Interview von Akvile Arlauskaite

Sylvie Meis: «Für uns war es Liebe auf den ersten Blick»

Sylvie Meis im Liebesglück – 2020 gab sie Niclas Castello in Florenz das Ja-Wort. Die Moderatorin, Model und Unternehmerin spricht im Interview mit «Fokus» über ihre Traumhochzeit und bietet Einblicke in ihre Karriere sowie ihr Privatleben.

Sylvie Meis im Liebesglück – 2020 gab sie Niclas Castello in Florenz das Ja-Wort. Die Moderatorin, Model und Unternehmerin spricht im Interview mit «Fokus» über ihre Traumhochzeit und bietet Einblicke in ihre Karriere sowie ihr Privatleben.

Sylvie Meis, wie kam es dazu, dass Sie eine Karriere in der Unterhaltungsbranche eingeschlagen haben?

Als Kind habe ich viel getanzt und gesungen. Ich fand es einfach nur toll, die Leute um mich zu unterhalten und wusste schon damals, dass ich etwas im Entertainment machen will. Allerdings bin ich in einem Dorf in Belgien aufgewachsen, weit weg vom Showbusiness. So konzentrierte ich mich in den Jugendjahren auf meine Ausbildung und entschied mich für ein Personalmanagementstudium. Nach dem Abschluss wagte ich dann den Versuch, meinen Kindheitstraum zu verwirklichen – einen Job beim Fernsehen zu bekommen. Und ich hatte Glück. Ich gewann ein Casting und durfte die niederländische TV-Sendung «Fox Kids» moderieren.

Neben Ihrer Tätigkeit als Moderatorin sind Sie heute auch als Unternehmerin tätig. Was erfüllt Sie an Ihrem Job?

Da muss ich meine alte Liebe für das Moderieren als Erstes nennen. Ich fing damals damit an, weil es mir wirklich Spass machte und auch heute bin ich immer noch total glücklich damit. Hinzu kommen alle anderen meiner Jobs – die Firmen, die ich gegründet habe, die Kollektionen, die ich rausbringe und die weltweiten Marken, mit denen ich arbeiten darf. Ich fühle mich mehr als gesegnet dafür, dass ich einen derart abwechslungsreichen Job habe.

Viele bezeichnen Sie als Role Model. Was bedeutet diese Vorbildfunktion für Sie?

Dass ich, wo ich kann, Menschen helfe oder sie inspiriere, etwa mit meiner Geschichte mit Brustkrebs vor zwölf Jahren. Ich möchte Frauen in der gleichen Situation mit meiner Erfahrung Kraft geben und andere dazu ermutigen, auf ihren Körper zu vertrauen. Denn gerade Brustkrebs ist im Frühstadium gut behandelbar. Ausserdem bin ich eine weibliche Entrepreneurin. In dieser Hinsicht hatte ich mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, habe es aber geschafft, mein Leben selbstständig und unabhängig zu gestalten. Darauf bin ich sehr stolz und hoffe, damit junge Frauen zu motivieren.

Die Medien verfolgen aufmerksam jeden Ihrer Schritte, von Auftritten und Ereignissen in Ihrem Privatleben bis hin zu Veränderungen Ihres Looks. Wie gehen Sie mit dem Druck von aussen um?

Den Druck bekomme ich durchaus zu spüren. Es macht mich manchmal zwar nervös, mit der Zeit lernt man aber, damit umzugehen – das ist auch das Gute am Älterwerden. Konnte ich vor zehn Jahren wegen eines grossen Skandals nächtelang nicht schlafen, nehme ich es heute wahr, schüttle es ab und das Leben geht weiter.

Ich finde, man sollte nur sich selbst gerecht werden. Sylvie Meis

Ein beachtlicher Teil der Berichte über Sie handelt von Ihrem Aussehen. Wie wichtig ist es, in der Branche perfekt auszusehen?

Ich liebe Mode und Styling, und das ist natürlich auch etwas, was die Boulevardpresse mitbekommt. Ich glaube, dass mein Aussehen von vielen als perfekt wahrgenommen wird, oft werde ich danach beurteilt. Dabei achte ich aber darauf, authentisch zu bleiben. In meiner Branche stehen die meisten Frauen unter Druck, vor allem beim Thema Älterwerden. Sie können nie etwas richtig machen. Unternimmt man nichts, so lautet das Urteil: «Oh, die ist aber alt geworden!» Verändert man etwas an seinem Aussehen, dann gilt man als unnatürlich. Ich finde, man sollte nur sich selbst gerecht werden müssen und dafür sorgen, dass man glücklich und stolz ist.

Ihr authentisches Image zieht so manche Brands an. Mit welchen Projekten sind Sie aktuell beschäftigt?

Mit meinem Team arbeite ich gerade fleissig an der neuen Kampagne für Glamira, für die ich das neue Werbegesicht bin und eine eigene Kollektion herausbringen darf. Schmuck ist eine grosse Liebe von mir, ich schätze auch den emotionalen Aspekt – die besonderen Momente, die damit zelebriert werden. Ausserdem freue ich mich über Kampagnen, die weiterlaufen, etwa mit Juvederm, Great Lengths oder Aldi sowie über viele neue spannende Geheimprojekte, über die ich leider noch nichts verraten darf.

Dies alles klingt nach viel Arbeit! Was hilft Ihnen, nach einem hektischen Tag abzuschalten?

Eine Netflix-Serie, ein Glas Champagner und, wenn kein wichtiges Shooting ansteht, ein Kinder Bueno (lacht).

Kommen wir auf das Thema der Ausgabe zu sprechen. Im September 2020 haben Sie Niclas Castello geheiratet – eine absolute Bilderbuch-Hochzeit. Wie haben Sie Ihren Ehemann kennengelernt?

2019 luden mich meine lieben Freunde Barbara und Klemens Hallmann zu ihrer Hochzeit ein. Niclas war einer der Trauzeugen von Klemens. Da wir beide beschlossen hatten, ohne Date zu kommen, hatten Barbara und Klemens die Idee, uns am Tisch nebeneinander zu platzieren. So haben sie Amor für uns gespielt: Als wir uns dort zum ersten Mal sahen, waren wir sofort verliebt.

Ein magischer Moment. Wann wussten Sie denn, dass Sie bereit sind, Castello zu heiraten?

Für uns beide war es wirklich Liebe auf den ersten Blick. Niclas sagt immer, er wusste an diesem Abend, dass er mich mal heiraten will. Auch ich habe meinem engsten Kreis sofort erzählt, dass ich glaubte, meinen zukünftigen Mann kennengelernt zu haben. Sechs Monate später machte er mir dann einen Heiratsantrag. 

Die Hochzeit fand in der «Villa Cora» in Florenz statt. Wie kam es zu der Entscheidung für diesen Standort?

Ich kannte die Residenz schon vorher und wusste, dass es eine Traumlocation für eine kleine, intime Hochzeit ist. Wegen der Coronapandemie mussten wir die Feier jedoch von Juli auf September verschieben. Tatsächlich erfuhr Niclas, der für den grössten Teil der Organisation zuständig war, erst drei Tage vor der Hochzeit, ob diese auch wirklich stattfinden konnte. Zum Glück habe ich das alles nicht mitgekriegt, ich war schon nervös genug (lacht).

Kleid: Galia Lahav, Ohrringe: Chopard, Ehering: Michael Greene, Bild: Tali Photography/ action press

Ihr Hochzeitskleid war bezaubernd – eine schulterfreie Couture-Robe der israelischen Modedesignerin Galia Lahav. Wie lief die Auswahl ab?

Ich kümmerte mich selbst um meine Outfits und hatte mehrere Looks geplant. Mit «Galia Lahav House of Couture» hatte ich die tollste Kooperation. Sie haben mein Hochzeitskleid exklusiv in Tel Aviv geschneidert – es war absolut traumhaft und hatte den schönster Schleier, den ich jemals gesehen habe. Von ihnen bekam ich auch ein zweites Kleid für den Abend, ein von Grace Kelly inspiriertes Glitzerkleid. (seufzt) Ach, es war einfach so schön. Das Ganze war ein grosser, glamouröser Mädchentraum.

Auch waren Sie für die Musik zuständig. Welche Lieder waren in den besonderen Momenten zu hören?

Beim Reinkommen begleiteten mich mein Bruder und sein Mann zu «Everywhere» von Fleetwood Mac. Zu «The Look of Love» von Diana Krall führte mich mein Sohn Damian anschliessend für die Zeremonie zu Niclas. Beim Hochzeitstanz wurde «At Last» von Etta James gespielt, welches davon handelt, endlich seine Liebe gefunden zu haben. Für mich ist das Lied besonders, denn ich bin mit viel Blues und Jazz aufgewachsen.

Welche gängigen Hochzeitstraditionen haben Sie in Ihre Hochzeit integriert?

Ganz klassisch schnitten wir eine grosse Torte an. Alles andere als traditionell war jedoch, dass wir mit einem grossen Stück davon einfach weggeflitzt sind und dieses irgendwo auf einer Bank alleine gegessen haben. Und obwohl dieser Mini-Break fest für uns eingeplant war, war er sehr besonders. Wiederum traditionell war unser erster Tanz sowie dass wir in der Nacht vor der Hochzeit nicht in einem Bett geschlafen haben. Letzteres war aber meine Idee (lacht).

Welches war der schönste Moment Ihrer Hochzeit?

Da muss ich zwei Highlights erwähnen. Zum einen, dass Damian mich zu Niclas gebracht hat, zum anderen die Rede von meinen Eltern, übertragen von meinem Schwager. Mein Vater hat Diabetes, deshalb wäre es wegen Corona ein zu grosses Risiko gewesen, bei der Hochzeit dabei zu sein. Es war eine schwierige Entscheidung, aber die richtige.

Enjoy the moment, let it go and go slow! Sylvie Meis

Wo verbrachten Sie die Flitterwochen?

Im wunderschönen Capri. Niclas und ich nahmen gleich nach dem dritten Hochzeitstag den Zug nach Neapel und fuhren von dort aus mit einem Boot nach Capri, wo wir eine traumhafte Suite im Caesar Augustus Hotel hatten. An schönen Tagen genossen wir die Sonne am Strand und bei stürmischem Wetter bestellten wir Room Service, kuschelten uns ein und schauten Filme. Es war so romantisch.

Welche Tipps haben Sie für Paare, die bald heiraten?

Bleibt ruhig! (lacht) Vorbereitungen vor der Hochzeit sind alles, um dann, wenn es so weit ist, loslassen zu können. Man muss auch wissen, dass am Ende nicht alles perfekt sein wird. Zum Beispiel haben wir erst nach der Hochzeit gemerkt, dass wir die Blumencorsagen für die Männer nie ausgepackt und vergessen hatten. Zudem lohnt es sich wirklich, über die Musik nachzudenken, statt diese komplett dem DJ zu überlassen. Unbedingt muss auch das letzte Fitting vor dem grossen Tag gemacht werden, damit das Kleid dann wirklich sitzt. Damit nichts verrutscht, ist Fashion Tape immer gut. Um beim Tanzen keine blutigen Blasen zu bekommen, sollte man bequeme Schuhe tragen. Und zuletzt: «Enjoy the moment, let it go and go slow!» (lacht)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

01.02.2022
von Akvile Arlauskaite
Vorheriger Artikel Anne Kissner: Nicht nur für den Körper, sondern auch für die geistige Leistung
Nächster Artikel Die Hochzeit als Erlebnis, das alle Sinne anspricht!