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Deutschland Die Frau Sponsored Gesundheit

Lieber Krebs als drei Minuten nackt auf den Stuhl!

03.09.2026
von SMA

Es gibt eine Vorsorgeuntersuchung, die Leben rettet. Nimmt man daran teil, sinkt das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu sterben, um 70 Prozent. Sie dauert wenige Minuten und ist kostenlos. Und trotzdem geht die Hälfte der Menschen mit Uterus in Deutschland nicht hin. Nicht, weil sie es nicht wissen, sondern weil sie Angst haben. Weil die belastende Erinnerung an die letzte Untersuchung noch tief sitzt. Weil sich alles daran falsch anfühlt.

Wenn Medizin nicht ankommt

Wer auf einem gynäkologischen Untersuchungsstuhl liegt, erlebt etwas, das in kaum einer anderen medizinischen Situation so geballt auftritt: die eigene Nacktheit, die Spreizung der Beine, Instrumente im Intimbereich – und gegenüber eine Person, für die das alles Routine ist. Diese Diskrepanz sitzt tief, besonders wenn sich der Körper ohnehin verändert. Trotz medizinischer Fortschritte hat sich daran wenig geändert: Abläufe werden auf Effizienz optimiert, für Gespräche und Vertrauen bleibt immer weniger Zeit.

Genau hier setzt das Berliner Unternehmen Kite Design Research an. Im Auftrag von Herstellern identifiziert das Team Painpoints im Praxisalltag, deckt Fehlerquellen auf und macht Medizintechnik so im Alltag besser nutzbar.

Wie Kite hinschaut

»Wir gehen dorthin, wo Medizin stattfindet«, sagt Anne Wohlauf, Geschäftsführerin von Kite. »Nicht in Konferenzräume, sondern in Operationssäle, Kliniken, Praxen. Wir machen sichtbar, was alle erleben, aber niemand in Worte fassen kann.«

Kite beobachtet Abläufe, analysiert Bewegungen im Raum, kartiert Kommunikationswege und führt Expert:inneninterviews – mit Ärzt:innen, Pflegenden, Patient:innen und Angehörigen. Daraus entstehen Empfehlungen, Prototypen, neue Produkte und Services: vor der Markteinführung, um Painpoints früh zu erkennen, während der Einführung, um Fehlerquellen zu minimieren, und danach, um zu prüfen, ob ein Produkt im Alltag wirklich nutzbar bleibt. »Die meisten Hersteller fragen uns: Funktioniert das Produkt?«, sagt Wohlauf. »Die eigentliche Frage ist: Funktioniert es auch in den Händen der Menschen, die es täglich nutzen – und bei den Patient:innen, die es erleben?«

Das Beispiel zeigt, wie klein der Hebel sein kann. Steht das Fußende des Untersuchungsstuhls Richtung Tür, fühlen sich viele Patient:innen fundamental entblößt – selbst wenn niemand hereinkommt. Die Möglichkeit genügt. Eine Drehung des Stuhls, null Kosten, verändert das Erleben grundlegend.

Eine gute Idee reicht nicht

Dr. Roxana Belciu Kerns hat mit ihrem Unternehmen Amarastesia einen Zervixdilatator entwickelt, der gynäkologische Eingriffe schonender und kürzer macht. Das Gerät funktioniert. Und trotzdem kämpft es darum, in den klinischen Alltag zu kommen. Eine gute Idee allein reicht nicht. Sie muss in Abläufe passen, von Ärzt:innen akzeptiert, in Ausbildungen vermittelt und in bestehende Strukturen integriert werden.

Zwischen medizinischer Innovation und Wirkung liegt ein Raum, der erstaunlich oft übersehen wird. Darauf hat sich Kite spezialisiert: Das Team untersucht, warum manche Lösungen selbstverständlich werden – und andere trotz überzeugender Evidenz nie wirklich ankommen.

Der Unterschied zwischen Wirkung und Wirksamkeit

Klinische Studien zeigen, ob ein Produkt wirkt. Design Research zeigt, was tatsächlich passiert – im Moment der Anwendung, unter echten Bedingungen, mit allem, was Menschen dabei fühlen und tun, aber selten aussprechen. Diese Lücke früh zu schließen, ist günstiger, als sie später über Schulungen, Nachbesserungen oder eine gescheiterte Einführung zu korrigieren.

Weitere Informationen unter:
kite.design/de/health-ux/

Logo Kite Design

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