patricia boser foto farbig
Lifestyle Wohnen Einrichtung Interview

«Liebend gerne inszeniere ich jede Ecke wie ein eigenes Bühnenbild»

09.04.2022
von Andrina Brodbeck

In der Sendung «Lifestyle» hat Patricia Boser bereits über 1000 Gäste in deren vier Wänden besucht. Sie selbst wohnt mit ihrem Sohn Kai in einer Wohnung am Zürichsee. Einrichten ist eine ihrer Leidenschaften. Worauf sie dabei achtet und was in ihrer Wohnung nicht fehlen darf, verrät sie im Interview mit «Fokus».

Patricia Boser, wo fühlen Sie sich zu Hause?

Ich fühle mich überall dort zu Hause, wo meine Liebsten sind. Der Ort an sich spielt für mich dabei eine untergeordnete Rolle. 

Was bedeutet Ihnen Ihr Daheim? 

Unsere Wohnung ist in erster Linie eine Oase und ein Rückzugsort. Seit ich aber auch als Influencerin tätig bin, ist unser Daheim auch zum Filmset für meinen Content auf Instagram geworden. 

Wie ist es, wenn das Daheim für Instagram zu einem öffentlichen Raum wird?

Das ist ein Teil meiner Arbeit und besonders für viele Frauen eine grosse Inspiration. Immer wieder werde ich nach einer Story gefragt, wo ich gewisse Dinge und Gegenstände meiner Wohnung gekauft habe. Kürzlich hat mir eine Dame an einem Fussballmatch ein Kompliment für meinen Einrichtungsgeschmack gemacht, was mich sehr freut.

Sie wohnen am Zürichsee – was mögen Sie an der Lage? 

Die Lage ist optimal: nahe an der Stadt, umgeben von viel Grünfläche und vom öffentlichen Verkehr bestens erschlossen. 

Was ist der Lieblingsort in Ihrem Zuhause?

Jede Ecke ist für mich stimmig. Das offene Wohnzimmer, der Esstisch mit dem Kronleuchter aus Schweden, mein Schlafzimmer, welches zugleich auch das kleinste Zimmer ist oder unsere Loggia, die zu einem Kaminzimmer geworden ist – ich mag alle Orte in der Wohnung.

Einzurichten ist Ihre Leidenschaft. Worauf achten Sie bei der Einrichtung und was darf auf keinen Fall fehlen? 

Liebend gerne inszeniere ich jede einzelne Ecke separat wie ein eigenes Bühnenbild. Nach 13 Umzügen gibt es bei Bosers im Keller einen grossen Fundus an Spiegeln, Kerzen, Dekorelementen und Bildern.

Patricia Boser in ihrem neuen Zuhause mit Hündin Daisy.

Auf keinen Fall fehlen dürfen die Werke meines verstorbenen Vaters René Boser. Antik und modern wechseln sich ab. Ausserdem darf auch ein bisschen Kitsch in meinen Augen für den Schmunzeleffekt nicht fehlen. 

Das letzte Mal sind Sie vor etwas mehr als einem Jahr mit ihrem Sohn Kai umgezogen – hat er Ihnen damals bei der Einrichtung geholfen? 

Klar, ich kann mich stets auf seinen Gusto verlassen. Er liebt Farben und Formen genauso wie ich. 

War der Umzug in diese Wohnung der letzte?

Das weiss man bei den Bosers nie. Momentan ist diese Wohnung sicherlich für uns alle perfekt.

Seit wann ist das Einrichten Ihre Leidenschaft und woher kommt diese Leidenschaft? 

Einrichten war schon immer eine Passion von mir. Schon als Kind habe ich mein Zimmer selber mit Gegenständen vom Flohmarkt und der Kunst von meinem Vater eingerichtet. Fast jeder Gegenstand in unserer Wohnung erzählt eine Geschichte aus meinem Leben. 

Was tun Sie, wenn die Einrichtung Ihnen verleidet? 

Meine Einrichtung ist zeitlos, deswegen verleidet sie mir auch nicht. Einzig die Accessoires werden ab und an geändert. Das variiert je nach Jahreszeit. 

Fällt es Ihnen leicht, sich von Möbeln oder Accessoires zu trennen? 

Von Erbstücken würde ich mich niemals trennen. Wenn diese trotzdem kaputt gehen sollten, lasse ich sie von Fachpersonen renovieren.

Ich lasse mich auf Reisen, bei meinen Lifestyle-Gästen, auf Flohmärkten und in Antiquitätengeschäften inspirieren.

Ab und an wandert ein Lieblingsstück in unser Ferienhaus in Südfrankreich und bleibt so in der Familie. 

Wie würden Sie Ihren Einrichtungsstil beschreiben? 

Cozy, romantisch und verspielt mit modernen Akzenten.

Findet man Ihre Lieblingsfarbe in Ihrer Einrichtung wieder? 

Beige und Erdtöne sind bei uns Trumpf. In Kais Reich sind Schwarz-Weiss-Töne die Gewinner. Was übrigens auch mir sehr gefällt. 

Wo lassen Sie sich bei der Einrichtung Ihres Zuhauses inspirieren? 

Ich lasse mich auf Reisen, bei meinen Lifestyle-Gästen, auf Flohmärkten und in Antiquitätengeschäften inspirieren.

Ich vertraue auf meine Intuition und meinen Farbensinn.

Jedoch ist es oftmals umgekehrt und meine Freund:innen inspirieren sich bei uns zu Hause für die Einrichtung ihrer Wohnung. 

Apropos Lifestyle-Gäste: Sie haben in Ihrer Sendung «Lifestyle» über 1000 Gäste in deren Heim besucht. Gibt es ein Zuhause, das Ihnen ganz besonders in Erinnerung geblieben ist?

Es gibt nach 26 Jahren «Lifestyle» mit Hunderten von Gästen viele tolle Objekte, Häuser und Wohnungen, die man so schnell nicht wieder vergisst. Es stecken auch viele Erinnerungen an spannende Begegnungen mit Menschen dahinter.

Um ein Beispiel zu nennen: Die Wohnung der verstorbenen Mode-Designerin Christa de Carouge war ein solches Zuhause. Eine grosse Persönlichkeit mit einem unverkennbaren Stil, welche uns leider viel zu früh verlassen hat.

Folgen Sie bei der Einrichtung den Trends oder stets Ihrem Geschmack? 

Ich vertraue auf meine Intuition und meinen Farbensinn. Laut meiner Mutter habe ich diesen von meinem Vater geerbt und übrigens auch an meinen Sohn Kai weitergegeben. 

Wenn Sie etwas Neues für Ihre Wohnung kaufen – seien es Möbel oder Accessoires – ist das dann eher eine spontane Entscheidung oder eine sehr reflektierte?

Möbel brauchen wir keine mehr. Bei den Accessoires ist der Kauf immer spontan. Nur Kerzen kaufe ich immer regelmässig. Dieser Kauf ist dann auch geplant. 

Darf Ihre Hündin Daisy auf die Möbel wie Sofa und Bett? 

Sie hat drei verschiedene Hundekörbchen, darf aber auch aufs Sofa, weil dort eine Decke liegt. Das Bett ist tabu – sie hält sich «meistens» daran (lacht).

Auf Ihrer Webseite steht, dass in Ihnen eine Innenarchitektin verloren gegangen ist. Haben Sie sich nie überlegt, umzusatteln? 

Hobbymässig habe ich schon oft Freund:innen Tipps gegeben oder beim Einrichten ihrer Wohnungen und Häuser geholfen. Ansonsten bin ich absolut glücklich mit meinem Beruf als Moderatorin und Influencerin. Wenn die Anfrage als Präsentatorin für eine Wohnungsumstyling-Sendung käme, müsste ich wohl mit meinem Management darüber nachdenken!

Gibt es Einzelstücke, auf die Sie sehr stolz sind? 

Ich bin auf sehr viele Stücke stolz, weil eine persönliche Geschichte dahintersteckt und sie mich bei ihrem Anblick an einen Moment, eine Begegnung oder eine vergangene Zeit erinnern. 

Was ist der wertvollste Gegenstand oder das wertvollste Möbel in Ihrer Wohnung? 

Die Werke meines Vaters, der alter Beizenspiegel über dem Sofa und mein Kronleuchter. 

Interview Andrina Brodbeck, Bilder Lucia Hunziker, Amanda Nikolic

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