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Zürich
29 November 2020

Sicher unterwegs bei Schnee und Eis.

Wer mit dem Auto auch bei winterlichen Verhältnissen sicher von A nach B gelangen will, muss auf das richtige Equipment achten. Doch Winterreifen allein genügen nicht: Entscheidend ist vielmehr, dass Lenkerinnen und Lenker ihren Fahrstil den Gegebenheiten anpassen. Daran aber scheitern viele – das synchrone Auftreten der Begriffe «Neuschnee» und «Blechschaden» in den Morgennachrichten beweist das leider jeden Winter aufs Neue. Doch wie kann man die Fahrsicherheit erhöhen?

Machen wir uns nichts vor. Auch der schönste Herbst hat irgendwann ein Ende. Und wenn dann tatsächlich die ersten Flocken vom Himmel fallen, steigt die Beliebtheit der Garagisten plötzlich exorbitant an. Landauf, landab fluten Automobilisten die Werkstätten und warten händeringend auf einen freien Termin. Die passende Bereifung könnte freilich längst montiert sein – eine Überraschung ist der Winter ja nicht unbedingt. Von den «quattro stagioni» künden schliesslich schweizweit die Speisekarten der Pizzerias. Ein ganzjähriges Memo für den rechtzeitigen Reifenwechsel quasi.

No-Go: Sommerpneus im Winter

Die Zahl vier ist in der Tat passend für die Winterreifen-Thematik. Die sogenannte 4x4x4-Regel weist auf die wichtigsten Kriterien hin: vier gleiche Reifen, die höchstens vier Jahre alt sind und mindestens vier Millimeter Profiltiefe haben. Diese Empfehlungen sollte zwingend befolgen, wer bei der Ausrüstung auf der sicheren Seite sein will. Winterreifen sind in der Schweiz zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben. Bei einem Unfall mit Sommerpneus auf winterlicher Strasse muss man aber mit erheblich reduzierten Versicherungsleistungen rechnen. Daneben widerspricht der Verzicht auf Winterreifen dem gesunden Menschenverstand – es ist schlicht unverantwortlich, sich und andere Verkehrsteilnehmer einem unnötigen Risiko auszusetzen. Die «O bis O»-Regel ist deshalb die richtige Lösung: Winterreifen von Oktober bis Ostern!

Insbesondere für jene Autofahrer, die in den hügeligen und bergigen Teilen der Schweiz unterwegs sind, bieten sich Schneeketten als sinnvolle Ergänzung zu den Winterreifen an. Mit den Ketten kann vermieden werden, dass das Fahrzeug in steilem Gelände auf glattem Untergrund ins Rutschen kommt. Das eiserne Reifenupgrade hat übrigens auch bei Autos mit Allradantrieb seine Berechtigung. 4×4 bedeutet in erster Linie mehr Traktion und Fahrstabilität, doch auf einer abschüssigen Strecke ist dies kein Schutz vor einem Wegrutschen.

Ausrüstung für Fahrsicherheit im Winter

Diese Utensilien leisten bei winterlichen Verhältnissen wertvolle Dienste:

  • Eiskratzer, Schneebesen
  • Scheibenwaschmittel mit Frostschutz
  • Schneeketten
  • Überbrückungskabel
  • Abschleppseil
  • Warnwesten
  • Taschenlampe
  • Wolldecken
Langsamer und mit mehr Abstand

Die adäquate Ausrüstung ist das eine, das menschliche Verhalten das andere. Zu geringer Abstand, zu hohe Geschwindigkeit oder riskante Manöver sind bei schneebedeckten oder glatten Strassen noch um ein Vielfaches gefährlicher als bei trockenen Verhältnissen. Eine Faustregel besagt, dass bei winterlichen Bedingungen dreimal mehr Abstand und ein dreimal geringeres Tempo als normalerweise einzurechnen ist, damit ausreichend Zeit und Platz zum Bremsen bleibt. Der massiv verlängerte Bremsweg auf glattem Untergrund wird jedoch oft unterschätzt, was immer wieder zu Auffahrunfällen führt.

Neben tieferer Geschwindigkeit und grösserem Abstand erhöht zudem das Anpassen des Fahrstils die Fahrsicherheit. Langsameres Beschleunigen etwa verhindert das Durchdrehen der Räder auf eisiger Unterlage. Bei manueller Schaltung kann das Anfahren im zweiten Gang hilfreich sein, um wie gewünscht voranzukommen. Experten empfehlen generell, auf Schnee eher untertourig zu fahren, denn die Räder neigen auch im zweiten oder dritten Gang im hohen Drehzahlbereich zum Durchdrehen. Kurzum: Mit Gefühl fahren, dann klappt’s besser!

Die Streckenführung und die Umgebung sind weitere wichtige Aspekte. In Wäldern und auf Brücken können sich die Strassenverhältnisse plötzlich ändern. Vor Kreuzungen ist auf jeden Fall immer rechtzeitig und vorsichtig abzubremsen, und innerorts sollte besonders auf andere Verkehrsteilnehmer wie Fussgänger und Velofahrer geachtet werden. Spezielle Beachtung schenkt der umsichtige Autofahrer natürlich den Kurven, wo man bei überhöhter Geschwindigkeit oder abrupten Lenkmanövern rasch ins Rutschen kommt.

Fahren im Winter will gelernt sein

Der Faktor Mensch spielt also eine entscheidende Rolle bei der Fahrsicherheit im Winter. Das Bewusstsein, dass man als Fahrzeuglenker bei Eis und Schnee viel vorsichtiger und gefühlvoller fahren muss, ist von zentraler Bedeutung. Noch besser als theoretisches Wissen ist indes die Praxis. Wer sich mit winterlichen Bedingungen vertraut machen und entsprechende Erfahrungen sammeln will, kann spezielle Fahrkurse absolvieren. Bei solchen Kursen üben die Teilnehmenden unter fachkundiger Anleitung das richtige Fahrverhalten auf glatter Strasse. Situationen wie das Beschleunigen, Bremsen oder Kurvenfahren lassen sich dank eigens eingerichteter Anlagen ganzjährig simulieren. Im Sommer testen, im Winter anwenden – und dadurch sicherer unterwegs sein.

Sichtbarkeit.

Nicht nur die Autofahrer, sondern auch andere Verkehrsteilnehmende können mit der richtigen Ausrüstung wesentlich zur Sicherheit im winterlichen Strassenverkehr beitragen. Besonders wichtig ist, dass Fussgänger und Velofahrer bei Dämmerung und Dunkelheit möglichst früh erkannt werden. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) empfiehlt deshalb, dass Fussgänger helle Kleider mit lichtreflektierenden, rundum sichtbaren Materialien tragen. Besonders wirkungsvoll sind diese an bewegenden Körperteilen wie Hand- und Fussgelenken. Wer mit dem Velo unterwegs ist, muss zwingend auf Beleuchtung und Reflektoren vorne, hinten und an den Pedalen achten, denn diese Komponenten sind gesetzlich vorgeschrieben. Zusätzlich sorgen Speichenreflektoren oder reflektierende Pneus für seitliche Sichtbarkeit.

 

 

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