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Lernen, das nah am Menschen bleibt

06.05.2026
von Walter Nogueira

Wer sich für eine Lehre im Gesundheitswesen interessiert, sucht oft Orientierung zwischen Idealismus und Realität. Wie anspruchsvoll ist der Alltag wirklich? Und was macht den Beruf trotz Belastung attraktiv? Im Spital Männedorf geben Ursula Müller, Leiterin Bildung, und Tamara Lutz, Lernende, einen Einblick in eine Ausbildung, die bewusst ehrlich bleibt und gleichzeitig zeigt, weshalb Pflege und verwandte Berufe für viele eine sinnstiftende Wahl sind.

Was sollte man interessierten Jugendlichen mitgeben, damit sie ein realistisches und trotzdem motivierendes Bild vom Beruf bekommen?

U. M.: Für mich beginnt alles mit Ehrlichkeit. Pflege heisst: mit Menschen zu arbeiten, die sich in verletzlichen Situationen befinden. Das ist anspruchsvoll, doch genau darin steckt die Stärke. Wer Menschen mag, Berührungsängste abbaut und offen auf Patientinnen und Patienten zugeht, erlebt einen Beruf, der Sinn kontinuierlich bestätigt. Beim Schnuppern merkt man dabei meist schnell, ob der Funke überspringt und man sich wohlfühlt.

T. L.: Für mich ist die Realität etwas Positives. Ich arbeite nicht mit Systemen, sondern mit Menschen, die Unterstützung brauchen. Motivierend ist, in schwierigen Momenten für andere da sein zu dürfen. Patientinnen und Patienten öffnen sich selten von allein, die Beziehung beginnt mit unserem ersten Schritt. Dafür braucht es Offenheit, Empathie und den Willen, Vertrauen aktiv aufzubauen.

Was war der Punkt, an dem du gemerkt hast: Das passt zu mir?

T. L.: Menschen ganzheitlich zu begreifen, Reaktionen einzuordnen und herauszufinden, was jemand in der Situation wirklich braucht. Das ist für mich der Kern dessen, warum ich diesen Beruf gern mache. Je länger ich drin war, desto wichtiger wurde mir das Verstehen. Viele Handgriffe sind am Anfang einfache Abläufe. Erst in der Ausbildung wird klar, warum man etwas tut und wie dieses Wissen im Alltag trägt. Aus genau dieser Verbindung entsteht Lernfreude: wahrnehmen, einordnen, handeln und individuell unterstützen. Genau das bestätigt mir bis heute, dass ich mich richtig entschieden habe.

Was macht die Lehre im Spital Männedorf stark und was hilft Lernenden schnell anzukommen, um Sicherheit zu gewinnen?

U. M.: Wir starten bewusst mit Einführungswochen, damit neue Lernende im Haus wirklich ankommen, die Erwartungen kennen und die Basics sitzen. Danach folgt die Einführung auf der Abteilung mit Berufsbildnerinnen und -bildnern, die eng begleiten. Wir setzen dabei stark auf Peer-Learning und kooperatives Lernen. Verbundenheit stärkt Sicherheit. Lernende sollen Vertrauen spüren und wissen, dass sie wichtig sind und ernst genommen werden.

T. L.: Entscheidend ist durchaus das Lernen im Team: gegenseitiges Erklären, voneinander profitieren und mit Studierenden und Lernenden anderer Lehrjahre zusammenarbeiten. Lern- und Arbeitsgemeinschaften sowie Lerneinzeltage helfen dabei zusätzlich, den Alltag bei Bedarf zu strukturieren. Da arbeiten wir eng begleitet mit der Berufsbildung und mit anderen Lernenden, vertiefen Theorie und reflektieren die Praxis. Dazu kommen Skills-Trainings, in denen wir Grundlagen üben und selbst erleben, wie sich Unterstützung und Abhängigkeit im Alltag anfühlen.

Verbundenheit stärkt Sicherheit. Lernende sollen Vertrauen spüren und wissen, dass sie wichtig sind und ernst genommen werden.– Ursula Müller,
Leiterin Bildung

Was bedeuten der Standort am Zürichsee und Angebote wie das Seehüsli, Boote oder Gesundheitskurse im Alltag, gerade für Lernende?

T. L.: Für mich liegt die Stärke in der Vielfalt. Nicht alle nutzen dasselbe, aber alle finden etwas, das entlastet. Gerade in der Ausbildung helfen Benefits rund um Mobilität im Alltag spürbar weiter und wer mag, kann zusätzlich Gesundheitsangebote und Kurse nutzen. Auch der See ist ein direkter Ausgleich: Nach der Schicht gehen wir oft mit Mitlernenden ans Wasser, atmen kurz durch, essen zusammen und bekommen so den Kopf frei.

U. M.: Die Lage ist einzigartig und auch für Patientinnen und Patienten oft ein Lichtblick. Dazu kommen vergünstigtes Essen und ein aktives Gesundheitsmanagement, gerade auch mit Blick auf psychische Belastungen. Wichtig ist uns, dass Unterstützung nicht nur «da» ist, sondern sensibel angeboten und im System bewusst mitgedacht wird.

Welche kleinen Momente geben euch im Alltag Sinn und woran merkt ihr immer wieder, dass ihr beruflich richtig entschieden habt?

U. M.: Dankbarkeit ist in der Gesundheitsbranche ein wiederkehrendes Motiv. Und gerade wenn es stressig wird, trägt auch das Miteinander im Team. Wer erlebt, wie rasch Nähe entsteht und wie viel Feedback zurückkommt, fragt kaum je nach dem Sinn der Arbeit. Daraus entsteht ein gewisser Berufsstolz, gerade bei Lernenden.

T. L.: Patientinnen und Patienten sind selten freiwillig im Spital. Umso wichtiger ist es, sich gesehen zu fühlen. Für mich sind es oft kleine Gesten: mit einem Lächeln das Zimmer betreten, zuhören und präsent sein. Sinn entsteht für mich so oft in leiser Wertschätzung: ein Händedruck, ein Blick, ein Moment der Ruhe. Und auch Humor findet Platz: richtig dosiert und passend zur Person, als kurze Entlastung in manch anspruchsvollen Momenten.

Welche Wege stehen nach der Grundausbildung offen und was würdet ihr Jugendlichen raten, die noch unsicher sind?

T. L.: Mein wichtigster Tipp ist Schnuppern. Wer sich ein Bild machen will, muss den Alltag realistisch erleben. Die Ausbildung ist fordernd, aber wenn man sich damit identifizieren kann, trägt einen das selbst durch strenge Phasen. Perspektiven gibt es viele: von fachlicher Verantwortung über Spezialisierungen bis zur höheren Ausbildung. Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Berufsgruppen entsteht früh ein Bild davon, wohin man sich entwickeln könnte. 

U. M.: Die Grundbildung öffnet Türen in viele Tertiär-Ausbildungen, von Pflege über Radiologie, ins Labor bis hin zu weiteren Studienwegen. Betrieb und Schule unterstützen Lernende dabei, ihre Stärken gezielt weiterzuentwickeln und Förderformate zu nutzen. Für mich ist es aber vor allem eine Lebensschule: Neben fachlichen Kompetenzen wachsen Belastbarkeit, Teamfähigkeit und Kommunikation, Fähigkeiten, die weit über den Beruf hinaus tragen. 

Weitere Informationen zu Ausbildungen und Einstiegsmöglichkeiten unter karriere.spitalmaennedorf.ch

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