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Hochzeit

Diese Dinge gilt es am besten vor der Hochzeit zu wissen

01.02.2022
von Severin Beerli

Kaum Ja gesagt, verlobt und glücklich, ist man auch schon mitten in der Hochzeitsplanung. Zur Unterstützung werden der Braut und dem Bräutigam so manche To-do-Listen nahegelegt. Dennoch gibt es immer wieder Dinge, die im ganzen Trubel vergessen gehen. «Fokus» hat eine Expertin befragt und erklärt, was vor einer Hochzeit wirklich wichtig zu wissen ist.

Der Zeitaufwand ist riesig

Der Arbeitsaufwand für Hochzeiten wird sehr gerne unterschätzt. Das führt im Verlauf der Vorbereitungen zu Zeitdruck und Stress. «Man sollte vorher bedenken, dass die ganze Organisation viel zeitaufwendiger ist, als man es je für möglich halten würde», warnt Lisa Dätwyler. Als Weddingplanerin plant sie Hochzeiten vor allem in Zürich, Basel und Luzern aber auch schweizweit und im europäischen Ausland. Auf den Zeitaufwand müssen besonders Paare achten, die voll berufstätig sind oder gar schon kleine Kinder haben. «Wenn die Hochzeit quasi ‹nebenbei› erfolgen muss, kann das sehr belastend sein und eigentlich soll man diese Zeit der Vorfreude ja geniessen», so Dätwyler.

Der Tag fliegt dahin

Trotz der grossen Zeitinvestition geht der Tag selbst aber dann gefühlt sehr schnell vorbei. Oft haben die Braut und der Bräutigam nicht die Zeit, sich allen Gästen zu widmen. Dätwyler hat dafür einen guten Tipp: «Es ist immer schön, wenn man am nächsten Tag noch einen Brunch plant, um die Feierlichkeiten ausklingen zu lassen und in etwas ruhigerer Atmosphäre nochmals nette Gespräche mit den Gästen führen zu können.»

Die Sache mit dem Zeitplan

Bei einer Hochzeit passieren viele unvorhergesehene Dinge. Was meistens mehr oder weniger ausser Kontrolle gerät, ist der Zeitplan. Dätwyler rät darum: «Man kann einfach nicht alles im Voraus genau planen. Daher ist es wichtig, kleine Pausen und Pufferzeiten einzurechnen. Im Zweifel sollte man lieber weniger Programmpunkte planen.»

Keine Hochzeit ohne Missgeschicke

Für jedes Brautpaar bleibt zu hoffen, dass schwerwiegende Unfälle bei der Hochzeit aussen vor bleiben. Auf kleinere Pannen sollte man sich auf jeden Fall einstellen und diese mit Humor nehmen. Diese kommen bestimmt vor. «Bei einer meiner letzten Hochzeiten lief das Paar viel zu früh aus der Kirche, obwohl der Auszug erst später geplant war. Sie gingen vor lauter Aufregung zu früh los. Oder einmal hat die Braut beim Einzug in die Kirche ihren Schleier verloren. Das sind kleine Missgeschicke, aber nichts Schlimmes», erzählt Lisa Dätwyler.

Je früher die Feierlichkeiten losgehen, desto mehr wird auch konsumiert und desto kostspieliger wird die ganze Feier.

Wie die Traumlocation kriegen?

Ob an einem tropischen Strand, in einer lauschigen alten Kapelle oder einem feierlich dekorierten Festsaal: Viele haben eine ganz klare Vorstellung, wo genau sie sich das Jawort geben wollen. Um sich seinen Traum zu erfüllen, gibt es ein paar Dinge zu beachten: «Wenn es wirklich die eine Traumlocation sein soll, dann ist frühes Buchen extrem wichtig. Sonst muss man unter Umständen sehr lange auf die Verfügbarkeit warten. Es lohnt sich aber gegebenenfalls, noch ein oder zwei Jahre länger zu warten, um die gewünschte Location ergattern zu können.»

Finanzielles

Eine Gästeliste ohne Grenzen, die Blumendekoration genauso wie die üppigen Darstellungen im Internet: «Eine Hochzeit wird sehr schnell kostenintensiv. Die grössten Posten sind die Speisen und Getränke. Man sollte also bedenken, wie viele Gäste man wie lange verpflegen möchte und wann die Trauung am besten beginnen sollte», sagt Dätwyler. Es gilt: Je früher die Feierlichkeiten losgehen, desto mehr wird auch konsumiert und desto kostspieliger wird die ganze Feier. Dazu kommen aber noch weitere Faktoren, weiss Dätwyler: «Natürlich spielen auch die Jahreszeit und das Wetter eine Rolle. Bei einer Hochzeit im Sommer bei 28 Grad wird viel mehr getrunken als bei einer Feier im Oktober.» Die Hochzeitsplanerin ergänzt: «Je mehr man sich mit der Hochzeitsplanung befasst, umso mehr Ideen kommen einem auch in den Sinn, die dann schnell ins Geld gehen können. Die vielen Elemente wie Hochzeitskleid, Anzug oder Fotograf:innen nehmen grosse Posten im Budget ein, die bei der Budgetplanung berücksichtigt werden sollen.»

Hochzeit fürs kleine Portemonnaie

Trotzdem lässt sich auch mit kleinem Budget eine schöne Hochzeit veranstalten. «Wer weniger Geld zur Verfügung hat, kann zum Beispiel nur im kleinen Kreis feiern und ein eher einfaches Menü wählen. Zudem kann das Brautkleid geliehen statt gekauft werden und in Sachen Geschenke kann sich das Paar nur finanzielle Beiträge zur Hochzeit wünschen, die dann die Gesamtkosten etwas abfedern.»

Verschiedene Meinungen über die Hochzeit haben hier nichts verloren und sind meines Erachtens anmassend. Lisa Dätwyler

Wie geht man mit anderen Meinungen um?

In fast keiner Situation lässt es sich allen recht machen, so auch nicht bei einer Hochzeit. Das sollte auch nicht das Ziel sein. Es geht bei einer Hochzeit schliesslich nur um das Brautpaar. Über Fragen bezüglich der Gäste, der Musik oder der Lokalität sollen entsprechend ausschliesslich die Heiratenden entscheiden. Dätwyler: «Das Paar sollte so feiern, wie es sich das erträumt hat und auch nur die Gäste einladen, die ihnen wirklich am Herzen liegen. Verschiedene Meinungen über die Hochzeit haben hier nichts verloren und sind meines Erachtens anmassend. Das Brautpaar ist der Gastgeber und entscheidet über die Hochzeit.»

So wird das Erlebnis am besten verarbeitet

Man sollte darauf achten, sich am Hochzeitstag zu entspannen und Aufgaben zu delegieren, damit man möglichen Stress vermeiden kann. So wird auch rückwirkend das Ganze in schöner Erinnerung behalten. Dätwyler hat dafür einen Geheimtipp: «Wichtig ist auch, als Paar kleine Zeitfenster der Zweisamkeit zu planen.» Zum Beispiel kann sich das Paar während der Fahrt von der Kirche zum Restaurant ein eigenes Gefährt gönnen.

«Ich empfehle zudem jedem Paar, nach der Hochzeit unbedingt einige Tage freizunehmen und in die Flitterwochen zu verreisen. Diese Zeit nach all den intensiven Erlebnissen und Eindrücken des Hochzeitsfests sollte jedes Paar unbeschwert geniessen können.»

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