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Stete Müdigkeit kann Eisenmangelanämie bedeuten

11.06.2021
von SMA

Wo Kopfschmerzen, Schwindel, blasse Haut oder Erschöpfung vorkommen, könnte womöglich eine Eisenmangelanämie dahinterstecken. Diese Form von Anämie gilt als eine der häufigsten Mangelkrankheiten weltweit.

Ärztin und Patientin sprechen über Eisenmangelanämie

Eine Anämie, auch Blutarmut genannt, stellt eine Störung der Produktion des Hämoglobins, dem roten Blutfarbstoff, dar. Dieses ist für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich und befindet sich in den roten Blutkörperchen. Somit wird bei einem Mangel an Hämoglobin zu wenig Sauerstoff im Blut transportiert, was eine allgemeine Leistungsabnahme des Körpers zur Folge haben kann. Dadurch können Symptome wie andauernde Müdigkeit, Kopfschmerzen oder auch ein beschleunigter Herzschlag bei bereits geringen Anstrengungen auftreten. Dr. med.(bg) Alina Staikov, Gründerin und Leiterin einer Praxis für Frauengesundheit, führt zudem aus: «Das Eisen als Bestandteil zahlreicher Enzyme spielt eine wichtige Rolle bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen des Körpers.»

Die Entstehung

Bei der spezifischen Eisenmangelanämie liegt, wie der Name bereits verrät, ein Eisenmangel vor, welcher die Anämie verursacht. «Der Eisenbedarf des Körpers wird ausschliesslich durch die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung geregelt, die bei einer ausgewogenen Ernährung ausreichend ist, ausser der benötigte Bedarf ist erhöht und kann nicht mehr nur durch die Nahrung aufgenommen werden», schildert Staikov. Ein Eisenmangel kann bei Blutungen entstehen, tritt jedoch des Öfteren bei Kindern, Sporttreibenden oder älteren Personen auf, da bei diesen ein erhöhter Eisenbedarf vorliegt, jedoch nicht genug durch die Nahrung aufgenommen wird. Ebenfalls sind Frauen aufgrund des monatlichen Blutverlusts öfters von dieser Krankheit betroffen. Eine Frau mit einer normalen Menstruation verliert während ihrer Periode etwa 25 mg Eisen pro Tag. Ist die Periode deutlich stärker, steigt der Verlust um das Doppelte. Vor allem bei Schwangeren oder Stillenden wird ein erhöhter Eisenmangel festgestellt.

Diagnose: Eisenmangelanämie

«Eine häufige Ursache einer Eisenmangelanämie ist ein Blutverlust, welcher besonderes die menstruierenden Frauen betrifft», erklärt Staikov. Bei Verdacht auf eine Menstruationsstörung sollte auf jeden Fall ein oder eine Gynäkolog:in konsultiert werden. Auch sollte laufend der Eisenstatus überprüft werden. Da ein Eisenmangel oft mit einem Vitamin-B12-Mangel einhergeht, sollten ebenfalls dieser und andere Mangelzustände abgeklärt werden. «Je nach Laborbefund wird beurteilt, wie hoch die Eisenspeicher sind, inwiefern die Beschwerden mit einem Eisenmangel zusammenhängen und wie sie behandelt werden sollten», so Staikov.

Was die Folge sein kann

Die Anämie führt zu einer verminderten körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. «In der Geburtshilfe ist die Eisenmangelanämie ein Risikofaktor und bringt mehrere mögliche Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt mit sich. «Dies können Frühgeburtlichkeit, Wachstumsretardierung und negative Beeinflussung der geistigen Entwicklung des Kindes sowie die Gefahr von starken Blutungen in der Wochenbettperiode, erhöhtes Infektionsrisiko während der Schwangerschaft, grössere Wahrscheinlichkeit für Wochenbettdepression oder verminderte Milchproduktion in der Stillzeit für die Mutter sein», zählt Staikov auf.

Die Rettung vor der Not

Der Eisenbedarf sollte an den Bedarf in den verschiedenen Lebensphasen angepasst werden. Der Eisenspeicher sollte nicht nur zum Zeitpunkt des Kinderwunsches oder zu Beginn der Schwangerschaft überprüft werden. «Viele Studien weisen darauf hin, dass ein grosser Teil der heranwachsenden Mädchen ihren täglichen Eisenbedarf nicht deckt. Bei Menstruationsstörungen sollte zum einen auf die Eisenzufuhr geachtet werden, zum anderen sollten diese fachgerecht behandelt werden, um die Ursache der Eisenmangelanämie zu beseitigen», betont Staikov. Während der Schwangerschaft werden regelmässige Laborkontrollen des Hämoglobins und der Eisenspeicher durchgeführt. Generell sollte auf eine eisenhaltige und ausgewogene Ernährung geachtet werden.

Die Bekämpfung

Liegt eine Eisenmangelanämie vor, so gilt es, das missende Eisen dem Körper zuzuführen. Dies kann auf unterschiedliche Art und Weise geschehen. Falls bereits eine Anämie diagnostiziert wird, so kann mithilfe von Eisensubstitutionen der Mangel beseitigt werden. Dies sollte jedoch von einer ärztlichen Fachperson verschrieben und verabreicht werden. «Frauen im gebärfähigen Alter und solche, die eine Schwangerschaft planen, sollten besondere Vorsicht walten lassen. Auch sollte man während der Schwangerschaft vermehrt aufpassen, da es mehrere Einflüsse auf die Mutter und das ungeborene Kind gibt, bis hin zu Eisenmangelanämie-Symptomen der Schwangeren und des Neugeborenen», meint Staikov.

Eisenreiche Nahrung

Besonders in der Schwangerschaft oder bei veganer Ernährung sollte immer auf eine eisenreiche Ernährung geachtet werden. Wie Staikov berichtet: «Vitamin-C-haltige Lebensmittel können die Aufnahme von Eisen verbessern. Koffeinhaltige Lebensmittel hemmen die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln und Kalzium aus Milchprodukten hemmt die des Eisens aus tierischen Produkten. Es gibt Tabellen mit detaillierten Angaben zum Eisengehalt von Lebensmitteln pro 100 Gramm.» Wichtig ist, die Notwendigkeit einer angepassten Ernährung in den verschiedenen Lebensphasen, bei sportlichen Aktivitäten und mögliche Begleiterkrankungen zu berücksichtigen. «Es gibt eisenhaltige Kräuter und Phytotherapeutika, wobei bei einem Mangel rechtzeitig an eine geeignete Substitution durch Supplementierung gedacht werden sollte. Eine unkontrollierte Einnahme muss jedoch vermieden werden, da eine Eisenüberladung auch negative Auswirkungen haben kann», warnt Staikov. Supplemente als Behandlungsmöglichkeiten sind in Form von Tabletten, Sirups und Tropfen sowie als Infusionen erhältlich.

Text Vanessa Bulliard

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