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Zürich
25 Januar 2021

Energieeffizientes Sanieren für die Umwelt.

Eine energiebewusste und nachhaltige Sanierung geht mit Vorteilen für Immobilienbesitzende und die Umwelt einher. «Fokus» hat sich mit einem Experten darüber unterhalten. 

Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit steigt auch bei Immobilienbesitzenden. Viele wollen ihren Teil dazu beitragen, wenn es darum geht, die Umwelt zu schützen. Dazu gehört ein bewusster Umgang mit Ressourcen und die Vermeidung von Energieverschwendung. Um zu erkennen, wo Energie verschwendet wird, müssen Immobilienbesitzende ihr Gebäude individuell analysieren. Jedes Gebäude ist anders, daher gibt es kaum allgemeingültige Lösungen. 

Strategisch vorgehen

Eine Sanierung kann den Energieverbrauch massiv optimieren. Diese muss jedoch überlegt vonstatten gehen. «Hausbesitzende sollten eine Strategie zur Sanierung aufstellen, und sich überlegen, welche kurzfristigen und langfristigen Ziele erreicht werden sollen. Dies ist der erste Schritt», sagt Daniel Huber, Architekt, Baubiologe und Berater bei Casafair. «Einzelne kleine Massnahmen unkoordiniert auszuführen, kann später zu Überraschungen und unnötigen Mehrkosten führen.»

Ein Beispiel: Es ergibt wenig Sinn, zuerst die Fenster zu wechseln und ein paar Jahre später das Gebäude zu dämmen. Die dann nötige Leibungsdämmung hätte Einfluss auf die Fenstergrösse. Diese müssten eventuell dadurch ersetzt werden, obwohl die Lebensdauer der Fenster noch nicht erreicht ist. «Es gibt an einem Gebäude viele Anschlussdetails und Schnittstellen, denen man sich bewusst sein sollte, um die Arbeiten ökologisch und ökonomisch sinnvoll ausführen zu können», sagt Daniel Huber.

Ein Beispiel: Es ergibt wenig Sinn, zuerst die Fenster zu wechseln und ein paar Jahre später das Gebäude zu dämmen.

Überlegt dämmen

Ein Startpunkt, um Energieverschwendung zu vermeiden, ist oftmals die Dämmung. «Viele ältere Gebäude sind undicht und verlieren dabei in der Heizsaison viel Energie», sagt Daniel Huber. «Ausserdem ist die Oberflächentemperatur der umgeben Materialien entscheidend für die Behaglichkeit im Raum. Sind die umgebenden Materialien wesentlich kälter als die Innenluftraumtemperatur, kann das zusätzlich einen unangenehmen Luftzug erzeugen. Zudem ist es möglich, dass die warme Innenluft an den kalten Aussenwänden kondensiert und zu Schimmel führt. Selbst wenn ein solcher Raum auf 23 °C geheizt wird, sind die dadurch eher stärkeren Luftbewegungen unbehaglich.» Als Konsequenz wird noch mehr geheizt. 

Die einfachsten und kostengünstigsten Dämmungsmassnahmen befinden sich im Innern des Hauses. Beispielsweise lässt sich eine Decke zu einem kalten Keller dämmen, wenn die Raumhöhe ausreichend ist. Dasselbe gilt für den Estrichboden. Diesen kann man auch mit einfachen Mitteln dämmen. «Das sind relativ preiswerte Massnahmen, die schon einen positiven Effekt haben», sagt Daniel Huber.

Nachwachsende Naturdämmstoffe

Es gibt verschiedene Dämmungsarten, nicht jede ist gleich nachhaltig. «Dämmungen aus nachwachsenden Rohstoffen ergeben vor allem Sinn», so Daniel Huber. Zu diesen Naturdämmstoffen gehören unter anderem Holzfaser, Holzwolle und Kork.

Dämmungen aus nachwachsenden Rohstoffen ergeben vor allem Sinn.

Daniel Huber

«Teils sind natürliche Dämmstoffe etwas teurer. Das liegt auch daran, dass sie weniger verbreitet sind, jedoch haben sie neben der Dämmleistung, je nach Produkt, auch zusätzliche für das Raumklima relevante Eigenschaften, wie zum Beispiel Feuchtigkeitsregulation und Dampfdiffusion», erklärt Daniel Huber. Diese Eigenschaften helfen auch effektiv bei der Vermeidung von Schimmel in Innenräumen.

«Je länger je mehr sind auch in unseren Breitengraden nicht nur die Dämmwirkung im Winter, sondern auch der Wärmeschutz im Sommer wichtig», so Daniel Huber. Dabei kann die meist grössere Masse der natürlichen Dämmmaterialien punkten. Sie helfen im Sommer das Gebäude kühl zu halten, da sie die Hitze von aussen absorbieren. Das Raumklima bleibt also auch im Sommer angenehm. 

Bessere Dämmung, weniger Heizung

Ebenfalls sollte man darauf achten, zuerst den Energieverbrauch des Gebäudes zu optimieren und sich erst dann der Heizung zu widmen. «Ein besser gedämmtes Gebäude braucht weniger Energie und demnach eine kleinere Heizung. Das sollte man nicht umgekehrt machen, sonst ist im Nachhinein die vorher erneuerte Heizung nicht nur teurer gewesen, sondern auch überdimensioniert und somit weniger effizient», erklärt Daniel Huber. Wer mit Radiatoren heizt, sollte zudem ein Heizkörperthermostatventile montieren, Damit lässt sich die Temperatur in unterschiedlichen Räumen individuell einstellen und automatisch konstant halten. «Das ist eine einfache, wirkungsvolle Massnahme und doch gibt es immer noch Gebäude, in denen diese Temperaturregler fehlen», meint Daniel Huber. 

Fördergelder und steuerliche Vorteile

Wer sein Haus energiebewusst saniert, kann mitunter auf Fördergelder hoffen. Verschiedene Förderprogramme unterstützen energetische Massnahmen. Auf der Webseite energiefranken.ch gelangt man durch die Eingabe der Postleitzahl zu einer Liste möglicher Förderprogramme.

Wer sein Haus energiebewusst saniert, kann mitunter auf Fördergelder hoffen.

Energetische Sanierungen können auch von den Steuern abgezogen werden und schaffen so steuerliche Vorteile. «Es kann jedoch jährlich nur eine begrenzte, vom eigenen Einkommen abhängige Summe abgezogen werden», warnt Daniel Huber. «Daher ergibt es manchmal mehr Sinn, Sanierungen steuertechnisch über mehrere Jahre zu verteilen.» Auch zu diesem Zweck ist eine langfristige Sanierungsstrategie unumgänglich.

Veraltetes wird abgerissen

Hand aufs Herz: Gibt es finanzielle Vorteile bei einer energetischen Sanierung mit Augenmerk auf Nachhaltigkeit? «Natürlich kann man damit die Energieeffizienz steigern», sagt Daniel Huber, «aber der finanzielle Vorteil wird nicht massiv ausfallen» Dies liegt daran, dass diese Massnahmen kosten, trotz Förderbeiträgen. Wer eine energetische Sanierung ins Auge fasst, sollte dies nicht rein aus finanziellen Anreizen angehen. «Man kann den Nutzen für die Umwelt nur schwer monetär beziffern, trotzdem ist es wichtig unsere Lebensgrundlage zu schützen», sagt Daniel Huber. Auch ergebe es langfristig gesehen Sinn, dass ein Gebäude mit gut erhaltener Struktur erhalten bleibt. «Was nicht renoviert wird, wird irgendwann abgerissen. So vernichtet man ebenfalls Energie.»

Auch ein positives Wohnklima voller Behaglichkeit spült nicht mehr Geld in die Tasche. Aber es sorgt für positive Emotionen und ein besseres Lebensgefühl in den eigenen vier Wänden. Dies, und der Schutz unserer Erde, sollte im Vordergrund stehen. 

Text Fatima Di Pane

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