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3 Juni 2020

Influencer-Marketing in Zeiten der Coronapandemie.

Die Coronapandemie hat unsere Gewohnheiten und unseren Lebensstil massgeblich verändert. Weltweit hat Covid-19 unzählige Berufsfelder beeinflusst. Auch die Influencer-Marketing-Branche musste sich auf die Krise und ihre Folgen einstellen. Wie das konkret aussieht, hat uns eine Influencerin verraten.

Maeva Buono Verzola
Maeva Buono Verzola
Style & Beauty Blogger

Etliche Veranstaltungen und Kampagnen wurden verschoben oder abgesagt, Plätze sind geschlossen und auch beim Budget hat sich einiges reduziert: Das Coronavirus und seine Auswirkungen haben auch zahlreiche Influencer stark getroffen. Ihre Sponsorenverträge wurden aufgelöst, ihre Kampagnen gecancelt und folglich haben sich ihre Einnahmen drastisch verkleinert. Auch Maeva Buono Verzola, Style & Beauty Bloggerin, hat dies am eigenen Leib erfahren. Wir fragen sie: Was mussten Influencer konkret verändern, um weiterhin Geld zu verdienen?

Reiseblogger bleiben zu Hause

Die Aktivität von Reisebloggern besteht aus dem Erstellen und Teilen von Inhalten durch Reisen, Schreiben von Artikeln und Veröffentlichen von Fotos. In Zeiten von Corona offenbar ein Ding der Unmöglichkeit – denn wie kann man dies fortsetzen, wenn die Reisen verschoben wurden und man zu Hause bleiben muss? Maeva Buono erinnert sich: «Auf die eine oder andere Weise ist jeder von der Krise betroffen, einige mehr als andere. So sind beispielsweise Reiseblogger besonders betroffen, da alle ihre Aktivitäten verschoben oder abgesagt werden mussten.»

Stornierung von Werbekampagnen

Im Zuge dessen haben mehrere Marken ihre Kampagnen ausgesetzt. «Der Einfluss des Coronavirus auf das Influencer-Marketing ist prekär. Das Einkommen der Content Creators hängt davon ab. Denn die meisten Influencer sind Unternehmer und verlassen sich auf ihren Job, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Leider mussten zudem auch ein oder zwei meiner Kampagnen abgesagt werden», erklärt die junge Beautybloggerin. Wird dies eines Tages wieder wie früher sein? Die Antwort steht noch in den Sternen, aber eines ist sicher: Um den Lebensunterhalt zu stemmen, müssen selbst Influencer ihre Aktivitäten in dieser Krisenzeit anpassen.

Fokus auf soziale Netzwerke

Die Coronapandemie birgt viele Herausforderungen, aber zugleich auch neue Chancen. Dies ist auch bei Influencer-Vermarktern der Fall. Angesichts der Absage von Fotoshootings erhalten sie zum Glück neue Aufgaben in Bezug auf die Erstellung von Werbeinhalten in ihren Netzwerken. Es scheint, dass die Anzahl der Marken, die Influencer für die Erstellung von Inhalten engagieren, während der Pandemie zugenommen hat. «Die Influencer-Marketing-Branche musste sich an Covid-19 anpassen», weiss Maeva Buono Verzola. Beispielsweise haben bestimmte Marken Kampagnen vorgeschlagen, die an die Situation angepasst und hinsichtlich des Ortes der Fotoshootings zu Hause und der Deadlines machbar sind. 

Neue berufliche Möglichkeiten im Influencer-Marketing

Da jeder so viel wie möglich zu Hause bleiben sollte, nehmen die Präsenz von Social Media und das Engagement der Follower von Tag zu Tag zu. Für Influencer ist es daher wichtig, ihren Abonnenten die Treue zu halten. Dies, indem sie ihnen jeden Tag neue Inhalte anbieten – unabhängig davon, ob diese gesponsert werden oder nicht. Es gibt viele Content Creators, deren Inhalte sich um Sport drehen. Denn in dieser Zeit der Krise werden ihre Videos und Ratschläge angesichts des wachsenden Interesses an körperlichen Aktivitäten, die zu Hause durchgeführt werden können, sehr geschätzt.

So eröffnen sich neue Möglichkeiten, wie beispielsweise des E-Commerces, was zunehmend in Mode kommt. Maeva Buono Verzola bekräftigt, dass die Coronapandemie ebenso positive Aspekte beinhaltet: «Mehrere Menschen haben sich in dieser schwierigen Zeit selbst übertroffen. Sei es in Bezug auf die Motivation, Inhalte für ihre Anhänger zu erstellen, die Organisation für zukünftige Projekte oder sich Fragen zu den zu erreichenden Zielen zu stellen.»

Chiara Ferragni, die berühmte italienische Influencerin, sammelte sage und schreibe vier Millionen Euro für mehrere italienische Krankenhäuser.

Massnahmen gegen Covid-19

Influencer müssen daher ihre Aktivitäten anpassen. Dies kann als professionelle Weiterleitung verstanden werden, aber auch als Demonstration ihres Einflusses auf die Kommunikation. Maeva Buono erzählt: «Soziale Netzwerke sind wichtig für die Erstellung von Inhalten, denn diese sind ihr Sprachrohr. In Krisenzeiten ist es das A und O, die Follower mit originellen Inhalten zu unterhalten. Denn diese sollen es ihnen ermöglichen, der Situation zu entkommen und die Gedanken auf etwas anderes zu lenken. Die Macht der Influencer in Bezug auf die Kommunikation beruht jedoch auch auf dem Teilen wichtiger Informationen.»

Wie sich die Schweizer Modebloggerin erinnert, haben zudem mehrere diese Macht genutzt, um gegen die Coronapandemie vorzugehen. In Krisenzeiten ist es zudem essenziell, dass die Empfehlungen der Regierung die Menschen erreichen. In diesem Zusammenhang können Influencer diese Entscheide übermitteln und so das Verbreiten von Fehlinformationen vermeiden. Denn die Beziehung, die sie zu ihren Followern haben, ähnelt einer Freundschaft, welche die Menschen dazu bringt, den Empfehlungen zu folgen.

Chiara Ferragni macht’s vor

Viele Menschen beziehen News über soziale Medien, somit werden diese Kanäle zu neuen Informationsmedien, die in dieser Zeit sehr nützlich sind. Einige Influencer sind sogar noch weiter gegangen: In der Tat haben einige nicht nur Regierungsempfehlungen verbreitet, ihre Reichweite ermöglichte es ihnen zudem, Spendenaktionen etwa für Krankenhäuser und medizinische Zentren zu organisieren. Auch Chiara Ferragni, die berühmte italienische Influencerin, organisierte im Zuge dessen eine GoFundMe-Spendenaktion. Das Resultat kann sich sehen lassen: Denn in weniger als einer Woche sammelte sie sage und schreibe vier Millionen Euro für mehrere italienische Krankenhäuser.

Text Andrea Tarantini

Übersetzung aus dem Französischen Lars Gabriel Meier

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