6.8 C
Zürich
17 Januar 2020

Die erste Adresse für budget- und umweltbewusste Reisende.

Wer seinen letzten Aufenthalt in einer Schweizer Jugendherberge in jungen Jahren erlebt hat, wird schnell feststellen, dass sich in der Zwischenzeit einiges verändert hat. Auch haben sich die Hostels an die heutigen Gästebedürfnisse angepasst .

Die Zeiten, als nur Jugendliche in Jugendherbergen übernachteten, sind definitiv vorbei. Verstaubte Massenschläge mit Wolldecken und «Ämtli» für die Gäste sucht man vergebens. Die Schweizer Jugendherbergen gibt es seit über 90 Jahren, und in dieser Zeit hat sich einiges getan. Altersgrenzen sind längst überholt; in Jugendherbergen sind alle Altersklassen vertreten. Sowohl Jugendliche, Familien, Gruppen als auch ältere Personen sind willkommen.

Für jedes Bedürfnis gewappnet

Das Netzwerk der Schweizer Jugendherbergen umfasst insgesamt 51 Häuser in allen vier Landesteilen und ist aufgeteilt in die drei Kategorien «Simple», «Classic» und «Top». Durch ihre meist zentrale Lage sind sie perfekt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Bei vielen Jugendherbergen ist zudem ein Tagespass für die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel des jeweiligen Ortes für die Dauer des Aufenthaltes inbegriffen. Allen Gästen stehen verschiedene Zimmerkategorien zur Verfügung. Für Familien eignen sich die besonders grosszügig konzipierten Familienzimmer und für Paare gibt es viele moderne und charmante Doppelzimmer. Oftmals mit eigenem Badezimmer und genügend Stauraum werden sie sämtlichen Bedürfnissen gerecht.

Die modernen Zimmer bieten hohen Komfort.

In der Jugendherberge fühlt sich jeder wohl: Das Ambiente ist seit jeher ungezwungen und familiär. Denn Ferien in der Jugendherberge heisst vor allem, Zeit zusammen zu verbringen. Dafür bieten die Hostels beste Voraussetzungen: gemütliche Gemeinschaftsräume für einen aufregenden Spielabend, Spielzimmer – teils mit Tischtennis, Tischfussball – oder ein grosser Garten, um Zeit an der frischen Luft zu verbringen. 

Budgetfreundliche Verpflegung

In Jugendherbergen kann man nicht nur preiswert übernachten, sondern auch essen. Ein reichhaltiges Frühstück ist bei jeder Übernachtung inklusive. Doch auch das Abendessen mit drei bis vier Gängen vom Buffet kann in der Jugendherberge genossen werden – für Erwachsene kostet es ab Fr. 17.50, Kinder bezahlen Fr. 8.50 (2 – 5 Jahre) beziehungsweise Fr. 14.50 (6 – 12 Jahre). Verschiedene Hostels verfügen über ein eigenes Restaurant und gemütliche Lounges, wo der Tag perfekt zu Ende gehen kann. 

Stadt, Land, Fluss

Denn wer seine Ferien aktiv geniessen möchte, ist mit den Jugendherbergen bestens bedient. Die Hostels, die in den Bergen liegen, bieten sich im Winter ideal für Wintersportler und Schneebegeisterte an. In ländlichen Gegenden steht Radfahren oder das Kennenlernen der Region zu Fuss auf dem Programm, während sich die Jugendherbergen in Wassernähe an Wasserratten jeden Alters richten. Für einen kurzen Citytrip mit Kulturprogramm und Shopping bieten sich die Hostels in den Städten an.

Wellness für Körper und Geist

In den Wintersportgebieten im Wallis, im Berner Oberland, in der Zentralschweiz und in Graubünden stehen insgesamt 16 Häuser zur Verfügung. Alle gut erschlossen und ideal gelegen. Wie beispielsweise die Jugendherberge in Valbella-Lenzerheide. «Ski in, Ski out» heisst es dort. Was bedeutet: Vor dem Haus die Ski anschnallen und direkt ab auf die Piste. 

Die Hostelsauna in Saas-Fee lädt zum entspannen ein.

Wer nach einem intensiven Tag auf der Piste gerne die beanspruchten Muskeln im warmen Wasser entspannt, ist in Saas-Fee goldrichtig: Hier befindet sich das erste weltweite Hostel mit Wellness, Fitness und Hallenbad! Das «wellnessHostel4000» ist zudem der erste fünfgeschossige «Hotel»-Holzbau der Schweiz. Bei Bau und Betrieb werden höchste ökologische Massstäbe angesetzt; so entstand ein Gebäude im Minergie-Eco-Standard. Die Wärme wird aus dem lokalen solaren Nahwärmenetz bezogen. Gemeinsam mit der Jugendherberge Gstaad Saanenland wurde das «wellnessHostel4000» vom Bundesamt für Energie BFE für seine Bestleistungen im Energiebereich ausgezeichnet und erhielt 2015 den Watt d’Or in der Kategorie «Gebäude und Raum».

Das «wellnessHostel4000» kombiniert das typische unkomplizierte Wohngefühl und die tiefen Preise mit höchsten Ansprüchen an ein modernes Wellness- und Fitnessangebot. Dieses kann auf Wunsch ganz einfach dazu gebucht werden. Und die gute Nachricht: Mit dem «wellnessHostel3000» in Laax reiht sich im Winter 2020/2021 ein weiteres Bijou in die Reihe der Schweizer Jugendherbergen. Dafür wird das bereits bestehende Hallenbad Aua Grava neu saniert an die neue Jugendherberge angegliedert. Für das richtige Wohlfühlambiente sorgen im grosszügigen Wellnessbereich eine finnische Sauna, ein Dampfbad, ein Heissbecken, verschiedene Erlebnisduschen und Entspannungsräume sowie ein von Tageslicht durchfluteter Innenhof und ein Ruheraum mit Panoramaverglasung. Im Fitnesscenter finden die Gäste eine moderne Geräteinfrastruktur sowie ein attraktives Kurs- und Massageangebot.

Wer zu den ersten Gästen gehören möchte, kann bereits ab diesem Dezember eines der 158 Betten für die nächste Saison buchen. 

Das wellnessHostel3000 in Laax eröffnet im Winter 2020/21.
Ein Stück Geschichte 

Ein besonderes Highlight wartet auf die Gäste in St. Moritz: Denn hier gibt es ein urchiges Raclette- und Fondue-Stübli. Und wer von geschichtsträchtigen Bauten angetan ist, wird beispielsweise in Davos fündig: Hier wurde ein ehemaliges Sanatorium in eine Jugendherberge umgebaut. Auch die Jugendherberge in Crans-Montana ist ein ganz spezielles Gebäude: Das Haus Bella Lui, was übrigens «schönes Licht» im alten Walliser Dialekt heisst, wurde 1930 erbaut und steht heute als Zeitzeuge der Architektur der Moderne unter Denkmalschutz. Seit der Eröffnung im Juni 2017 tanken die Gäste in diesem renovierten Haus mit drei Terrassen Walliser Sonne und geniessen nach dem Wintersport die erholsame Ruhe. Das historische Gebäude wurde von der Jury von Icomos Suisse sogar für die begehrte Auszeichnung «Historisches Hotel 2020» nominiert. 

Eine Übernachtung im Schloss Burgdorf bleibt in Erinnerung.

Ab Frühling 2020 kommt ein weiteres Highlight für Burg- und Mittelalterfans dazu. Die Jugendherberge im umgebauten Schloss Burgdorf befindet sich direkt im Museum und bietet ein authentisches Schlosserlebnis. Sie lässt nicht nur die Herzen von Mittelalterfans höherschlagen. Jedes Zimmer widmet sich einem Thema der Geschichte des Schlosses und macht diese interaktiv erlebbar. Ob für Feste, Jubiläen, Hochzeiten oder andere Events: Das Schloss Burgdorf sorgt für bleibende Erinnerungen. Und wer kann schon von sich behaupten, einmal in einem Museum übernachtet zu haben? 

Am Puls der Zeit

Die Schweizer Jugendherbergen bekennen sich zur Nachhaltigkeit und achten sehr darauf, dass der ökologische Fussabdruck bei den Übernachtungen so gering wie möglich ausfällt. Daher wird jede CO2-Kompensation, welche die Gäste freiwillig für ihre Übernachtung leisten, von den Schweizer Jugendherbergen verdoppelt. Die Schweizer Jugendherbergen arbeiten mit einem umfassenden Umweltmanagement, welches die Ökologie beim Bau genauso berücksichtigt wie im Betrieb. Die höchsten Standards und die besten Labels dienen als Messlatte, ausgewiesene Partner als Gradmesser. Denn alle Jugendherbergen sind mittlerweile mit dem ibex fairstay Label zertifiziert und sieben Jugendherbergen erfüllen den Minergie-Standard.

Mit dem Ziel und dem Projektnamen «Hindernisfreie Schweizer Jugendherbergen» lancierten die Stiftung «Denk an mich» und die Schweizer Jugendherbergen, ihre Zusammenarbeit im Bereich des hindernisfreien Tourismus. Zahlreiche Projekte wurden erfolgreich umgesetzt und erzielten Signalwirkung für die Schweizer Tourismusbranche. Ziel war es, das gesamte Angebot der Schweizer Jugendherbergen – von der Informationsbeschaffung im Internet bis hin zu den Betrieben – hindernisfrei zu gestalten.

Die Schweizer Jugendherbergen in Zahlen

2 Länder, 51 Häuser
33 Hindernisfreie Jugendherbergen
16 Historische Jugendherbergen
Logiernächte 2018: 723 030
Mitarbeiter: 577
Mitglieder: 82 000

Ausführliche Informationen zu allen Hostels und Angeboten der Schweizer Jugendherbergen gibt es auf www.youthhostel.ch oder telefonisch unter 044 360 14 14.

Lesen Sie mehr.

Kanada – vielseitige Ski-Destination

Schweizer reisen gerne nach Kanada – allerdings vor allem im Sommer. Als Winter- und somit Skidestination muss das Land im Norden der USA noch besser ins Bewusstsein der Schweizer Touristen rücken.

Reisen für die Frau

Am 14. Juni fand in der ganzen Schweiz der grosse Frauenstreik statt. Die Schweizer Frauen mobilisierten sich, um unter anderem für mehr Rechte, Lohngleichheit und mehr Frauen in höheren Positionen zu kämpfen. Wenn es ums Reisen geht, müssen die Frauen nicht auf die Strasse, denn in den meisten Fällen entscheidet die Frau, wohin die nächste Reise geht.

Archiv.

Hochzeiten gewinnen an Individualität

Die heutige Zeit wird immer schneller und digitaler. Gerade deswegen vertrauen wir stärker als je zuvor in die Gemeinsamkeit und in die Ehe.