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Was ist zu tun, wenn die Blase träger wird?

18.04.2014
von SMA

Die Chancen, sich auch in der zweiten Lebenshälfte das Wohlbefinden bis in hohe Alter zu «sichern», können ein gesunder Lebensstil und eine frühe gesundheitliche Vorsorge erhöhen.

In fast allen Industrieländern hat sich die Lebenserwartung in den letzten hundert Jahren konstant erhöht, und wir wissen nicht, was die medizinische Forschung in den nächsten hundert Jahren ermöglicht. Heute jedenfalls befinden wir uns mit 50 Jahren in der zweiten Hälfte unseres Lebens, und diese Phase möchten wir natürlich möglichst ohne gesundheitliche Beschwerden verbringen. Mit körperlicher Bewegung, gesunder Ernährung, regelmässiger Entspannung und Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Gesundheitsrisiken bei zunehmendem Alter sind wir bereits auf gutem Weg. Was unsere Blase betrifft, beginnt die präventive Gesundheitserziehung bereits im Kindesalter, um uns vor schädlichen Auswirkungen im Alter zu bewahren: Zu häufiger Toilettengang ist nämlich ebenso schlecht wie stundenlanges Zurückhalten der Blasenentleerung. Und abgesehen von vorübergehenden Inkontinenzproblemen infolge einer Blasenentzündung – will die Blase nicht mehr so wie wir, scheuen Betroffene noch heute oft den Gang zum Arzt.

Viele meinen auch, so etwas gehöre zum Älterwerden. Stimmt schon, denn Harninkontinenz (Blasenschwäche) ist eine weit verbreitete Krankheit, an der rund 20 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen ab dem 70. Altersjahr mehr oder weniger stark ausgeprägt leiden. Inkontinent sein ist lästig, peinlich, bedeutet oft das Ende von Selbständigkeit. Hinzu kommt die Angst vor unangenehmen Gerüchen. Man zieht sich zurück, ist nicht mehr gerne in Gesellschaft. Kommt eine zusätzliche Schwäche des Analmuskels (Stuhlinkontinenz) hinzu, kann der empfundene «Defekt» sowohl hygienisch wie seelisch belastend sein.

Falsch und kontraproduktiv ist es in jedem Fall, weniger zu trinken!

Ein Tabuthema? Muss nicht sein!

Inkontinenz kann viele Gründe haben und kennt viele medizinische Formen. So kann es in Zusammenhang mit Verletzungen, Operationen, neurologischen Erkrankungen, einem Trauma, schwachem Bindegewebe und anderem auftreten. Es ist zwar eine Altersfrage, wenn die Blase unruhiger wird, die Muskel- und Bindegewebsstärke nachlässt – aber es gibt viele Behandlungsmassnahmen, damit Betroffenen die Lebensfreude nicht vergeht. Und wenn nicht eine Heilung, so ist in vielen Fällen doch eine deutliche Besserung des Inkontinenzleidens möglich. Ob nun Beckenbodengymnastik, Beckenbodentraining, Elektrostimulation zur Muskelstärkung, Medikamente, ein Katheter oder eine Operation die geeignete Therapie für das individuelle Problem darstellen, ergibt die differenzierte Diagnose nach einer Untersuchung beim Facharzt. Dazu muss der Arzt natürlich ins Vertrauen gezogen werden. Falsch und kontraproduktiv ist es in jedem Fall, weniger zu trinken!

Text Anita Bächli

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