Wenn der Alltag endet, beginnt auf Gozo eine andere Zeit. Maltas kleine Schwesterinsel zeigt sich dabei von ihrer ursprünglichen Seite – mit zerklüfteten Küsten, kleinen Dörfern und dem weiten Mittelmeer.
Wer an Maltas Küste die Fähre nach Gozo besteigt, wird sie schon nach wenigen Minuten spüren: die besondere Ruhe der Insel. Denn Gozo gilt bei Einheimischen wie bei Gästen als Ort der Entspannung. Hier eine Weile zu bleiben, bedeutet, das Inselleben hautnah zu erleben und tief in die besondere Atmosphäre der Insel einzutauchen.
Vom Luxus und der authentischen Auszeit
Boutique- und Luxushotels mit Infinitypools, großzügigen Spa-Bereichen und einer Küche, in der frische Kräuter, sonnengereiftes Gemüse und regionale Spezialitäten die Hauptrolle spielen, verbinden mediterrane Eleganz mit Privatsphäre und herzlicher Gastfreundschaft. Gozo bietet damit ideale Voraussetzungen, um luxuriöse Erholung mit einer gesundheitsbewussten Auszeit zu verbinden. Ob Yoga, Ayurveda oder entspannte Stunden am Pool – hier bleibt Raum, zur Ruhe zu kommen und neue Energie zu schöpfen.
Wer das ursprüngliche Gozo erleben möchte, findet in einem der authentischen Farmhäuser ein Zuhause für die bewusste Pause vom Alltag. Die mit viel Liebe restaurierten, über 300 Jahre alten Häuser verbinden historischen Charme mit modernem Komfort und erzählen die Geschichte der Insel auf ganz besondere Weise. Umgeben von malerischen Dörfern und der typisch mediterranen Landschaft entsteht hier das Gefühl, für einen Moment Teil des echten Gozos zu sein.
Wasser und Wanderwege
Nach einer Nacht der absoluten Ruhe erwacht ganz allmählich der warme Inseltag. Während einer kurzen Erfrischung im Pool und einem Frühstück auf der Terrasse wächst die Vorfreude auf eine Wanderung zwischen körperlicher Bewegung und mentaler Regeneration. Von den gut begehbaren Wegen aus eröffnen sich weite grüne Landschaften und traumhafte Steilklippen. Spektakuläre Ausblicke aufs glitzernde Meer und Felder, die von wilden Kapernsträuchern und Kaktusfeigen gesäumt sind, bieten dem Kopf die wohlverdiente Pause.
Vom malerischen Hafen von Xlendi aus führt ein Weg ins stille Wied il-Għasri, wo das Wasser in einer jahrhundertealten Schlucht tanzt. Wer dem Trubel entfliehen will, folgt dem Pfad von Marsalforn nach Qbajjar: Hinter einer schroffen Felswand glitzert das Meer wie geschliffener Schmuck. Und am Dwejra-Ufer formen zerklüftete Felsen, natürliche Grotten und verborgene Lagunen eine dramatische Kulisse.
Immer wieder laden kleine Buchten zum Abtauchen und Träumen ein: der rote Sand von Ramla, die Meeresschlucht von Wied il-Għasri, der Kies der Daħlet-Qorrot-Bucht und die Felsen von Għar Qawqla. Wer sich das Meer etwas ausgiebiger zu eigen machen will, verbringt einige Zeit beim Stand-up-Paddling.
Wo das Wasser die Gedanken mit sich trägt
Gozos schönste Küstenabschnitte sind nicht über Straßen erreichbar – mit dem Kajak aber eröffnen sich ganz neue Wege. Von Marsalforn und Xlendi aus gleitet man entlang der zerklüfteten Küste, vorbei an natürlichen Felsformationen und einsamen Buchten. Unter der Wasseroberfläche wartet eine ebenso faszinierende Welt: Gozo zählt zu den besten Tauchzielen im Mittelmeer und begeistert mit eindrucksvollen Wracks, geheimnisvollen Höhlen und außergewöhnlich klarer Sicht.
Picknick bei Sonnenuntergang
Bewegung an der frischen Luft macht hungrig – und Gozo bietet dafür die passende Kulisse. Ein Picknick ist die perfekte Gelegenheit, den Tag entspannt ausklingen zu lassen.
Insbesondere Ta’ Ċenċ und Sanap bieten sich für ein abendliches Picknick an. Entlang der Südküste fallen hier die Klippen rund hundert Meter hinab in die offene See. Beide sind wunderbare Orte, um den Sonnenuntergang zu erleben – mit freiem Blick auf den Horizont und die Weite von Meer und Himmel.
Unbedingt im Plan enthalten sein sollte auch Dwejra. An diesem nach Westen ausgerichteten Küstenstreifen geht die Sonne nicht einfach unter. Sie versinkt hinter dem Fungus Rock im Wasser und der malerische Inland-See wandelt sich von Türkis in alle Farben, für die der Himmel sich entscheidet.
Nicht nur eine Mahlzeit, sondern ein ganzer Abend
Das Abendessen ist auf Gozo eine Zeit für den Genuss. Und die Kulisse könnte abwechslungsreicher kaum sein: ein Dorfplatz, an dem nur die Kirchenglocken gelegentlich die Konversation unterbrechen. Eine Dachterrasse mit Blick über verstreute Dörfer und die Weite der Insel. Oder ein Tisch direkt am Meer, mit Fisch, der noch am selben Morgen gefangen wurde.
Mediterranes Gemüse geschmort in Olivenöl, bunte Salate mit Gbejniet, ein traditioneller maltesischer Käse – die mediterrane Küche zelebriert Farben und Aromen. Eine Spezialität ist Ftira, ein maltesisches Fladenbrot. Dazu ein Glas des lokalen Weins, der in steilen Terrassen seine Pracht entfaltet.

© Daniel Cilia
Kultur mit dem Blick der Ruhe
Nur wenige Minuten von Dwejra entfernt, im Westen Gozos, erhebt sich Ta’ Pinu still inmitten der Landschaft bei Għarb. Ihr markanter Glockenturm ragt weit über die Umgebung hinaus und ist schon von weitem zu erkennen.
Wer sich bei Tageslicht etwas Zeit nimmt, kann das wunderbare Madonnengemälde betrachten. Dahinter befinden sich lange Gänge voller Weihegaben, Fotografien und Objekte, die Menschen zum Dank für erhörte Gebete hinterlassen haben, jedes verbunden mit einer Geschichte.
Nach Einbruch der Dunkelheit lohnt es sich, zur Basilika zurückzukehren. Erleuchtet hebt sie sich nun vor der weiten Landschaft ab. Der Vorplatz ist leer, die Felder liegen still und wo tagsüber Pilgerinnen und Pilger ein- und ausgehen, kehrt am Abend eine besondere Ruhe ein.
Ähnliches gilt für die Ċittadella in Victoria. Abends um zehn Uhr hat man den Festungswall für sich allein, die Lichter tauchen die Bollwerke in ein sanftes Gold und tief unten erglühen die Fenster der Dorfkirchen eins ums andere. Der historische Ort vermag schon tagsüber zu begeistern, doch nachts herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Die Stille wird nur durch das gelegentliche Läuten der Kirchenglocke unterbrochen, beinahe ist es so, als würden die Kalksteinmauern flüsternd von ihren Erlebnissen vergangener Jahrhunderte erzählen.
Zwei Opernhäuser in einer Straße
Victoria, die einzige Stadt der Insel, hat ungefähr 7000 Einwohnerinnen und Einwohner und zwei Opernhäuser. Das Teatru Astra und das Teatru tal-Opra Aurora stehen wenige Minuten voneinander entfernt in derselben Straße. Jeden Herbst führen beide jeweils eine vollständige Oper mit internationalen Solistinnen und Solisten und jeweils eigenem Orchester und Chor auf. Zusätzlich bringen die Theater das ganze Jahr über Musicals, Konzerte und andere Produktionen auf die Bühne – eine schöne Gelegenheit, einen Abend lang Kultur zu genießen und sich inspirieren zu lassen.
Die Festa-Nächte
Von Juni bis September kann man sich auf eine weitere Besonderheit freuen: die Festa-Nächte. Die Dörfer schmücken zu Ehren ihrer Schutzheiligen die Kirchenfassaden mit Tausenden Lichtern, behängen die Innenräume mit Damast und Silber und lassen Blaskapellen aufspielen. Auf dem Dorfplatz legen die Menschen ihren Kopf in den Nacken, um auch nichts von den farbenprächtigen Feuerwerken zu verpassen, die den Nachthimmel erhellen. Die ganze Gemeinde kommt für ein unvergessliches Erlebnis zusammen, zu dem auch Gäste herzlich willkommen sind.
Eine kleine Insel, die Zeit schenkt
Eines ist also klar: Die Größe täuscht. Auf gerade einmal 67 Quadratkilometern hat Gozo viele Facetten, und um diese ausgiebig zu genießen und zur Ruhe zu kommen, reichen wenige Stunden nicht aus. Natur und Kultur verbinden sich zu einem großen Ganzen – einem Ort, der keine Zeit nimmt, sondern Zeit schenkt.
Weitere Informationen unter:
visitgozo.com

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