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19 Januar 2021

Schweizer Banken: Anlegen für die Zukunft.

Jörg Gasser, CEO Schweizerische Bankiervereinigung

«Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.» Dieses geflügelte Wort aus dem Mund des deutschen Schriftstellers Erich Kästner steht für eine Haltung, die in vielen Lebensbereichen ihre Berechtigung hat. Wenn es um Finanzen geht, stehen wir als Bankkundinnen und Bankkunden ebenfalls häufig vor der Frage, ob wir das Richtige tun – und auch das Gute. Das kann persönliche Entscheide betreffen oder die Frage, in welchen Sektoren wir mit unseren Anlagen oder Investitionen einen Fussabdruck hinterlassen wollen. Ob wir uns auf Neuerungen einlassen oder doch lieber noch etwas zuwarten? Es kann auch Fragen betreffen, die mitunter weit über das Heute hinausreichen und beispielsweise die persönliche Vorsorge betreffen. Das nicht nur, aber auch in solch unruhigen Zeiten, wie wir sie derzeit erleben. Das sind Themen, die aus der Perspektive der Kundinnen und Kunden auf den folgenden Seiten behandelt werden.

Transparente Beratung

Der Schweizer Finanzplatz stellt sich ähnliche Fragen. Welchen Fussabdruck hinterlassen die Banken und ihre Anlageprodukte bei den Kriterien Ökologie, Soziales und gute Unternehmensführung (Environment, Social and Governance, kurz ESG)? Welche Weichenstellungen nehmen sie etwa im Bereich der Digitalisierung vor? Wie kann die Vorsorge verbessert werden? Der Bankenplatz arbeitet mit grossem Engagement daran, Antworten auf diese Fragen zu geben. Einige liegen bereits auf dem Tisch, andere sind am entstehen. Ein Beispiel hierfür ist ein von der Schweizerischen Bankiervereinigung auf den Weg gebrachter Leitfaden zu Sustainable Finance, der bei der Beratung eingesetzt werden kann. Schliesslich bestimmen die Kundinnen und Kunden, wie sie ihr Geld anlegen. Die Banken unterstützen und begleiten sie, indem sie transparent über nachhaltige Anlagemöglichkeiten informieren und entsprechende Dienstleistungen und Produkte anbieten.

Trend in Richtung nachhaltigem Anlegen

Schon heute sind über 700 Milliarden Franken in der Schweiz nachhaltig investiert, wie Swiss Sustainable Finance erhoben hat.

Jörg Gasser, CEO Schweizerische Bankiervereinigung

Schon heute sind über 700 Milliarden Franken in der Schweiz nachhaltig investiert, wie Swiss Sustainable Finance erhoben hat. Damit waren per Ende 2018 rund 20 Prozent der Gelder, bei denen die Banken über die Beratung beim Anlageentscheid mitgewirkt haben, gemäss ESG-Kriterien angelegt. Dies heisst aber auch, dass noch viel mehr möglich ist. Mit gemeinsamen Anstrengungen und überzeugenden Lösungen für die Kundinnen und Kunden, lässt sich dieser Wert weiter steigern. Denn die Schweiz will der führende Hub für nachhaltige Anlagen sein. 

Lösungen für die Zukunft

Ich bin überzeugt davon, dass die Schweizer Banken auf viele Fragen die richtigen Antworten geben können. Dafür benötigen sie allerdings die richtigen Rahmenbedingungen. Dies gilt gerade auch für die berufliche Vorsorge. Als Bankiervereinigung möchten wir eine Modernisierung der Anlagerichtlinien erreichen. In Zeiten tiefer Zinsen benötigen die Vorsorgewerke mehr Möglichkeiten, um ihrer wichtigen Aufgabe gerecht zu werden und das Leben von uns allen im Alter abzusichern. 

Weitere Chancen bietet die fortschreitende Digitalisierung für Kunden und ihre Banken. Die Banken brauchen auch hier verlässliche Leitplanken und unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten, um innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln und praktische Anwendungen anzubieten. Wir legen ein besonders grosses Augenmerk auf die Sicherheit von Bankkundendaten – wenn beispielsweise über das Open Banking zum Nutzen der Kundinnen und Kunden immer mehr Informationen über die eigene finanzielle Situation von mehreren Anbietern in einer App zusammengefasst werden.

Der Schweizer Bankenplatz nimmt die Herausforderungen der Zukunft an. Er arbeitet im Interesse von Anlegerinnen und Anlegern und Unternehmen an guten Lösungen, die über den morgigen Tag Bestand haben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute.

Text: Jörg Gasser

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