Zum Schluss mit einer Orangenscheibe dekorieren und mit einer Prise Muskatnuss bestreuen!

In diesem Sinne: Prost und ein frohes neues Jahr!

Text Andrea Tarantini

Mehr zu Cocktails kann man hier lesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Vorherigen artikel Festessen statt Foodwaste – mit diesen Rezepten klappt’s
Nächsten artikel Zwischen Weltliteratur und Fernsehserien: Ein Gespräch mit Charles Lewinsky