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Nachhaltigkeit Bau & Immobilien

Bei nachhaltigen Gebäuden spielen Innenräume eine zentrale Rolle

10.06.2022
von SMA

Die Nachhaltigkeitsthematik hat auch in der Baubranche eine hohe Relevanz. Nachhaltiges Bauen geht aber über die Optimierung des ökonomischen Potenzials eines Gebäudes hinaus: Die Bewahrung der Umwelt sowie der Nutzen für den Menschen gehören dazu. Nicht umsonst steht «ein gesundes Leben und das Wohlergehen aller Menschen» an dritter Stelle der Nachhaltigkeitsziele 2030 der UNO.

Weil der Schweizer Gebäudepark laut Bundesamt für Energie für fast die Hälfte des hiesigen Endenergiebedarfs sowie für den grössten Teil der Abfälle verantwortlich ist, haben in den letzten Jahren die Kreislaufwirtschaft, das Vermindern von grauer Energie und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen an Bedeutung gewonnen.

Einem elementaren Aspekt von Nachhaltigkeit beim Bauen – der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Menschen, die die Räume nutzen – wird aber noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Denn die Ausgestaltung von Gebäuden und Innenräumen beeinflusst die Gesundheit der Menschen direkt, je länger sie sich darin aufhalten. Menschen der westlichen Welt verbringen übrigens rund 90 Prozent ihrer Zeit drinnen.

In der Pandemie gelernt

Die Coronapandemie hat klar gezeigt, wie wichtig die Raumluftqualität bei der Bekämpfung von Übertragungen mit diesem heimtückischen Virus ist. Doch die Luftqualität hat in Innenräumen generell oberste Priorität zur Vermeidung gesundheitlicher Gefahren für die Menschen.

Viele Privatpersonen kümmern sich seither bewusster als früher um ein gesundes Wohnklima. Auch steigt die Anzahl Unternehmen, die auf gesundheitsfördernde Arbeitsräume für eine funktionierende «Arbeitswelt 4.0» achten und diesen Aspekt teilweise bereits in ihre ESG-Regeln einfliessen lassen.

Die Fachwelt hat auch erkannt, dass es für ein gesundes Raumklima weit mehr braucht, als auf die Materialien zu achten, die verbaut werden oder auf den Ort, wo die Steckdose angebracht wird. Doch was muss man tun, um Innenräume optimal auf die Bedürfnisse ihrer Nutzerinnen und Nutzer auszurichten? Und wie lassen sich bestehende Objekte diesbezüglich auf den neusten Stand bringen?

Marktbeobachterinnen und -beobachter sind sich einig, dass künftig in vielen Gebäuden – vor allem auch in älteren Bauwerken – moderne Messtechnik auch dauerhaft zum Einsatz kommt, um die relevanten gesundheitlichen Parameter mit Raumsonden zu überwachen.

Innenräume müssen stärker auf Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen ausgerichtet sein, um die längerfristige Rentabilität einer Immobilie zu sichern.

Die gewonnenen Daten werden auch Verwendung finden, um gewisse Nachhaltigkeitslabels zu erfüllen. Neben der CO2-Konzentration in der Luft, der Temperatur und der Feuchtigkeit verfügen heutige Messsysteme auch über die Fähigkeit, Luftschadstoffe in Innenräumen, Feinstaubbelastungen, die Lichtqualität und zum Teil auch Schallbelastungen und elektromagnetische Strahlungen zu überwachen.

Nachhaltigkeit weiterdenken

Gebäude und Innenräume müssen neben einer energetisch einwandfreien Konstruktion vermehrt auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen ausgerichtet sein, denn dies ist entscheidend für die längerfristige Qualität einer Immobilie und die Mieterzufriedenheit.

Die folgende Kombination zeichnet ein «High Performance Gebäude» aus: Die Messwerte werden mit Raumsonden laufend überwacht. Nach Bedarf lösen sie in einem Geschäftshaus oder Wohngebäude durch intelligente Steuerungen Massnahmen aus, um das Innenraumklima laufend zu optimieren.

So wird das Arbeiten produktiver und effizienter und die Menschen fühlen sich wohl. Hier sind digitale Systeme auf dem Vormarsch, die ohne Zutun des Menschen und je nach seinem Bedarf das Raumklima bestimmen. Zudem wird die künstliche Intelligenz dazu beitragen, aus dem Verhalten der Menschen im Gebäude zu «lernen» und weitere Optimierungen zu veranlassen.

Die Anwendung digitaler Planungswerkzeuge wie BIM (Building Information Modeling) ist beim gesunden Bauen und Renovieren bereits in der Planungsphase von Vorteil. Und wie immer, wenn es um Nachhaltigkeit geht, steht auch schnell die Kostenfrage im Raum. Fachleute betonen, dass die Sicherstellung eines gesunden Innenraumklimas mit jedem Baubudget vereinbar ist. Viele Farben, Beschichtungen und Klebstoffe können durch eine kluge Auswahl auf das Wohlbefinden der Menschen und der Umwelt ausgerichtet werden.

Manchmal reicht eine grössere Distanz von einer Installation zum Bürotisch oder zum Schlafplatz, um eine wesentlich geringere Exposition für Personen zu erreichen und sofort einen grossen Effekt zu erzielen. Es rechnet sich sowohl im privaten wie auch im Arbeitsumfeld, auf die relevanten Parameter für Gesundheit und Wohlbefinden in Innenräumen zu achten. Ein gutes Raumklima bringt gesunde, produktive und entspannte Menschen hervor. Mieterwechsel, Absenzen am Arbeitsplatz und Schlafstörungen reduzieren sich dadurch nachweislich.

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