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Generation 40 plus: Vitalität ist keine Frage des Alters

18.03.2014
von SMA

Klar ist: Wer bereits in jungen Jahren Sorge zu sich trägt, profitiert davon im Alter. Aber auch nach 40 lohnt es sich noch, sich gute Angewohnheiten anzueignen – schliesslich liegt das halbe Leben noch vor einem.

Ab 40 ist die Gesundheit nicht mehr ganz so selbstverständlich wie mit 20. Das merkt man spätestens, wenn man sich mit Leiden auseinandersetzen muss, die man sonst nur von den eigenen Eltern kennt. Anstatt sich darüber zu nerven, sollte man dem Körper nun mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen. Und präventiv das eine oder andere zu tun, lohnt sich in diesem Lebensabschnitt ganz besonders. Auch die genetische Veranlagung spielt bei der Gesundheit eine Rolle. Alter, Veranlagung – diese Faktoren kann man nicht verändern. Seinen Lebensstil allerdings schon! Und der hat einen grossen Einfluss auf Diabetes. Studien haben gezeigt, dass das Risiko, an Diabetes zu erkranken, durch einen gesunden Lebensstil um die Hälfte gesenkt werden kann. Also gesundes Essen, wenig Alkohol, regelmässig Sport treiben. Kinder übrigens, deren Eltern sich gesund ernähren und sportlich sind, leben auch im Erwachsenenalter gesünder und sind weniger übergewichtig.

Studien haben gezeigt, dass das Risiko, an Diabetes zu erkranken, durch einen gesunden Lebensstil um die Hälfte gesenkt werden kann.

Den Blutdruck im Auge behalten

Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko für Bluthochdruck. Dieser wird oft nicht bemerkt, was fatale Folgen haben kann. Denn er begünstigt Arterienverkalkung, die im schlimmsten Fall zu Herzinfarkt oder einem Hirnschlag führen kann. Regelmässiges Blutdruckmessen sollte für die Altersgruppe 40 plus deshalb dazugehören. Menschen, die bei einer Messung durch den Arzt nervös werden – in der Fachsprache nennt man dies Weisskittel-Hypertonie – sollten besser zu Hause in Ruhe messen. Der Hausarzt kann das richtige Gerät dafür empfehlen. Gute Tipps findet man auch auf swisshypertension.ch. Richtig misst man den Blutdruck am Oberarm und morgens gleich nach dem Aufstehen. Zuvor sollte man weder essen, trinken oder rauchen. Während der Messung nicht sprechen oder sich bewegen, das Gerät ebenfalls ruhig halten. Falls die Werte erh.ht sind, sollte man nach fünf Minuten nochmals messen. Bei mehrmalig erhöhten Werten muss der Arzt oder die Ärztin konsultiert werden. Regelmässig Sport zu treiben, lohnt sich für Frauen ab 40 ganz besonders. Denn Erfahrungen zeigen, dass sie später weniger Wechseljahrbeschwerden haben. Frauen, die beim Sport regelmässig schwitzen, trainieren ihren Körper, Temperaturschwankungen besser zu verarbeiten und sind so ganz einfach gegen Hitzewallungen besser gewappnet.

Die Rolle von Sport und Ernährung

Natürlich hilft Sport auch gegen die Gewichtszunahme, die leider zu den Begleiterscheinungen der Wechseljahre gehört, weil in dieser Lebensphase der Energiebedarf sinkt. Die Ernährung muss gezwungenermassen angepasst werden. Das heisst, mehr Früchte, Gemüse, Fisch und Vollkornprodukte essen und auf fettiges Fleisch, Wurst, Weissbrot und Kuchen verzichten – oder diese nur ausnahmsweise geniessen. Gegen Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit hilft bewusste Entspannung. Ausprobieren: ein warmes Bad mit Rosenöl (acht Tropfen mit 100 ml Jojoba- oder Distelöl mischen und dem einlaufenden Badewasser zufügen). Frauen (und auch Männer!) in dieser Altersgruppe sollten sich vermehrt eine entspannende Massage gönnen. Wer sich nicht gerne von oben bis unten durchkneten lässt, probiert’s vielleicht mit einer Fussmassage. Das Abfallen des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen in den Wechseljahren führt unter anderem zu einem erhöhten Abbau der Knochenmasse. So gut pflanzliche Heilmittel gegen gängige Wechseljahrbeschwerden helfen können – als Prophylaxe von Osteoporose wirken sie nicht. Bereits im Alter von 35 Jahren ist die maximale Knochenmasse erreicht, danach nimmt sie ab. Man weiss heute, dass gerade Walken und Joggen für die Osteoporose- Prophylaxe wertvoller sind als andere Sportarten wie Schwimmen oder Velo fahren. Die medizinische Begründung: Joggen oder Walken belastet die Knochen durch die ruckartigen Bewegungen und die Schwerkraft biomechanisch mehr als Sportarten im praktisch schwerelosen Zustand oder bei harmonischen Bewegungen. Wenn Osteoporose bereits nachgewiesen ist, helfen spezifische Medikamente, die den Knochenverlust wirksam verzögern und stoppen können, bestätigen Fachärzte. Diese können sogar neue Knochenmasse aufbauen. Richtig appliziert stellen die Medikamente für Patientinnen und Patienten einen grossen Gewinn dar. Milch und Milchprodukte sind die wichtigsten Kalziumlieferanten – und dies bereits ab dem Kindesalter. Drei Portionen sind für Erwachsene nötig, um den Bedarf zu decken. Zum Beispiel ein grosses Glas Milch, ein Becher Joghurt und ein Stück Käse. Mineralwasser ist ebenfalls ein guter Kalziumlieferant. Die Produkte mit dem höchsten Kalzium-Anteil sind Adelbodner, Aproz, Eptinger oder Contrex.

Gelenkschmerzen behandeln

Viele Menschen – auch jüngere – leiden unter Gelenkschmerzen. Ursache ist oft eine Fehlbelastung, sei sie arbeits- oder auch sportbedingt. Alles, was die Gelenke auf die Dauer einseitig belastet, schadet. So sollte ständiges Sitzen, Stehen oder Autofahren vermieden werden. Oder aber mit regelmässigen Dehn- und Gymnastikübungen unterbrochen. Wer unter akuten Schmerzen leidet, lindert diese mit Kälte. Chronische Schmerzen (in der Regel solche, die bereits länger als zwölf Wochen andauern) mit Wärme. Hirsekissen, Chriesisteinsäckli oder eine simple Wärmeflasche regen die Durchblutung an und lindern Muskeln und Schmerzen.

Text Sybille Brütsch-Prévôt

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