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18 Mai 2021

Sind unsere Skigebiete systemrelevant?.

Lorenz Furrer
Mit-Initiator und Projektleiter «Die Schweiz fährt Ski – aber sicher!»

Als Tina Maze, mehrfache Weltcup- und Gesamtweltcup-Siegerin aus Slowenien, nach einem Training zur Ski-WM 2013 im Schladming von einem Journalisten gefragt wurde, wie der Schnee im Training gewesen sei, antwortete sie: «Weiss, wie immer.» Tags darauf wurde sie Super-G-Weltmeisterin.

In der Wintersport-Saison 2020/21 ist der Schnee ebenfalls weiss wie immer. Doch anders als in anderen Jahren macht die Coronapandemie nicht nur den Ski-Weltcup zur Zitterpartie, sondern sie sorgt in allen Winterdestinationen für Unsicherheit. Immerhin haben die Verantwortlichen in der Schweiz zuletzt etwas aufatmen können: Sie hatten alles dafür getan, um zuerst die Behörden und dann die Gäste davon zu überzeugen, dass ihre Schutzkonzepte funktionieren und die Wintergäste sicher sind. Und nun steht fest: Der Start in die Saison ist gelungen.

Die Basis dafür bildet das durchdachte Schutzkonzept des Dachverbandes Seilbahnen Schweiz, das die Destinationen individuell ergänzt haben: Die einen begrenzen die Kapazitäten, andere öffnen ihre Pisten am Morgen früher als sonst, Dritte bieten Nacht-Skifahren und wieder andere setzen verstärkt auf Schneeschuhwanderungen oder Langlauf. Auf der Website www.dieSchweizfaehrt.ski sind alle Massnahmen aufgeführt.

Herausgefordert von der Pandemie, haben die Destinationen ihre Innovationskraft unter Beweis gestellt. Gemeinsam mit Partnern wie Ticketcorner oder den Machern der Mindful-App sind sie dabei, die Skigebiete von der Reservierung über den Ticketkauf bis zum Parkplatzleitsystem integral zu digitalisieren – mit grossem Erfolg. Einzelne neu eingeführte Schutzmassnahmen kommen bei der Bevölkerung teilweise so gut an, dass sie über die «Corona-Saison» hinaus Bestand haben werden.

Die Schweiz fährt Ski

Es ist eine Errungenschaft der Schweizer Politik, dass über Entscheide hitzige Debatten geführt werden können – das ist richtig und wichtig. Aus der Perspektive der Aktion «Die Schweiz fährt Ski – aber sicher!» erachten wir es als Ausdruck einer sensiblen Corona-Politik, dass der Bundesrat und die meisten Kantone den Ski und Wintersportbetrieb ermöglichen. Denn hier geht es um weit mehr als ein Privileg für Wintersportlerinnen und Wintersportler. Für zahlreiche Bergregionen ist der Wintersport die Raison d’être. Damit vermitteln sie ihre Werte, ihre Schönheit, ihre Vielfalt oder ihre Kultur; damit stellen sie aber auch Tausende von Arbeitsplätzen sicher, die auf einem sorgfältig ausbalancierten Netzwerk aus Bergbahnen, Hotellerie, Gastronomie, Retail, Dienstleistungen und mehr beruhen.

Solche Orte sind Teil unseres Systems und Träger unserer Kultur. Der Skisport bildet eine Brücke zwischen Stadt und Land und somit über einen Graben, der sich immer weiter öffnet. Aus dieser Optik betrachtet könnte man sagen: Ja, unsere Skigebiete sind systemrelevant.

Die Gäste wissen, dass es in dieser Saison nicht selbstverständlich ist, über herrlich verschneite Hänge zu fahren. Sie schätzen den Effort, den die Wintersportdestinationen leisten. Zeugnis davon ist nicht zuletzt, dass sie die Schutzmassnahmen respektieren und sich umsichtiger verhalten – auf und neben der Piste.

Letztlich ist es doch so: Der Bundesrat hat bewiesen, dass er den übergeordneten Stellenwert des Wintersportes anerkennt. Die Gäste akzeptieren die Schutzmassnahmen anstandslos. Und der Schnee ist in diesem Winter so weiss wie schon lange nicht mehr. Sollte diese wunderbar gestartete Wintersport-Saison doch noch abgebrochen werden müssen, wäre dies einzig wegen des Virus. Wir hoffen, dass uns Corona den Sieg, eine wunderbare Wintersaison in der traumhaften Bergwelt geniessen zu können, nicht auf einmal noch vor der Nase wegschnappt – es wäre unfair.

www.dieschweizfaehrt.ski

Text Lorenz Furrer

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