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19 Januar 2021

Fantastische Produktplatzierungen und wo sie zu finden sind.

Durch Product Placement wird dem Publikum unbewusst ein Produkt schmackhaft gemacht. Dies geschieht vor allem in Filmen und Serien. 

Im Film «Skyfall» bestellt James Bond an der Bar ein gekühltes Heineken. «Stranger Things’» Steve Harrington isst am liebsten KFC. In «Zombieland» durchkämmt Woody Harrelsons Figur apokalyptische Städte nach einem Twinkie. In einer Vielzahl von Hollywood-Produktionen tauchen Marken und ihre Produkte immer wieder auf. Das ist kein Zufall. Die Produktplatzierung, auf Englisch Product Placement, ist ein beliebtes Werbemittel. Bei einer Produktplatzierung wird eine Marke oder ein Produkt in einem nicht-werberischen Medium in Szene gesetzt. Beliebte Medien zur Produktplatzierung sind Filme und Serien sowie Musikvideos oder Influencer-Content. 

Denn sie wissen nicht, was sie sehen

Bereits in den 1930er-Jahren begannen Filmproduzenten einen Teil der Produktionskosten mit Product Placements zu finanzieren. Diese Art der Werbung nahm aber erst in den 1960ern Fahrt auf, nämlich mit dem Film «Die Reifeprüfung», in dem ein Alfa Romeo Spider eine prominente Rolle einnimmt.  

Firmen erkannten den Wert von Product Placement schnell und auch die Forschung konnte dessen Wirkung bestätigen. Auch wenn sich Konsumierende einer werberischen Absicht nicht bewusst sind, wird sie unterbewusst wahrgenommen und kann somit Kaufentscheide beeinflussen. 

In der heutigen Zeit haben Product Placements verstärkt an Relevanz gewonnen.

Stranger Ads

In der heutigen Zeit haben Product Placements verstärkt an Relevanz gewonnen. Das Stichwort dabei ist Streaming. Dank Netflix, Hulu und weiteren Anbietern ist es möglich, filmische Inhalte ohne Werbepausen zu konsumieren. Der klassische Werbespot zur Primetime wird daher immer unattraktiver, da grosse Teile der Zielgruppe nicht mehr zuschauen. Platzierungen in erfolgreichen Serien von Streaminganbietern füllen diese Nische. 

Tatsächlich arbeitet beispielsweise Netflix mit einschlägigen Werbeagenturen zusammen. In der dritten Staffel des Serienhits «Stranger Things» kommen 75 Marken vor. Alleine das Coca-Cola-Logo ist satte 60 Mal zu sehen. 

Es ist nicht bekannt, wie viel Umsatz Netflix allein mit Produktplatzierungen generiert, aber die Zahl dürfte hoch sein. Zum Vergleich: Heineken berappte seinen Starauftritt in Skyfall mit 45 Millionen Dollar.

«Ich habe heute leider keinen Kaffee für dich»

Während Produktplatzierungen in den USA gang und gäbe sind, sieht die Situation hierzulande anders aus. Das Konzept der Produktplatzierung fällt im Schweizer Recht unter Schleichwerbung und ist somit verboten. Produktplatzierungen dürfen nur stattfinden, wenn die werberische Absicht klar ersichtlich ist. Schön zu sehen ist dies in den 3+ Produktionen «Der Bachelor» bzw. «Die Bachelorette».

Man erinnere sich an die Szene, in welcher Adela Smajic bedeutungsschwanger an ihrem Emmi Caffé Latte nippt, und sich überlegt, welcher Beau diese Woche keine Rose verdient hat. In jenem Moment taucht ein Emmi-Werbebanner im Bild auf. Die Botschaft ist klar. 

Obwohl Produktplatzierungen vielerorts unüblich oder verboten sind, sind sie Teil unseres Medienkonsums geworden. Wer Inhalte aus Hollywood konsumiert, konsumiert auch Werbung.

Man kann sich darüber streiten, ob Produktplatzierungen das Kino korrumpieren. Erzwungene Markennennungen und störende Logos können das Filmerlebnis verderben. Jedoch muss man sich auch im klaren sein, dass Filmproduktionen teuer sind. In Zeiten von Covid, in denen traditionelle Kinoeinnahmen ausbleiben, sind Produktplatzierungen jedoch ein weiterer Weg, das Medium Film am Leben zu erhalten. 

Text Fatima Di Pane

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