22.5 C
Zürich
3 Juni 2020

Sicher durch Schweizer Landschaften wandern.

Auf über 65 000 Kilometern kann man die Schweiz auf einem sicheren und einheitlich signalisierten Wanderwegnetz entdecken. Besonders dieses Jahr steht das Wandern für lokale Ferien hoch im Kurs. Damit jede Wanderung zu einem einmaligen Erlebnis wird, gilt es, sich gut zu informieren und Vorbereitungen zu treffen.

Die Schweiz bietet mit ihren Bergen und Landschaften einmalige Naturanblicke und unvergessliche Eindrücke. Kein Wunder, ist das Wandern die beliebteste Freizeit- und Sportaktivität der Schweizer Bevölkerung. Damit ein solches Abenteuer ein gutes Ende nimmt, sollte man sich vor dem Wandern entsprechend vorbereiten und informieren.

Wissen, worauf man sich einlässt

Wenn man sich endlich für eine der vielen Wanderrouten in der Schweiz entscheiden konnte, gilt es, den Ausflug zu planen. «Eine gute Vorbereitung ist wichtig, um die Wanderung sicher vollenden und geniessen zu können. Das bedeutet, die Route, den Zeitbedarf und Ausweich- oder Umkehrmöglichkeiten, einzuplanen. Auch sollte man sich über die Zustände der Wanderwege bei kantonalen oder lokalen Verantwortlichen informieren», empfiehlt Patricia Cornali, vom Verband für Schweizer Wanderwege.

Das Bergwandern auf weiss-rot-weiss markierten Wegen ist anspruchsvoll und nicht zu unterschätzen: «Man sollte die eigene Fitness gut kennen und das Befinden am Tag der Wanderung realistisch einschätzen», so die Wanderexpertin weiter. Je nach Wanderung sind die körperlichen Anforderungen unterschiedlich hoch. Steile Routen, herausfordernde Wegverhältnisse oder exponierte Stellen sind nicht jedermanns Sache – also ist es vor der Wanderung essenziell zu wissen, worauf man sich einlässt.

Schilder in den Schweizer Alpen
Ausgerüstet für alle Fälle

Zu einer sicheren Wanderung gehört die passende Ausrüstung mit dazu. Solide Wanderschuhe mit rutschfestem Profil sind ein Muss. Denn das Stolpern und Ausrutschen gehört nämlich zu den häufigsten Unfallursachen beim Wandern. «Das Mitführen einer kleinen Taschenapotheke, einem aufgeladenen Mobiltelefon und einer Wanderkarte des Geländes bieten zusätzliche Sicherheit in unvorhergesehenen Situationen», empfiehlt Patricia Cornali weiter.

Regelmässiges Trinken und Pausen zwischendurch verringern das Unfallrisiko.

Patricia Cornali, Verband für Schweizer Wanderwege

Während einer Wanderung kann man mit dem passendem Proviant auch dafür sorgen, dass man genug Energie zwischendurch tanken kann: «Man darf nicht vergessen, ausreichend Verpflegung und Getränke mitzunehmen. Wer Pausen einlegt und regelmässig trinkt, verringert das Unfallrisiko», meint Patricia Cornali. Dank geräumigen Trinkflaschen und clever designten Lunchboxen kann man heutzutage problemlos ausreichend Verpflegung auf wenig Platz transportieren. Dabei helfen energiereiche und gesunde Snacks, während der Wanderung fit und motiviert zu bleiben.

Wanderspass bei jedem Wetter

Vor dem Abenteuer sollte man regelmässig die Wetterverhältnisse beobachten und entsprechende Kleidung mitnehmen entsprechend dem «Zwiebelprinzip». So kann man verschiedene Lagen von Kleidern tragen und sich der Temperatur laufend anpassen. Bei sonnigem Wetter muss ausserdem unbedingt an ausreichend Sonnenschutz gedacht werden. In den Bergen ist die Sonneneinstrahlung erhöht, weshalb eine Sonnenbrille, ein Sonnenhut und eine Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor auf jeden Fall ins Gepäck gehören.

Da das Wetter in den Bergen schnell umschlagen kann, empfiehlt es sich, einen Regenschutz mit dabei zu haben: «Trotz strahlendem Startwetter kann man in den Bergen kurze Zeit später mit Regen und starken Winden konfrontiert sein. In höheren Lagen hat das Wetter die Tendenz, schnell umzuschwingen», erklärt Patricia Cornali.

Vorsicht: lästige Biester

Auch sollte man sich beim Wandern vor Schädlingen wie Zecken schützen. Aufgrund des milden Winters könnte das Jahr 2020 zu einem regelrechten Zeckenjahr werden. Die Spinnentiere lieben feuchtwarmes Wetter und halten sich in Büschen, auf Grashalmen und in hohen Wiesen auf. Deshalb ist es zu empfehlen, sich vorgängig zu informieren und allenfalls Wanderungen so zu planen, dass man Gebiete mit hohem Zeckenbefall umgehen kann.

Mit der passenden Kleidung kann man sich schützen: Geschlossene Kleidung wie lange Hosen oder langärmelige Oberteile bieten den Blutsaugern demzufolge wenig Angriffsfläche. Helle Farbtöne helfen dabei, die schwarzen Tiere schnell erkennen zu können. Nackte Hautstellen sprüht man dabei am besten mit Zecken-Abwehrsprays ein. Am Abend nach der Wanderung ist es wichtig, dünne Hautstellen am Körper zu kontrollieren, da sich Zecken gerne im Achsel- und Schambereich, in den Kniekehlen oder am Haaransatz festsetzen.

Sicherheit bei Solo-Abenteuern

Innerhalb der Wanderszene gewinnen Solo-Wanderungen an Beliebtheit. Man ist in idyllischer Einsamkeit unterwegs, kann den Kopf lüften und dementsprechend ohne grosse Ablenkung einmalige Eindrücke des Wanderabenteuers aufnehmen. Jedoch ist man in Notsituationen auf sich alleine gestellt, weshalb man besonders vorsichtig sein muss: «Grundsätzlich empfehlen wir bei Solo-Wanderungen, vorher jemanden über das geplante Vorhaben und die konkrete Wanderroute zu informieren. Speziell sollte ein aufgeladenes Mobiltelefon mitgeführt werden, mit dem man im Notfall Hilfe anfordern oder sich orientieren kann», meint Patricia Cornali. «Wenn man sich während einer Wanderung unwohl fühlt oder verirrt hat, empfiehlt es sich, keine Risiken einzugehen und umzukehren beziehungsweise jemanden über seinen Zustand und Standort zu informieren.»

Auf Wanderungen soll man sich rücksichtsvoll verhalten und die Lebensräume der Wildtiere respektieren.

Patricia Cornali, Verband für Schweizer Wanderwege
Flora und Fauna respektieren

Generell sollten Wanderbegeisterte den offiziell gekennzeichneten Routen folgen, um eine Wanderung möglichst gefahrlos begehen zu können. Diese sind so angelegt und unterhalten, dass die Sicherheit beim Wandern weitgehend gewährleistet ist, während gleichzeitig die Natur nicht allzu fest in Mitleidenschaft gezogen wird.

Für Patricia Cornali ist ein respektvoller Umgang mit Natur- und Tierwelt darum ein zentraler Aspekt beim Wandern: «Damit das Wandern in der wunderschönen Schweizer Landschaft auch künftig so beschaulich bleibt, muss man sich rücksichtsvoll verhalten und die Lebensräume der Wildtiere respektieren. Ganz nach dem Motto: Nimm nichts mit, ausser deine Eindrücke – hinterlasse nichts als deine Fussspuren».

Diesjährige Wanderungen sind trotz der Coronapandemie möglich. Allerdings gilt es, sich der Situation anzupassen und die vom Bund beschlossenen Massnahmen einzuhalten. Zusammen mit einer sorgfältigen Vorbereitung und der richtigen Ausstattung kann die nächste Wanderung so zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.

Weitere Informationen zum sicheren Wandern finden sich unter www.schweizer-wanderwege.ch/sicher-unterwegs oder www.sicher-bergwandern.ch

Text Dominic Meier

Lesen Sie mehr.

Die Schweizer Fintech-Branche wächst rasant

Fintech-Unternehmen werden immer relevanter für den hiesigen Finanzplatz, wie eine aktuelle Studie der Hochschule Luzern zeigt. Dies, weil sie innovative neue Lösungen für Kunden anbieten und so die digitale Transformation des Finanzsektors vorantreiben. Doch wie wird sich die Koexistenz zwischen Fintech-Firmen und den traditionellen Geldinstituten weiterentwickeln? Soviel sei verraten: Die Banken müssen sich Gedanken machen.

Zürich wird immer smarter

Die Klimadebatte erhöht den Druck, Altliegenschaften zu sanieren. Wie geht die Stadt Zürich dieses Problem in Zeiten des nachhaltigen Bauens an?

Vier Sprachen für die Schweiz

Die Sprache ist bekanntlich die Brücke zu unseren Mitmenschen. Wenn dem so ist, konnte die Schweizer Bevölkerung bereits zahlreiche Brücken schlagen. Wir sind schliesslich mehrsprachig.

Die heutige Familie

Die heutige Familie lebt in einer anderen Konstellation als noch vor fünfzehn Jahren. Die Entstehung diverser Lebensmodelle, der Wunsch der Frauen, erwerbstätig zu bleiben aber auch die Kinder zu betreuen, der Wille von mehr Männern, mehr Zeit zu Hause zu verbringen, neue Formen der Arbeit, die Vier-Generationen-Gesellschaft (wo die Grosseltern und Urgrosseltern noch gesund und aktiv sind) sind nur einige Tendenzen unserer heutigen Gesellschaft.

Schutz für ältere Arbeitnehmende?

Wer im Alter zwischen 50 und 60 Jahren seine Arbeitsstelle verliert, ist nicht mehr vermittlungsfähig, so die weitläufige Meinung. Muss man diese Altersgruppe rechtlich schützen?

Archiv.

Hochzeiten gewinnen an Individualität

Die heutige Zeit wird immer schneller und digitaler. Gerade deswegen vertrauen wir stärker als je zuvor in die Gemeinsamkeit und in die Ehe.