3.2 C
Zurich
23 November 2019

Igel in Not.

Igel leiden unter den menschenverursachten Umweltveränderungen. Die Sterberate während des Winterschlafes sowie den ersten Lebenswochen ist sehr hoch, sodass die meisten Stachelkerle nicht einmal ihren ersten Geburtstag erleben. Die kleinen Tierchen haben es nicht einfach, aber wir Menschen können ihnen helfen.

Der in der Schweiz am häufigsten vorkommende Braunbrustigel gehört gemäss dem Natur- und Heimatschutzgesetz zu den geschützten Tierarten in der Schweiz. Grundsätzlich ist es verboten Igel einfach so einzufangen, zu berühren oder mitzunehmen. Falls Igel, die sich tatsächlich in einer Notlage befinden, gefunden werden, dürfen diese vorübergehend in Gewahrsam genommen werden. Jedoch mit der Bedingung, dass man sich so rasch wie möglich bei einer qualifizierten Igelfachstelle meldet. Ob es das Tier nötig hat, betreut zu werden, wird die Fachstelle entscheiden.

Futter für Igel

Igel bitte nicht füttern – auch wenn es gut gemeint ist! Nur in Ausnahmesituationen, wie etwa im trockenen Sommer 2018, ist Füttern in Ordnung. Kein Ersatzfutter deckt den natürlich benötigten Nährstoffbedarf des Tieres ab. Die optimale Futter-Hilfe für Igel bietet ein naturnaher Garten mit viel Krabbelgetier, welcher als perfekte Futtergrundlage dient. «In einem Garten mit hohem Gras, Blumenwiese, einheimischen Hecken- und Strauchsorten, Laubhaufen oder liegen gelassenem Totholz gibt es normalerweise ein reiches Vorkommen an Kleinlebewesen», informiert das Igelzentrum Zürich.

Grundsätzlich ist es verboten Igel einfach so einzufangen, zu berühren oder mitzunehmen.

Autounfälle mit Igeln

Besonders Igel-Männchen, welche Mitte April bis Ende August weite Strecken zurücklegen, um sich mit Weibchen zu paaren, sind gefährdet, überfahren zu werden. Obwohl sie eigentlich bei angemessenem Tempo gut sichtbar wären. Häufig sind davon vitale Männchen betroffen, was für die Igelpopulation kontraproduktiv ist. Anders als bei sonstigen Angriffen, rollt sich der Igel bei einem Auto nicht ein, sondern flüchtet. Falls man einen Igel anfährt, muss umgehend die Polizei informiert werden. Der aufgebotene Wildhüter wird dann entsprechende Massnahmen ergreifen.

Achtung: Wenn der Autounfall mit einem Igel nicht gemeldet wird, muss mit Bussen gerechnet werden. Im öffentlichen Strassennetz regelt der Strassendienst die Beseitigung des Igelkadavers. Auf Privatstrassen kann ein toter Igel der Kadaversammelstelle in der jeweiligen Wohngemeinde übergeben werden. Quartierwachen der Stadtpolizei und Tierarztpraxen übernehmen dies in der Stadt.

Autounfälle versus Siedlungsabfälle

Menschenverursachte Igel-Todesfälle finden hauptsächlich im Strassenverkehr statt. Übel mitspielen können aber ebenso Siedlungsabfälle wie Styroporbecher oder liegengelassene Pflanzenschutznetze. Insbesondere Abfälle, die noch Essenreste enthalten oder danach riechen, locken Igel an und gefährden sie.

Wenn der Autounfall mit einem Igel nicht gemeldet wird, muss mit Bussen gerechnet werden.

Grundsätzlich sollte man Igel nicht umsiedeln, da sie sehr ortstreu sind und sich in einem neuen Lebensraum nur schwerlich zurechtfinden. Nebenbei ist anzumerken, dass der heutige Wirtschaftswald für Igel nicht mehr geeignet ist. Igel leben hauptsächlich in Siedlungsgebieten. Falls die Igelstation den Igel nicht mehr an den ursprünglichen Fundort zurückgeben kann, besteht die Option, ihn im eigenen Garten oder Gehege auszuwildern. Voraussetzung dafür ist, dass der Igel Zugang zum Nestbau und ausreichend Futter hat.

Die optimale Futter-Hilfe für Igel bietet ein naturnaher Garten mit viel Krabbelgetier, welcher als perfekte Futtergrundlage dient.

Igel sind nicht nur nachtaktiv

Männliche Igel können in einer Nacht während der Brunstzeit durchaus fünf Kilometer zurücklegen. Bei den Weibchen sind es etwa 3.5 km weniger und dabei liegt ihr Fokus auf der Futtersuche. Nachtaktiv sind Igel vor allem aufgrund der ebenfalls nachtaktiven Beute, wie beispielsweise Insektenlarven, Tausendfüssern, Schnecken und anderem Kleingetier. Daraus ergibt sich wenig Energieaufwand für den Igel. Falls man auf einen tagaktiven Igel trifft, kann das daran liegen, dass er in seinem Tagesversteck gestört wurde und sich auf die Suche nach einem neuen Schlafplatz machen musste. Alles, was das Stacheltier zu Unzeiten aus dem Nest lockt, sollte unbedingt vermieden werden! Es kann auch sein, dass der Igel tagsüber für den Nestbau unterwegs ist. Falls man einem Igelnest zu nahekommt und die Igelmutter schnaubt und faucht, deutet das auf eine Geburt hin. Dem Igel sollte man in dieser Situation Privatsphäre lassen.

Kranker oder verletzter Igel gefunden – was tun?

  • Behutsam in ein Tuch oder eine Kartonschachtel legen, die mit Zeitungspapier ausgelegt ist
  • Genauen Fundort und Fundzeit notieren und sich mit einer Igelpflegestation oder einem Tierarzt in Verbindung setzen
  • Falls der Bauch des Igels deutlich kälter ist als die eigene Hand, muss er aufgewärmt werden. Dies kann man mit einer Wärmeflasche bewerkstelligen. Ausserdem braucht der Igel viel Ruhe

Häufige Irrtümer bei Igeln auf der Strasse

  • Anders als bei Rehen und anderen Waldtieren trifft man Igel eher selten auf Landstrassen an. Vielmehr muss man auf Siedlungsstrassen achtgeben.
  • Hupen und das Benutzen des Fernlichts bringen nichts – der Igel erschrickt nur!
  • Auf keinen Fall sollte man versuchen den Igel zwischen die Räder zu nehmen, dieser Versuch scheitert oft.
  • Wenn der Igel sitzen bleibt, kann man ihn in seiner Laufrichtung mit Handschutz über die Strasse tragen bis zum Strassenrand und, sofern vorhanden, in ein Gebüsch. Dabei sollte man aber ebenfalls auf die eigene Sicherheit achten.
  • Falls der Igel von Flöhen oder Zecken befallen ist, sollte man nur durch Rat einer Fachperson ein entsprechendes Medikament verabreichen.

Text: Alessandro Poletti

Lesen Sie mehr.

Work-Life-Balance für moderne Väter

Die Spannung steigt. Anfangs Juni ist es endlich soweit. Das Wunder geschieht. Ich werde zum ersten Mal Papa.

Erneuerbare Energie muss weiterhin gefördert werden

Vor einem knappen Jahr hat das Schweizer Stimmvolk die «Energiestrategie 2050» angenommen. Einer der Schwerpunkte des neuen Gesetzes ist die Förderung der erneuerbaren Energien, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und den Atomausstieg zu ermöglichen. Was hat sich seither getan bei Sonne, Holz, Wind und Wasser?

Künstliche Intelligenz – mit kleinen Schritten in die grosse Zukunft

Genau wie die dritte industriellen Revolution droht nun auch die vierte unseren Alltag allmählich umzukrempeln. Künstliche Intelligenz verspricht effizientere, kostengünstigere Lösungen für die Unternehmen. Doch zu welchem Preis?

Schritt für Schritt die Welt entdecken

Keine mühsame Hotelsuche, keine Suche nach einem Mietauto auf unzähligen Homepages und kein Kopfzerbrechen über die ideale Wanderroute - ein geführter Wanderurlaub nimmt einem all dies ab.

Self Storage – Ein Abbild unserer Gesellschaft

Wer kennt es nicht? Man geht auf eine lange Reise und braucht einen Ort, an dem die Möbel untergebracht werden können oder die Wohnung ist schlicht zu klein für all die Dinge, die sich im Verlauf der Zeit angesammelt haben. Die Lösung: Self Storage.

Archiv.

Hochzeiten gewinnen an Individualität

Die heutige Zeit wird immer schneller und digitaler. Gerade deswegen vertrauen wir stärker als je zuvor in die Gemeinsamkeit und in die Ehe.