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Worauf man bei der Wintersport-Ausrüstung achten muss

28.11.2020
von SMA

Der Herbst neigt sich dem Ende zu, der Winter steht vor der Tür.
Für alle, welche sich dieses Jahr neue Wintersportartikel anschaffen möchten, hat «Fokus» deshalb einen kleinen Guide erstellt. 

Zuallererst stellt sich eine Grundsatzfrage: Kaufe oder miete ich meine Ausrüstung? Alain Gross, Category Manager Outdoor & Snowsports bei einem internationalen Sportfachhandelretailer, meint dazu: «Grundsätzlich ist dieser Entscheid von den Wünschen und Bedürfnissen der einzelnen Personen abhängig. Fahre ich oft Ski und will unbedingt meine eigene Ausrüstung, oder bin ich ein Gelegenheitswintersportler und eine Ausrüstung lohnt sich nicht?» Der grosse Vorteil bei einer Miete ist natürlich die hohe Flexibilität. «Dazu wird einem alles abgenommen: Service ist inklusive und ich kann die komplette Ausrüstung vor Ort beziehen, anstatt sie per Zug oder Auto mitzunehmen. Wir stellen fest, dass gerade diese Convenience beliebt ist. Für viele ist das ein wichtiges Argument», so Gross. Bei Helm und Schuhen lohne sich allerdings immer der Kauf, aus Gründen des Tragekomforts und der Sicherheit.

Egal ob gemietet oder gekauft, es gilt stets einige Aspekte in Betracht zu ziehen.

Der Helm

Dies ist bei den meisten Wintersportarten der wohl wichtigste Teil der gesamten Ausrüstung. Schliesslich ist es Aufgabe des Helms, den Kopf bei Stürzen oder anderen Unfällen vor schweren Verletzungen zu schützen. Dementsprechend wohlüberlegt sollte auch der Kaufentscheid gefällt werden: «Jeder Helm muss die Sicherheitsstandards erfüllen», betont Alain Gross. Doch auch persönliche Präferenzen würden eine Rolle spielen, die Bandbreite sei gross. So gibt es leichte Helme mit Lüftung oder Visierhelme. Der Experte weiss: «Letztere sind gerade bei Brillenträgern beliebt, da sie angenehmer sitzen und bessere Weitsicht bieten, über ein klareres Sichtfeld verfügen und auch im Wechselspiel zwischen Sonne und Nebel gute Sicht garantieren.» Zudem sollte der Helm nach heftigen Stürzen ausgewechselt werden. «Dies ist sehr wichtig! Der Helm verliert sonst seine volle Schutzfunktion», erklärt Gross.

Schneeanzug

Beim Kauf eines Schneeanzugs gibt es – so der Outdoor-Experte – vier Kategorien von Eigenschaften, welche einen Einfluss auf die Auswahl haben sollten: die Bedürfnisse des Sportlers, äusserliche Anforderungen, Schutz-Eigenschaften und Komfort-Eigenschaften. In die persönlichen Bedürfnisse gehören Aspekte wie die Passform, das Einsatzgebiet (Eine Touringjacke muss nicht dieselbe Funktion erfüllen wie eine zum Skifahren beispielsweise) aber auch Features wie Taschen oder Schneefang. Was die Schutz-Eigenschaften angeht, so sollte die erwählte Ausrüstung wärmeisolierend, abriebfest und wasserabweisend sein. «Äusserliche Anforderungen sind beispielsweise die Optik, aber auch Aspekte wie Wärmeisolation oder Schnittschutz sollte man nicht vergessen! Eigenschaften, welche zum Komfort beitragen sind beispielsweise ergonomischer und atmungsaktiver Natur», erläutert Alain Gross.

Die Schuhe

Je nach Wintersportart braucht es unterschiedliches Schuhwerk, die meisten Fragen und Probleme tauchen jedoch – zumindest aus eigener Erfahrung – beim Skischuhkauf auf. Die Zeiten von Schraubstöcken an den Füssen sind jedoch laut Gross vorüber: «Die Zeiten, als Schmerzen im Skischuh dazugehörten, sind definitiv vorbei. Man muss sich einfach Zeit nehmen bei der Wahl und den Schuh individuell an den Fuss anpassen lassen – dann wird das gewählte Modell perfekt sitzen.»

Sicherheit, Sicherheit und …

Bei allen Ausrüstungsgegenständen nimmt Sicherheit einen sehr hohen Stellenwert ein. Oftmals kann dahingehend die individuelle Beratung durch geschultes Verkaufspersonal weiterhelfen. So zum Beispiel beim Thema Rückenprotektoren. Laut dem Experten ist dies ein Gegenstand, den man sich am besten nach persönlicher Beratung zutut. Denn schlechtsitzende Schutzausrüstung mindert nämlich nicht nur den Tragekomfort, sondern auch die Sicherheit des Trägers. Nebst der richtigen Beratung ist in Sachen Sicherheit jedoch auch die individuelle Abstimmung wichtig; Abstimmung einerseits auf das Niveau des Wintersportlers, andererseits aber auch auf persönliche Gegebenheiten, wie beispielsweise das Körpergewicht.

…nochmals Sicherheit!

Wichtig ist zudem, dass ein blutiger Anfänger nicht direkt einen Rennski kauft – damit wäre er überfordert und entsprechend unfallgefährdet. Im Gespräch mit dem Verkaufspersonal kann das eigene Level ermittelt und dementsprechend passende Ausrüstung vermittelt werden. Der Category Manager Outdoor & Snowsports weist nochmals darauf hin, «dass alles aufeinander abgestimmt sein muss. Auch hier geht die Sicherheit vor. Das eigene Fahrtempo spielt eine Rolle, aber auch das Gelände, auf dem ich mich bevorzugt bewege. Sind diese Angaben gemeinsam mit dem Körpergewicht falsch oder nicht vorhanden, steigt das Risiko – dann kann ein Sturz auch zu ernsthaften Verletzungen führen.»

«Nicht jede Ausrüstung ist für alles geeignet. Wenn ich mit einer alpinen Ausrüstung auf eine Skitour will, dann geht das sicher nicht. Auch hier geht die Sicherheit vor. Bei aller Ausrüstung ist aber auch wichtig, die Freude am Sport zu leben, die Zeit in der Natur zu geniessen», so Alain Gross.

«Fokus» wünscht gutes Einkaufen und noch bessere Wintersport-Tage!

Text SMA

Smart
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Die richtige Pflege - Empfehlungen der Experten

Bei der Pflege gibt es verschiedene Punkte zu beachten:

  1. Damit die Funktion der Sportbekleidung nicht verloren geht, sollte diese nicht mit Weichspüler gewaschen werden. Der Weichspüler lagert sich bei den Textilien auf den Fasern ab und beeinträchtigt so ihre Funktionalität.
  2. Bei funktionaler Sportbekleidung wird empfohlen, dass geeignete Spezial-Flüssigwaschmittel eingesetzt wird.
  3. Imprägnierung als Spray oder mit flüssigen Imprägnierungsmittel (Wash-in). Ein trockener Aussenstoff ist wasserdichter, schmutzabweisender und atmungsaktiver.

Empfehlung: Skibekleidung nach der Wintersaison und vor der Lagerung gründlich reinigen, auch wenn diese nur einmal gebraucht wurde. Von Ablagerungen wie Schweiss, Hautfett oder Schuppen ernähren sich Hausstaubmilben.

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