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Fünf klassische Einrichtungsfehler –und wie man diese ein für alle Mal wegräumt

01.04.2021
von Evgenia Kostoglacis

Mit der entspannten Atmosphäre will es zu Hause nicht klappen. Die Wohnung entspricht einfach nicht dem, was man sich vorgestellt hat. Möglicherweise liegt dies daran, dass sich ein paar Einrichtungsfehler in die eignen vier Wänden eingeschlichen haben. 

1. Nur einem – und nur einem einzigen – Einrichtungsstil folgen. 

Ob klassisches Landhaus, minimalistisch, zeitlos, elegant oder retro. Die Anzahl der verschiedenen Einrichtungsstile hört gar nicht mehr auf. Immer wieder kommen Trends, die noch abstrakter und neumodischer sind. Bei so viel Auswahl fällt es schwer, den eigenen Wohnstil zu entdecken. Ein Irrtum, dem dabei viele verfallen, ist zu denken, dass man nur einem einzigen Einrichtungsstil folgen dürfe. Alexandra Gater, erfolgreiche Dekorateur-Expertin und TedTalk-Rednerin sträubt sich gegen diese Devise. «Zu denken, dass man sich nur einem bestimmten Stil hingeben müsse, ist schlicht und einfach einschränkend. Meiner Meinung nach ist man durch solch eine Denkweise zum Scheitern verurteilt. Vielmals ist es nämlich so, dass wir uns zu mehr als nur einem Stil hingezogen fühlen. Daran ist auch gar nichts auszusetzen. Solch eine Vielseitigkeit sollte man nicht unterdrücken, sondern mit offenen Armen begrüssen!» Gater vertieft, was der Kernpunkt einer persönlichen Einrichtung ausmacht: «In erster Linie geht es darum, sich mit Dingen zu umgeben, welche man liebt und welche Freude bereiten. Vielleicht ist es ein farbenfrohes Kunstwerk, das man besonders mag oder Dinge, die man während dem Reisen gesammelt hat. Schlussendlich sollte jedes Stück im eigenen Zuhause eines sein, das man liebt.»

2. Die Macht der Details vergessen

Sie sind zwar einfach zu übersehen, aber Details spielen eine grosse Rolle. Durch sie erwachen die eigenen vier Wände zum Leben. Detail allein mag keine grosse Wirkung haben – lässt man es jedoch aus, so können auch die schönsten Räume schnell flachfallen. «Mir ist aufgefallen, dass viele die Liebe zum Detail vernachlässigen. Stattdessen sehe ich, dass viele meiner Klient*innen versuchen, jedes Möbelstück oder jede Farbe aufeinander abzustimmen. Aus meiner Sicht sind einige der am schönsten eingerichteten Räume diejenigen, in denen die Besitzer*innen in Stücke investieren, die ihnen wirklich am Herzen liegen. Nicht alles muss also zusammenpassen.» Anstelle einer strikt einheitlichen Einrichtung darf man seine Aufmerksamkeit also auf die kleinen Dinge richten. «Winzige Details sind unglaublich einflussreich, da sie einem Raum einen grossen Unterschied hervorrufen. Man kann beispielsweise mit kleinen Mustern spielen und diese an unerwarteten Stellen hinzuzufügen. Ein kleines Detail mit grosser Wirkung», erläutert die kreative YouTuberin.

3. Beleuchtung als unwichtig erachten 

Die Innenbeleuchtung ist nicht ohne. Mehrere Studien zeigen auf, dass sich Licht auf unsere Wahrnehmung und sogar auf unsere Gesundheit auswirken kann. Zu viel Licht führt beispielsweise dazu, dass Emotionen intensiver wahrgenommen werden. Bei zu wenig Licht ist der Mensch nicht fähig, die Produktion von Melatonin genug zu hemmen, was dazu führt, dass man sich müde und schlapp fühlt. Daher darf man die Beleuchtung bei der Einrichtung nicht in den Hintergrund rücken lassen. «Auch wenn man einen schön dekorierten Raum hat – mit schrecklicher Beleuchtung wird man sich nie zu Hause fühlen können. Ich selbst spüre, dass die Glühbirnen, die sich in meinen Lampen befinden, meine Stimmung aktiv beeinflussen. Ich empfehle hierbei Glühbirnen im warmen Spektrum, sprich: 3000 Kelvin. Es ist ein helles Weiss, welches aber nicht zu kalt oder zu blau wirkt. Nebst stilvollen Glühbirnen verleihen Hängelampen einem Raum ebenfalls viel Ästhetik und Persönlichkeit. Vor allem, wenn man nicht viel an einem Raum ändern möchte, kann eine auffällige Leuchte schon von selbst ein stilvolles Statement abgeben», erklärt die Dekorations-Expertin.  

4. Ordnung und Sauberkeit vernachlässigen 

Bei der Schaffung einer gemütlichen Atmosphäre sollten für Klimbim und Unordnung kein Platz gemacht werden. Denn beide wirken sich negativ auf den Menschen aus. Eine Studie der Princeton University hat gezeigt, dass der visuelle Kortex einer Person bei ständiger Unordnung von Gegenständen überwältigt werden kann. Dies macht es schwierig, sich auf bestimmte Aufgaben zu konzentrieren. Ausserdem ist es möglich, dass Unordnung auch zu mehr Stress und Angst führt. Durch eine Reduzierung von Unordnung wird dem Menschen aber ein Gefühl der Kontrolle über die Umgebung verliehen. «Dem Durcheinander kann man leicht aus dem Weg gehen. Meine Faustregel ist, dass alles seinen Platz haben sollte. Wenn dies nicht der Fall ist, so ist dies ein gutes Zeichen dafür, dass man möglicherweise zu viele Dinge besitzt», führt Gater weiter aus. 

5. Die Leistungsfähigkeit von DIY unterschätzen 

Muss bei der Gestaltung eines Raumes wirklich alles neuwertig sein und sollte man sich immer komplett neu einrichten? Alexandra Gater verweist auf die Tatsache, dass dies gar nicht sein muss und man stattdessen der Kreativität freien Lauf lassen sollte. «Wann immer ich ein Problem in meinem Zuhause habe, für das ich keine Lösung durch den Kauf von etwas finde, werde ich kreativ und wende DIYs an.» Durch die ‹Do It Yourself› Mentalität hat man nicht nur die Möglichkeit, Neues zu schaffen, sondern kann sogar die Umwelt unterstützen. Durch eine Mischung aus ‹Upcycling›, der Wiederverwertung von scheinbar unbrauchbaren Dingen und dem DIY werden aus alten Objekten neue Gegenstände. «Eines meiner erfolgreichsten DIYs war beispielsweise als ich einen Ikea-Schrank in ein Versteck für die Katzentoilette und dazugehörende Beutel mit Streu verwandelt habe», erzählt sie freudig. Anstatt also neue Möbel in einem Geschäft zu kaufen, kann man sich dazu entscheiden, sie selbst herzustellen. Dabei können YouTube-Tutorials wie sie Alexandra Gater macht, Bücher oder auch Blogbeiträge zur Hilfe verwendet werden. Somit wird aus den DIY-Stücken im eigenen Zuhause viel mehr als nur ein Möbelstück – es wird zu etwas Persönlichem.

Text Evgenia Kostoglacis

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