Camping
Herbst

Ein Abenteuer wartet vor jeder Haustür

28.09.2021
von Severin Beerli

Raus aus der Komfortzone, dem Alltag entfliehen, ein Stück Freiheit zurückerobern und dies alles nahe der eigenen Haustüre – das versprechen Mikroabenteuer. Fokus erklärt den Trend und zeigt, was alles beachtet werden muss.

Ein richtiges Abenteuer, aber halt kein grossangelegtes, das sind Mikroabenteuer. Sie sind kurz, einfach, lokal, günstig, lustig, herausfordernd, bereichernd und aufregend. So sagt es der Abenteurer und Schriftsteller Alastair Humphreys. Der Brite hat den Begriff 2014 in seinem Buch «Microadventures» geprägt. Seither ist aus der Idee ein richtiger Trend geworden. Doch worum geht es genau?

Den Alltag hinter sich lassen

Bei einem Mikroabenteuer soll man aus der alltäglichen Komfortzone ausbrechen, rausgehen, sich von Stress und Sorgen lösen – sich frei fühlen. Meist sind sie nahe der eigenen Haustüre und für jeden machbar. Der Fantasie sind aber keine Grenzen gesetzt. So sind beispielsweise eine Nacht unter freiem Himmel, eine Kanutour, ein Floss bauen, zwei Tage geradeaus laufen oder auf einen Berg steigen typische Mikroabenteuer.

Nach Feierabend hinein ins Abenteuer

Humphreys prägte dazu das sogenannte «5-to-9-Abenteuer»: Nach Feierabend das Abenteuer starten und am nächsten Morgen zu Arbeitsbeginn wieder zurück sein.

Statt sich nach der Arbeit zu Hause aufs Sofa zu legen und Serien zu schauen, geht man bei den Mikroabenteuern nach draussen und erlebt etwas Aufregendes. Dabei kümmert sich der Kopf um die grundlegenden Dinge: Wohin gehe ich? Wo übernachte ich? Was kann ich essen? Und so weiter. Mit diesen Fragen ausgelastet, bleibt keine Zeit, sich um den Alltag Sorgen zu machen. Darum wirkt das Mikroabenteuer stressreduzierend.

Wildzelten, picknicken oder Vögel beobachten

Die Schweiz eignet sich für Mikroabenteuer besonders gut. Seien es hohe Berge, stille Wälder oder klare Seen – wunderschöne Gegenden sind von überall aus zu erreichen. Entsprechend schnell kann man sich auf einer Wanderung oder beim Zelten in ein Abenteuer stürzen. Ein Mikroabenteuer kann aber noch kleiner stattfinden – einmal mit dem Schiff, statt dem Zug zur Arbeit zu fahren, die Mittagspause beim Picknick und schöner Aussicht verbringen, Vögel beobachten oder seinen Einkauf beim Wochen- statt im Supermarkt erledigen.

Freiheit, aber nicht ohne Regeln

Gewisse Dinge gibt es aber bei der Suche nach Freiheit zu beachten. In der Schweiz ist das Wildzelten beispielsweise nur bedingt erlaubt. Die Rechtslage unterscheidet sich von Kanton zu Kanton. Wer darum auf Nummer sicher gehen will, erkundigt sich vor Ort bei der jeweiligen Gemeinden oder Polizeistelle. Ähnlich verhält es sich mit offenem Feuer. Kantone und Gemeinde können in bestimmten Gebieten das Entfachen von Feuer verbieten. Vorsicht ist auch bei Kanu- oder Bootsfahrten geboten. Hier gilt es auf etwaige Warnschilder zu achten und sich über den Wasserstand zu informieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Vorheriger Artikel Herbstlicher Pilzgenuss frisch aus dem Wald
Nächster Artikel Jolanda Neff:«Teamgeist macht alles aus»