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9 August 2020

Unterschätztes Potenzial und ungenutzte Chancen von alternativen Investments.

In Zeiten von Corona ist auch die Verunsicherung in Sachen Investment gross. Alternative Investmentformen wie Gold und Kryptoassets gewinnen im Zuge dessen enorme Popularität. Warum deren Potenzial oft unterschätzt wird und wie man am effektivsten davon profitiert.

Die Investmentwelt befindet sich in stetem Wandel und sieht sich immer wieder aufs Neue mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Jüngstes Beispiel ist die Coronakrise, die besonders in Investmentkreisen für Unsicherheiten gesorgt hat: Soll man jetzt in etwas investieren? Wenn ja, in was? Und wird es sich letzten Endes überhaupt lohnen? Nur drei Fragen, die im Zuge dessen aufgeworfen wurden.

Alternativen zum klassischen Investieren

Aufgrund des eingangs erwähnten stetigen Wandels kann man rasch die Orientierung über die verschiedenen Investmentformen verlieren. Traditionelles oder klassisches Investieren bezieht sich im Grunde genommen hauptsächlich auf drei Kategorien: Aktien, Anleihen und Cash. Diese drei Kategorien dominieren die Investmentwelt und stellen die weltweit grössten Bestandteile von Anlegerportfolios dar. Im Laufe der Zeit haben sich zudem alternative Anlagen als Ergänzung und integraler Bestandteil des Anlegerportfolios herauskristallisiert. Diese erleben zurzeit eine Sternstunde: So sind Private Equity, Immobilien, Hedgefonds, Privatschulden, Rohstoffe, Infrastruktur, liquide Alternativen und Kryptoassets heutzutage in einer traditionellen Vermögensallokation weitaus häufiger als vor 10 bis 15 Jahren anzutreffen. Ein Trend, der Prognosen zufolge nicht so schnell im Sand verlaufen wird: Experten gehen davon aus, dass die Gesamtzahl der alternativen Investments im Jahr 2024 rund 17 Prozent ausmachen wird.

Aktien, Anleihen und Cash dominieren die Investmentwelt und stellen die weltweit grössten Bestandteile von Anlegerportfolios dar.

In Gold investieren

Besonders in Krisenzeiten lässt sich in Bezug auf Investment oft ein «back to the roots»-Trend erkennen. Trotz seiner Geschichte, die bis in die Vorzeit reicht, ist Gold immer noch hochaktuell. Gold gilt nach wie vor als sicherer Hafen in Sachen Investment – trotz oder vielleicht gerade wegen seiner jahrtausendealten Geschichte. Allerdings ist im wahrsten Sinne nicht alles Gold, was glänzt: So wirft ein Goldbarren im Tresor keine physischen Zinsen ab, zudem ist der Goldpreis oft enormen Schwankungen unterworfen. Der Goldkurs stellt die einzige Option dar, mit Gold Gewinn zu machen. Konkret ist dies der Fall, wenn man Gold zu einem teureren Preis verkaufen kann, als man es vorher gekauft hat.

Was Bitcoin und Gold gemeinsam haben

2009 erschien mit Bitcoin die wohl bekannteste Kryptowährung unserer Zeit auf der Bildfläche. Wie enorm die Relevanz und Popularität von Bitcoin gewachsen ist, zeigt ein Blick in die Bücher: So war Bitcoin im Juni 2017 vorübergehend rund 10 000 Mal so viel wert wie noch Ende 2010. Bitcoin weist zudem viele Parallelen zu Gold auf: Beide sind langlebig, transportabel und stützen sich nicht auf eine zentrale Behörde. In Zeiten der Unsicherheit oder Krise neigen Anleger dazu, ihre Allokation in Safe-Haven-Vermögenswerte zu erhöhen, um den Mangel an kurzfristiger Visibilität zu überstehen. Eine Investition in Gold und Bitcoin ist nicht zuletzt auch eine gute Kombination, um eine Diversifizierung von traditionellen Anlageklassen zu erreichen.

Eine Investition in Gold und Bitcoin ist nicht zuletzt auch eine gute Kombination, um eine Diversifizierung von traditionellen Anlageklassen zu erreichen.

Alternatives Investment im Wandel der Zeit

Auch alternative Investmentformen sind nicht in Stein gemeisselt, sondern entwickeln sich laufend weiter. So waren alternative Anlagen früher nur einem ausgewählten und anspruchsvollen Teil des Marktes zugänglich. Inzwischen sind sie allgegenwärtig und stehen jedem zur Verfügung, der sich für die Erstellung eines Anlageportfolios interessiert. Achtung: Ihre Allokation sollte jedoch begrenzt bleiben, da sie tendenziell weniger reguliert sind und somit mehr Risiken bergen. Seit der Finanzkrise von 2008 haben sich zudem die Staatsanleihen im Wesentlichen gegen Null bewegt – ebenso wie die Renditen der Bankeinlagen. Im Zuge dessen ist es für Anleger somit ein naheliegender Schluss, alternative Anlageformen in Erwägung zu ziehen. Nichtsdestotrotz sollte man dabei aber stets die Risikokennzahlen seines Gesamtportfolios im Auge behalten.

Investment in Zeiten von Corona

Die Coronakrise hat die Investmentwelt tief geprägt. Durch die Art und Weise, wie Regierungen auf die Covid-19-Krise reagiert haben, wurde die globale Geldpolitik in den Fokus gerückt. Seit 2008 befindet sich diese in einem Expansionsmodus – mit einer massiven Beschleunigung im ersten Halbjahr 2020. Investoren, die nach Möglichkeiten suchen, einen Teil ihres Vermögens ausserhalb des traditionellen Spektrums anzulegen, streben jetzt nach alternativen Anlagen wie Gold oder auch Bitcoin. Der ausschlaggebende Grund: Alternative Anlagen sind in der Regel langfristige Anlagen. Somit überrascht es nicht, dass besonders in Zeiten von grosser Unsicherheit Anleger liquide Anlagen den illiquiden vorziehen. 

Ausblick in die Zukunft

Was hält die Zukunft in Sachen alternatives Investment bereit? Feststeht, dass der Zugang zu Investitionen demokratisiert wurde. Jeder mit einem Bankkonto und einem Mobiltelefon kann heute in verschiedene Anlageklassen und Produkte investieren. Neue Technologien eröffnen Anbietern von alternativen Investmentlösungen zudem zahlreiche neue Möglichkeiten. Darunter etwa effizientere Arbeitsmethoden, die in geringeren Kosten, mehr Transparenz und mehr Liquidität resultieren. Ebenso etablieren sich innovative Anlagestrategien, die sich neue Datenquellen und künstliche Intelligenz zu Nutzen machen, um Investoren unkorrelierte Renditen zu ermöglichen. Alternative Anlagen avancieren somit zum Standard in den Portfolios der Anleger und sollten in Zukunft auch als solche erachtet werden.

Text Lars Gabriel Meier

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