grüner hnen pflanzen auf fenstersims im sonnenlicht
Nachhaltigkeit Wohnen

Grüner leben und wohnen in 6 Schritten

25.05.2022
von SMA

Den Schritt endlich zu wagen und die eigenen Gewohnheiten zu ändern, kann manchmal schwierig, beängstigend und teuer erscheinen. Grüner wohnen und leben erfordert meistens nicht viel Umstellungen. Den Lebensstil und das Haus grüner und umweltfreundlicher zu gestalten, ist eigentlich simpel und stürzt niemanden in den Ruin.

1. Weniger, dafür hochwertiger konsumieren

Das A und O eines umweltbewussten Verhaltens beginnt damit, den eigenen Konsum zu reduzieren – auch wenn es nur in kleinen Schritten ist. Die Faustregel ist, Anschaffungen zu bevorzugen, die dauerhaft das Wohlbefinden steigern. Ein von Handwerkskünstler:innen hergestelltes Möbel- oder Dekostück weist einen einzigartigen Charakter auf und wird einen länger durch das Leben begleiten.

Die Preise für handwerkliche Produkte sind sicherlich höher als in Supermärkten. Verglichen mit einem Einkauf bestehend aus unnützen Versuchungen erscheinen hochpreisige, doch nutzbringende und bereichernde Beschaffungen in einem anderen Licht. Die Gesellschaft sollte wieder konsumieren, um zu leben und nicht mehr leben, um zu konsumieren.

Grüner wohnen Handwerker bei der Arbeit

Objekte aus Handwerkskunst sind einzigartig, langlebig und können dabei helfen, seine Konsumgewohnheiten zu reduzieren. Bild: istock

2. Die 5-R-Regel

Umweltschonender Konsum ist in allen Lebensbereichen möglich. Ansetzen kann man bei kleinen Gewohnheiten, die trotzdem eine Wirkung zeigen und mit der Zeit ausgeweitet werden können. Egal ob Lebensmittelbesorgungen, Kleidershopping oder Wohnungseinrichtung, das Motto der 5-R-Regel sorgt für eine besonnene Herangehensweise: refuse, reduce, reuse, recycle, rot.

Mit herabsteigender Wichtigkeit sollte man erst verweigern, reduzieren, wiederverwenden, recyceln und kompostieren. Im Beispiel der Wohnungsausstattung bedeutet dies, Gegenstände nicht mehr achtlos wegzuwerfen.

Parallel zu einem bewussteren und impulsiven Konsum kann man sich erst mal nach Secondhand-Stücken umsehen, gut Erhaltenes spenden oder sich gar als Heimwerker:in versuchen. Letzteres kann bedeuten, beschädigte Objekte zu reparieren oder umzugestalten, um ihnen neues Leben einzuhauchen. Mit dem Leitspruch der 5-R-Regel ändern sich kleine und grosse Gewohnheiten wie von selbst und der individuelle ökologische Fussabdruck sinkt.

3. Grüne Herkunft und Labels beachten

Auf dieselbe Weise kann man sich den Reflex aneignen, die Herkunft und Umweltfreundlichkeit von Produkten anhand von Deklarationen und Labels zu überprüfen. Das Konzept ist simpler: je lokaler, desto besser.

Mittlerweile sind auf Einrichtungsgegenständen oft Ursprünge, Logos und Labels prominent platziert. In der Holzindustrie zeigt das FSC-Siegel beispielsweise, dass eine Reihe von Grundsätzen betreffend Umweltverträglichkeit, soziale Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit in der Waldbewirtschaftung gefördert werden.

4. Ökologisch dämmen

Wenn es um umweltschonendes Wohnen geht, ist einer der vorrangigen Punkte die Isolierung. Denn eine effektive Dämmung ist der grösste Hebel, um der Energieverschwendung entgegenzuwirken, damit den CO2-Ausstoss zu reduzieren und somit grüner zu wohnen.

Grüner wohnen Dach Isolation Beispiel

Dämmstoffe wie Holzwolle, Baumwolle, Kork oder Hanf sind ökologisch sinnvoll und eignen sich bestens für die Gebäude-Isolation. Bild: istock

Idealerweise ist die Isolierung selbst ebenfalls ökologisch. Beispielsweise kann man auf pflanzliche oder recycelte Dämmstoffe wie Holzwolle, Baumwolle, Kork oder Hanf zurückgreifen. Deren Herstellung ist weniger energieintensiv als jene von Kunststoffen wie Polystyrol. Eine weitere, noch unterschätzte Alternative zum grüner wohnen ist Stroh. Sie wird in unseren Breitengraden in Massen produziert und wäre somit eine effiziente und lokale Lösung.

5. Natürliche Farben

Die Frage der Wandbemalung ist nicht nur eine, die das Klima betrifft, sondern auch die Wohngesundheit. Von herkömmlichen Farben voller Lösungsmittel kann man sich getrost verabschieden und stattdessen auf umweltfreundliche Färbemittel ohne potenziell giftige Inhaltsstoffe setzen.

Farben und Putze auf Lehm- oder Kalkbasis eignen sich besonders gut für den warmen mediterranen Anstrich und strahlendes Weiss. Diese verleihen den Innenräumen nicht nur einen einzigartigen Charme, der Reiselust weckt, sondern auch das Raumklima profitiert: Sie lassen das Zimmer «atmen» und die Feuchtigkeit entweichen.

6. Ein grünes Paradies aus Pflanzen

Unbestreitbar ist, dass Innenpflanzen eine hervorragende Art der Dekoration darstellen. Darüber hinaus heisst es, dass sie die Raumluft zu reinigen vermögen oder gar Stress abbauen.

Auf jeden Fall sind Pflanzen in der Wohnung einer der Schlüssel zum Glück. Auch hier sollte man aber mit Bedacht wählen.

Grüner Wohnen Philodendron verrucosum

Der seltene Baumfreund (Philodendron verrucosum) ist eine „kletternde“ Pflanze und eine beliebte Pflanzenart für die Innendekoration. Bild: istock

Einige Pflanzen können zum Beispiel die Luftfeuchtigkeit regulieren oder sogar absorbieren. Zudem kann man aus einer Vielfalt von Farbtönen seine Lieblinge wählen: Tausende Grünschattierungen, Rot, Rosa, Orange, Gelb und zahlreiche weitere Möglichkeiten. Empfohlen werden unter anderem Ficus Elastica (Gummibaum), Aloe vera und Aronstabgewächse wie Monstera- und Philodendronarten.

Text SMA

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Vorheriger Artikel Wie die Ernährung dem Klima schadet
Nächster Artikel Bei nachhaltigen Gebäuden spielen Innenräume eine zentrale Rolle