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Narbenfreie Operation an der Schilddrüse

03.04.2019
von SMA

Operationen an der Schild- sowie der Nebenschilddrüse gehören in der Schweiz zu den Routineeingriffen. Doch einen Makel hatte die etablierte Methode bisher: Nach dem Eingriff blieb bei Patienten eine Narbe am Hals zurück. Um dies zu vermeiden, setzt man am Spital Emmental auf eine neue Operationstechnik. Mit grossem Erfolg.

Das Vorgehen mag für Laien brutal klingen – doch es handelt sich dabei um eine bewährte und vergleichsweise schmerzarme Operation an der Schilddrüse. Über einen Schnitt am Hals erreichen die Chirurgen die Schilddrüse, die unterhalb des Kehlkopfes liegt. Ein solcher Eingriff ist dann nötig, wenn die Funktion des Organs gestört ist und es darum zu viele Hormone produziert oder wenn sich darin ein Knoten oder Tumor gebildet hat. Auch eine übereifrige Nebenschilddrüse muss operativ «gedrosselt» werden. Wobei der Zugriff ebenfalls per Halsschnitt erfolgt. «Ein Nachteil, der sich dabei leider immer ergibt, ist die Narbe, die am Hals zurückbleibt», erklärt Prof. Dr. Stephan Vorburger, Chefarzt Chirurgie am Spital Emmental.

Aus diesem Grund setzen Vorburger und sein Team bei Eingriffen an der Schild- und Nebenschilddrüse seit letztem Oktober auf eine neue Methode: «Wir gelangen dabei durch den Mund der Patientin oder des Patienten zum Organ». Das hat für die Betroffenen mehrere Vorteile. Zum einen entsteht keine Narbe am Hals und zum anderen ist diese Methode sogar noch schmerzärmer.

Wir gelangen dabei durch den Mund der Patientin oder des Patienten zum OrganDr. Daniel Geissmann, Chefarzt Stellvertreter

Vom Besten gelernt

Die neue Operationstechnik hat man aus Thailand ins Emmental importiert. Das kommt nicht von ungefähr. Denn in mehreren asiatischen Ländern gelten bereits vergleichsweise kleine Narben als entstellend. «Demensprechend sind die Chirurgen aus diesem Teil der Welt sehr darum bemüht, Operationstechniken einzusetzen, die möglichst wenig Vernarbung nach sich ziehen», erklärt Dr. Daniel Geissmann, Chefarzt Stellvertreter.  Er erlernte deshalb die neue Methode während dreier Monate in Bangkok bei Dr. Anuwong,  dem Erfinder dieser Operationsmethode. Dieser hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 800 erfolgreiche Operationen an der Schilddrüse «durch den Mund» durchgeführt. Gemäss Daniel Geissmann waren seine guten Resultate ausschlaggebend, schliesslich sei die Sicherheit der Patientinnen und Patienten das Wichtigste. Hat ein Patient z.B. einen sehr prominenten Kehlkopf oder sitzt ein bösartiger Knoten im Organ, wenden wir auch weiterhin die normale Variante per Halsschnitt an. Dr. Daniel Geissmann, Chefarzt Stellvertreter

OP mit Videokontrolle

Mit der Anwendung dieser neuen Operationstechnik nimmt das Spital Emmental in der Schweiz eine Vorreiterrolle ein. Einmal mehr: Denn das Team um Stephan Vorburger und Daniel Geissmann hat bereits in der Vergangenheit mehrere innovative Operationsverfahren der «Schlüssellochchirurgie» hierzulande eingeführt. Bei diesen minimal-invasiven Eingriffen erreichen die Chirurgen durch kleine Schnitte den Operationsort, um dort dann unter Videokontrolle sehr präzise zu operieren. Minimal-invasive Schild- und Nebenschilddrüsen Eingriffe durch den Mund können aber nicht in allen Fällen durchgeführt werden: «Hat ein Patient z.B. einen sehr prominenten Kehlkopf oder sitzt ein bösartiger Knoten im Organ, wenden wir auch weiterhin die normale Variante per Halsschnitt an», führt Daniel Geissmann aus.

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