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Hierarchien aufbrechen: Welche Chancen für Frauen in der KI liegen

03.09.2026
von SMA

Routineaufgaben waren gestern. Heute übernimmt sie in vielen Fällen die KI. Was das für die Arbeit von Frauen in Anwaltskanzleien bedeutet, beleuchten Stefanie Kalke und Victoria Johnson als Expertinnen der FPS Rechtsanwaltsgesellschaft im Interview.

Stefanie KalkeManaging Partnerin bei FPS Rechtsanwaltsgesellschaft

Stefanie Kalke
Managing Partnerin bei FPS Rechtsanwaltsgesellschaft

Victoria JohnsonAssociate Partnerin bei FPS Rechtsanwaltsgesellschaft

Victoria Johnson
Associate Partnerin bei FPS Rechtsanwaltsgesellschaft

Frau Kalke, wie steht es um Frauen in der Rechtsbranche?

SK: Nach wie vor ausbaufähig. Bei Auszeichnungen der Branche sind aktuell nur knapp 20 Prozent Frauen vertreten. Auch als Equity-Partnerinnen sind Frauen weiterhin unterrepräsentiert.

Wie verändert KI die Arbeit von Frauen in Ihrer Branche?

SK: Routinearbeiten werden durch KI erledigt, was einerseits eine Chance ist, auf der anderen Seite aber natürlich auch ein Risiko birgt, weil insbesondere Frauen in beratenden Berufen häufig Routinearbeiten erledigen. Solche Tätigkeiten könnten daher automatisiert werden.

Was sagen Sie Mandantinnen und Mandanten, die glauben, ihre Arbeit durch eine KI ersetzen zu können?

SK: Die gängigen KI-Tools, die kostenlos verfügbar sind, halluzinieren häufig und geben Halbwahrheiten heraus. Daher stellen KI-generierte Texte, die uns von Mandanten übersendet werden, für uns in der Regel keine Arbeitserleichterung dar. Im Gegenteil: Sind die Ergebnisse inhaltlich nicht belastbar oder unpräzise, entsteht durch die notwendige Prüfung und Überarbeitung zusätzlicher Aufwand.

VJ: KI ist ein Werkzeug. Und man braucht jemanden, der dieses Werkzeug richtig einsetzen kann. Nur weil man mir einen Bagger vor die Haustür stellt, kann ich ohne eine:n Baggerführer:in noch kein korrektes Loch ausheben, um ein Haus zu bauen.

Frau Johnson, mit welchen Fragen bezüglich der Nutzung von KI treten Mandantinnen und Mandanten an Sie heran?

VJ: Im klassischen Mandatsgeschäft haben wir viele Unternehmen, die eine Digitalisierungsstrategie verfolgen. Dabei stellt sich regelmäßig die Frage: »Welche Regelungen, zum Beispiel KI-Verordnung, Data Act, DORA, finden auf mein Unternehmen überhaupt Anwendung? Und wie setze ich diese datenschutzkonform um?« Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die rechtskonform und zugleich praktikabel in der Umsetzung ist.

Frau Kalke, Ihr Fachgebiet sind Transaktionen. Wie lässt sich KI dabei nutzen?

SK: Bei Transaktionen ist eine vorgelagerte Prüfung des Zielunternehmens notwendig, die sogenannte Due Diligence. Hierfür werden Teams zusammengestellt, die die jeweiligen Bereiche analysieren. Die Ergebnisse werden in einem DD-Report zusammengefasst, der die Fakten und Risiken abbildet.

Für die Datenanalyse und die Zusammenfassung sind KI-Tools sehr hilfreich und haben den Stundenaufwand für DD-Prüfungen erheblich reduziert.

Was möchten Sie den Frauen Ihrer Branche noch mitgeben?

VJ: Frauen sollten sich vor der Digitalisierung und insbesondere dem Einsatz von KI nicht verschließen. Tätigkeiten im Bereich der KI-Beratung oder der Implementierung von KI-Strategien und Digitalisierungsvorhaben sind Gebiete, die nicht von alten Strukturen und Hierarchien geprägt sind. Dort haben Frauen die Möglichkeit, sich klar zu positionieren. Alle Digitalisierungsthemen müssen auf Geschäftsführungsebene behandelt und entschieden werden.

SK: Wir brauchen mehr Frauen in Führungspositionen, auch in Anwaltskanzleien. KI kann helfen, und die Digitalisierung des Arbeitsalltags schafft mehr Flexibilität. Frauen müssen ihre Ziele auch selbstbewusst verfolgen, um alte Hierarchien aufzubrechen.

Weitere Informationen unter:
fps-law.de

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