Jede Epoche kennt ihre eigene Sprache für Einfluss, Mitgestaltung und Macht. Es gab Zeiten, in denen Latein die Sprache der Elite war. Später eröffneten Fremdsprachen den Zugang zur Diplomatie und zu internationalen Märkten. Finanzwissen wurde zur Sprache der Wirtschaft. Heute entsteht eine neue Sprache: die Sprache digitaler Systeme und künstlicher Intelligenz. Wer sie versteht, kann mitgestalten. Deshalb: «Ladies, let’s talk digital!»

Alkistis Petropakin
General Manager Advance
Wenn ich von digitalen Kompetenzen spreche, meine ich nicht Fachspezialist:innen in Technologieunternehmen oder in IT-Abteilungen. Die Digitalisierung hat jede Branche, jede Funktion und jede Führungsebene erreicht. Und schon in naher Zukunft werden KI-Agenten und Menschen kooperieren, um auch komplexe Aufgaben zu lösen.
Wer in der Geschäftswelt beruflich vorankommen will, braucht zunehmend digitale und KI-Kompetenzen
Das kürzlich lancierte Advance Whitepaper zum Thema digitale Kompetenzen in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich zeigt, dass die Nachfrage nach digitalen Skills für Managementpositionen im letzten Jahrzehnt um 55 % gestiegen ist. Das Fazit daraus ist glasklar: Diese Kompetenzen werden immer wichtiger, um in verantwortungsvolle Positionen aufzusteigen. Wie sind Frauen in dieser Hinsicht im Arbeitsmarkt positioniert?
Die geschlechtssspezifische Lücke hat sich verringert
Hier liefert uns die neue Studie zunächst gute Neuigkeiten: Im gleichen Zeitraum hat sich die geschlechtserspezifische Lücke bei der Nachfrage nach digitalen Kompetenzen nämlich um rund 34 % verringert. Das bedeutet, dass mehr Frauen in Berufe mit höheren Anforderungen an digitale Kompetenzen einsteigen, und dass Berufe mit einem höheren Frauenanteil zunehmend digitaler werden. Das ist ermutigend.
Investieren Sie in Ihre digitalen Kompetenzen – sie sind Karrierewährung
Die Herausforderung ist strukturell
Schaut man genauer hin, verringert sich die Lücke jedoch nicht einheitlich. Auf mittlerem und komplexem Niveau ist sie am grössten – genau dort, wo die Nachfrage nach digitalen Kompetenzen in Managementfunktionen am stärksten gestiegen ist. Im Klartext heisst das: Männer sind anteilsmässig besser aufgestellt, wenn es um karriererelevante digitale Skills geht. Das überrascht Sie wahrscheinlich nicht. Aber es ist ein Weckruf, dem jetzt Taten folgen müssen. Denn künstliche Intelligenz transformiert die Wirtschaft fundamental.
Risiko oder Chance – wir haben es in der Hand
Die ungleiche Verteilung ist nicht allein eine Frage individueller Präferenzen. Vielmehr begrenzen strukturelle Barrieren die Möglichkeiten von Frauen, digitale Kompetenzen sowohl vor als auch nach dem Eintritt in den Arbeitsmarkt aufzubauen und zu vertiefen. Gemeint sind etwa unterschiedliche Bildungs- und Berufsmuster, fehlende Vorbilder — und später die nach wie vor ungleiche Verteilung von Care-Arbeit. Gerade bei der Familiengründung übernehmen Frauen in der Regel häufiger die Betreuung und den Haushalt, reduzieren ihr Pensum oder unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit. Das heisst: weniger Erfahrung mit digitalen Anforderungen, weniger Ausbau von Kompetenzen — und damit oft auch weniger Zugang zu anspruchsvolleren Positionen. Das Gute daran: Wir alle haben es in der Hand, das zu ändern.
«Wer die Sprache von Daten, digitalen Systemen und künstlicher Intelligenz beherrscht, gewinnt nicht nur Wissen, sondern auch Einfluss.»
Der Weckruf geht nicht allein an Frauen. Er geht uns alle an: Arbeitgebende, Vorgesetzte, Ausbildende, Behörden usw. Wenn wir strukturelle Barrieren heute nicht abbauen, riskieren wir, sie morgen zu skalieren. Die Transformation bietet auch eine grosse Chance, wenn wir bewusst steuern, wer Zugang erhält, und wer mitgestaltet. Wenn Frauen und Männer einbezogen werden, schaffen wir bessere Systeme für alle.
15 Minuten am Tag für «Claudine & Sie»!
Was mir an KI besonders gefällt: Man muss keinen technischen Hintergrund haben, um mitzumischen. Aber wie starten? Und wie den Überblick bei der Vielzahl verfügbarer Tools behalten, die sich täglich weiterentwickeln? Mein Rat: Wecken Sie die Entdeckerin in sich!
Probieren Sie in sicher abgestecktem Rahmen aus, was Sie mit «Claude & Co.» – oder nennen wir’s unter uns «Claudine & Sie» – so alles vereinfachen und an Routinearbeiten an KI delegieren können. Nutzen Sie KI als Sparrings-pPartner:in, Agent:in und zur Inspiration. Wo Sie genau starten, ist im ersten Moment gar nicht so wichtig. Wichtig ist: Starten Sie!
Die Zukunft wird jetzt gestaltet – im besten Fall von Frauen und Männern gemeinsam
Im Jetzt liegt eine grosse Chance. Wir stehen in der Schweiz mitten in einer Transformation, die Wirtschaft und Arbeitswelt neu ordnet. In solchen Momenten werden Chancen neu verteilt. Wer die neue Sprache spricht, wird die Zukunft mitgestalten. – Ich wünsche Ihnen auf den folgenden Seiten eine spannende Lektüre.
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