pcos visualisierung des weiblichen geschlechts
Gesundheit Women

Wenn der weibliche Körper aus dem Gleichgewicht gerät

07.07.2022
von SMA

Beim Polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) handelt es sich eine tückische Erkrankung: Hormonelle Dysbalancen, Zyklusstörungen sowie eine eingeschränkte Fruchtbarkeit sind Symptome, mit denen sich betroffene Frauen herumschlagen müssen. Doch verschiedene Therapieformen machen Hoffnung.   

Zwischen fünf bis zehn Prozent der geschlechtsreifen Frauen sind vom Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) betroffen. Laut der deutschen PCOS-Selbsthilfegruppe triff die Krankheit typischerweise im Alter von 15 bis 25 Jahren auf. Zu den charakteristischen Symptomen gehören Zyklusstörungen (A- oder Oligomenorrhoe), eine erhöhte Körperbehaarung (Hirsutismus), Akne oder Haarausfall (Alopezie) sowie einer Erhöhung der männlichen Geschlechtshormone im Blut.

Darüber hinaus geht PCOS häufig einher mit Übergewicht sowie einem unerfüllten Kinderwunsch. Da PCOS in betroffenen Familien gehäuft auftritt, geht man davon aus, dass eine genetische Komponente ebenfalls eine Rolle spielt. 

Worauf PCOS letztlich genau zurückzuführen ist, darin ist sich die Fachwelt noch nicht richtig einig. Dies hat auch damit zu tun, dass medizinische Studien zum Thema unterschiedliche Ergebnisse hervorgebracht haben.

Doch in diversen Untersuchungen konnte ein Zusammenhang des PCOS mit dem «Metabolischen Syndrom» festgestellt werden. Dieses umfasst und vereint Übergewichtigkeit (Adipositas), eine Zuckerverwertungsstörung (Diabetes mellitus), eine Blutfettwerterhöhung (Hyperlipidämie), Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie) sowie eine Gefässverkalkung.

Studien zeigen, dass jede vierte PCOS-Patientin übergewichtig und gar 40 Prozent der betroffenen Frauen adipös sind, also unter starkem Übergewicht leiden. Nebst der physischen Komponente ist laut Fachleuten auch die psychische Dimension des PCOS nicht zu unterschätzen: Die verminderte Fruchtbarkeit, die Übergewichtigkeit sowie die erhöhte Körperbehaarung können zu depressiven Zuständen führen und negative Auswirkungen auf Wohlbefinden, Berufsleben sowie Partnerschaft haben. 

Was kann man tun?

Die Therapie des PCOS ist gemäss Fachleuten ebenso individuell wie der Krankheitsverlauf. Zur Behandlung der reproduktiven und metabolischen Störungen sowie der Haut- und Haarprobleme, gibt es unterschiedliche medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapieansätze.

Ein zentraler erster Schritt besteht darin, eine Gewichtsreduktion sowie eine Ernährungsumstellung anzustreben. Denn Untersuchungen legen nahe, dass durch eine Gewichtsabnahme von bereits fünf Prozent des Körpergewichts eine Zyklusnormalisierung nach sich ziehen kann.

Zudem spielt Sport eine wichtige Rolle, da dieser die Insulinsensitivität im Körper verbessert und den Insulinspiegel deutlich senkt.

Wichtig ist also eine langfristige Stabilisierung des Gewichts. Die weitere Therapie – und damit die Einnahme von spezifischen Medikamenten – hängt davon ab, ob ein Kinderwunsch besteht oder nicht. Dies sollte selbstverständlich mit einer medizinischen Fachperson geklärt werden.  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Vorheriger Artikel Das volle Potenzial der Atmung nutzen
Nächster Artikel Weshalb ist Folsäure wichtig?